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Mehr Platz für die Kultur

Neunkirchen Von SZ-Redakteurin Elke Jacobi

Neunkirchen. Zuerst in der Neunkircher Stadtbücherei/Mediothek im Internetraum in den weiten des Netztes surfen, dann die aktuelle Ausstellung in der Städtischen Galerie besuchen, im Anschluss schnell noch ins stadtgeschichtliche Museum über die ehemalige Funktion des Hüttenareals informieren und dann nix wie dorthin, wo in der ehemaligen Gebläsehalle ein Konzert des zurzeit angesagtesten internationalen Künstlers stattfindet. So könnte der Neunkircher Kulturliebende seinen Tag im Jahr 2020 verbringen. Zumindest dann, wenn der bis in diese nahe Zukunft angelegte Kulturentwicklungsplan in die Tat umgesetzt wird. Rund 50 Seiten dick ist das Machwerk, das auf Veranlassung des Aufsichtsratsvorsitzenden der Neunkircher Kulturgesellschaft, Bürgermeister Jürgen Fried, von der Kulturgesellschaft mit Geschäftsführer Peter Bierbrauer an der Spitze verfasst und jetzt dem Aufsichtsrat vorgestellt und abgenickt wurde. Bestandaufnahme, Vergleich mit Mittelstädten der Region, Funktion der Kulturarbeit und natürlich die Festlegung von Planungszielen bilden die einzelnen Kapitel. 25 Prozent MehrkostenSieben Säulen sind es demnach, auf denen die Kultur in der ehemals von Eisenindustrie beherrschten Stadt fußt: die Neunkircher Kulturgesellschaft, der Kulturverein, die Stadtbücherei/Mediothek, das Musical-Projekt, das Stadtarchiv, das Amt für soziale Dienste, Kinder und Senioren und letztlich das Projekt Designpreis. Das Fazit sei vorweggenommen: Damit es die Kultur bis ins Jahr 2020 in Neunkirchen zu ernsthafter Konkurrenz für die umliegenden Städte vergleichbarer Größte schafft, muss Geld in die Hand genommen werden. Es fehlt, zu diesem Schluss kommt die Kulturgesellschaft, in Neunkirchen eine größere Kulturstätte. Das Bürgerhaus mit seinem maximalen Fassungsvermögen von 530 Personen sei zu klein, um die wirklich Großen in die Stadt zu holen. Zu klein auch die 200 Quadratmeter für die Kunst, die die städtische Galerie bietet, zu klein und zu schlecht ausgestattet die Stadtbücherei/Mediothek und gänzliches Manko: die Stadt hat kein Museum, dass die Hüttenwerks-Geschichte dokumentiert. Der Plan sieht Folgendes vor: Die bereits für das Musical-Projekt und die Neunkircher Nächte genutzte Gebläsehalle im Alten Hüttenareal wird zu einer 1000 Personen fassenden Veranstaltungshalle mit allem Drum und Dran. Das dann "frei" werdende Bürgerhaus wird Heimstätte für Städtische Galerie und stadtgeschichtliches Museum, die Stadtbücherei wird vergrößert, modernisiert, erhält Internet- und Leseräume. Erhöhte Personal- und Aufwandskosten gingen damit einher. So geht man davon aus, dass ein Mehraufwand von 25 Prozent jährlich zumindest während der Planungsperiode 2010 bis 2020 zu erwarten ist. Auf AugenhöheIm zu Grunde gelegten Haushaltsplan 2006 lagen die Ausgaben für Kultur in Neunkirchen bei 1 486 000 Euro inklusive Stadtbücherei und Musicalprojekt. Davon sind 1 080 000 Euro Zuschuss an die Kulturgesellschaft. Darin enthalten sind 400 000 Euro Bewirtschaftungskosten für die Veranstaltungsstätten. Laut Entwicklungsplan liegt man damit dann auf Augenhöhe mit den zum Vergleich herangezogenen Mittelstädten wie St. Ingbert und Saarlouis. > wir werden noch berichten