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Lauter Lieblingsplätze

 Schmelzer Idylle: Auch die Bettinger Mühle mit ihrem wunderschönen Bauerngarten zählt zu den „Lieblingsplätzen“ von Reiseführer-Autorin Angelika Lauriel. Foto: Angelika Lauriel/Gmeiner
Schmelzer Idylle: Auch die Bettinger Mühle mit ihrem wunderschönen Bauerngarten zählt zu den „Lieblingsplätzen“ von Reiseführer-Autorin Angelika Lauriel. Foto: Angelika Lauriel/Gmeiner FOTO: Angelika Lauriel/Gmeiner
Heusweiler. Auf Überblick über die Region oder gar Vollständigkeit zielt Angelika Lauriels neues Buch „Genießen in Saar-Lor-Lux“ gar nicht erst ab. Die Heusweiler Autorin macht die persönliche Auswahl zum Prinzip. Oliver Schwambach

Ausgerechnet die Saarschleife: Eben die wollte Angelika Lauriel nicht auf dem Titel ihres Reiseführers haben. Zu oft fotografiert, zu oft gedruckt. Doch der Gmeiner-Verlag hat das saarländische Motiv schlechthin dann doch genommen. Mittlerweile aber hat sich die Heusweiler Autorin damit anfreunden können: "Das Buch ist ja für ganz Deutschland gedacht." Dabei unterscheidet sich ihr Band - wie die gesamte Reihe des baden-württembergischen Verlags - merklich von anderen Regionalführern. Die Dolmetscherin für Englisch und Französisch, die sonst Krimis (aktuell: "Der Tod steht mir nicht") und Jugendbücher verfasst, präsentiert in "Genießen in Saar-Lor-Lux" die Region in Form von "66 Lieblingsplätzen und 11 Genusstipps". Ein Mosaik also statt des Versuchs einer klassischen Gesamtschau.

Das schließt dennoch viele der zu erwartenden Orte ein: Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel mit ihren Wahrzeichen etwa. Doch sie stellt auch die Prämienhäuser (Spiesen-Elversberg) vor, wo Bergleute erstmals ein vernünftiges Quartier bekamen. Lauriel weitet zudem um das Saarland herum den Horizont, lädt zu Exkursionen nach Saargemünd, Saarburg und Luxemburg ein.

Die Autorin folgt da ganz der Wortidee von "Lieblingsplätzen": Sie empfiehlt einem Sehenswertes wie eine Freundin, die begeistert davon erzählt. Sehr persönlich - und manchmal auch ein bisschen lässig in den Fakten. Letztlich aber ist es dieser "Da musst du mal hin"-Faktor, der den Band auszeichnet. Eine Stärke, die freilich auch eine Kehrseite hat. Einen wirklich einordnenden Überblick über die Region liefern die insgesamt 77 Stücke nicht. Zudem sind manche Tipps auch fragwürdig: Dass Lauriel im Beitrag zum Saarbrücker Ophüls-Festival just den Cinestar preist, ein Multiplex-Kino, wie es Dutzende in Deutschland gibt, und darüber das Saarbrücker Filmhaus vergisst, irritiert doch. Aber schließlich sind es ja Angelika Lauriels Lieblingsplätze.

Angelika Lauriel: "Genießen in Saar-Lor-Lux", Gmeiner-Verlag, 190 Seiten, 14,90 Euro. Am Donnerstag, 20 Uhr, stellt die Autorin ihren aktuellen Krimi "Der Tod steht mir nicht" im Hotel Saarpark in Mettlach vor.