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Lesen gehört hier zum Handwerk

Nadine Eichhorn aus Ottweiler erlernt den Beruf der Buchhändlerin in der Buchhandlung König in Neunkirchen. Foto: Willi Hiegel
Nadine Eichhorn aus Ottweiler erlernt den Beruf der Buchhändlerin in der Buchhandlung König in Neunkirchen. Foto: Willi Hiegel
Neunkirchen. Zweimal neun Wochen zum Blockunterricht in die Buchhändlerschule nach Frankfurt, ansonsten praktische Ausbildung in der Buchhandlung König in Neunkirchen: Die 22-jährige Nadine Eichhorn aus Ottweiler erlernt den Beruf der Buchhändlerin. Drei Jahre lang gilt es, alles rund um das Thema Buch und Verkauf zu erlernen. Eine Berufsschule im Saarland gibt es nicht Von SZ-Redakteurin Yvonne Wildschütz

Neunkirchen. Zweimal neun Wochen zum Blockunterricht in die Buchhändlerschule nach Frankfurt, ansonsten praktische Ausbildung in der Buchhandlung König in Neunkirchen: Die 22-jährige Nadine Eichhorn aus Ottweiler erlernt den Beruf der Buchhändlerin. Drei Jahre lang gilt es, alles rund um das Thema Buch und Verkauf zu erlernen. Eine Berufsschule im Saarland gibt es nicht. Und die Schule in Frankfurt ist eine Privatschule. Das bedeutet, dass sowohl Ausbilderin und Inhaberin der Buchhandlung König, Edith Riefer, als auch die Auszubildende selbst in die Tasche greifen müssen. "Für die Kurse über zweimal neun Wochen habe ich zirka 3500 Euro Schulgeld überwiesen", berichtet Riefer. Die Auszubildende selbst zahlt nocheinmal knapp 2000 Euro für die Unterbringung und das Essen. "Wir leben in dieser Zeit wie im Internat", sagt Nadine Eichhorn, die vor ihrer Ausbildung das Abitur machte und vor allem immer schon gern gelesen hat. "In der Oberstufe wurde mir klar, dass ich einen Beruf erlernen möchte, der was mit Büchern zu tun hat", sagt die 22-Jährige. Ein Praktikum hat sie in ihrem Wunsch bestärkt. Am meisten interessiert sich die junge Frau für Kinder- und Jugendbuchliteratur und Fantasy. Besonders genießt sie allerdings, in einer kleineren Buchhandlung zu arbeiten. "In einer großen Buchhandlung wäre ich nicht so gerne beschäftigt." Jungen Leuten, die Interesse an diesem Ausbildungsberuf haben, rät sie, dass sie neben der Leidenschaft zum Lesen auch gerne mit Kunden arbeiten. "In der Schule ist der Schwerpunkt die Sortimentskunde", berichtet sie. Aber auch Literatur sei ein Unterrichtsfach - deutsche und weltweite Literatur. Bei der praktischen Arbeit in der Buchhandlung ist die junge Frau in alle Bereiche miteingebunden. Ob das Erschließen neuer Märkte oder Verbesserungsvorschläge bei Teambesprechungen: Die Auszubildende ist überall dabei. Nadine Eichhorn ist im dritten Lehrjahr und Mitte Mai und Anfang Juni ihre Abschlussprüfungen. Edith Riefer wird allerdings erstmal keinen neuen Auszubildenden einstellen. "Aufgrund des Schulbuchmietsystems müssen wir mit einem Umsatzrückgang rechnen", sagt die Inhaberin der Buchhandlung König. Nadine Eichhorn allerdings wird weiter in der Buchhandlung arbeiten, wenn auch künftig als Teilzeitkraft. "Ich hänge an meine Ausbildung den Betriebswirt des Buchhandels an. Diese Weiterbildung dauert zwei Jahre und setzt auch die praktische Arbeit in einer Buchhandlung voraus", berichtet die Auszubildende. Wie es danach weiter geht, weiß sie noch nicht. Jedenfalls würde sie gern in einer Buchhandlung bleiben.




HintergrundBuchhändler ist der klassische Beruf im Bucheinzelhandel. Das Hauptarbeitsgebiet umfasst den Ein- und Verkauf von Büchern, die Sortimentsgestaltung, die Beratung der Kunden. Neben kaufmännischem ist auch werbliches und marktwirtschaftliches Denken gefragt. Am Gespür für Trends und an den Kundenbedürfnissen orientiert sich sowohl die Sortimentsgestaltung als auch deren Profil. Bei dem Beruf des Buchhändlers handelt es sich um einen kaufmännischen Beruf. red