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"Ich kann sofort loslegen"SZ-Podiumsdiskussion mit den Kandidaten

Umreißen Sie kurz die dringlichsten Aufgaben in der Stadt.Fried: Eine Stadt ist immer eine "Unvollendete". Insofern gibt es auch immer neue Herausforderungen. Die wichtigsten Aufgaben sehe ich in den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsmarkt, bei der Familien- und Sozialpolitik sowie bei der Verbesserung der Situation in der Innenstadt

Umreißen Sie kurz die dringlichsten Aufgaben in der Stadt.Fried: Eine Stadt ist immer eine "Unvollendete". Insofern gibt es auch immer neue Herausforderungen. Die wichtigsten Aufgaben sehe ich in den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsmarkt, bei der Familien- und Sozialpolitik sowie bei der Verbesserung der Situation in der Innenstadt. Insofern gilt es, Neunkirchen als Wirtschafts- und Einkaufsstadt zu stärken, als kinder-, jugend-, familien- und seniorenfreundliche Stadt weiter zu entwickeln und als eine soziale Stadt von Menschen für Menschen zu gestalten. Für all dies habe ich die entsprechenden Ideen und Pläne.Welcher Stadtteil hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren am besten entwickelt?Fried: Neunkirchen hat sich überall gut entwickelt. Insbesondere in den Außenstadtteilen funktioniert das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger besonders gut. Auch in der City wurde erheblich investiert, ebenso in Wellesweiler durch die Neugestaltung der Ortsmitte.Welcher Stadtteil hat den größten Nachholbedarf?Fried: In der Neunkircher Innenstadt, am Rande der City, leben viele Menschen mit Migrationshintergrund und auch mit sozialen Problemen. Es geht also um die Integration der dort lebenden Menschen. Darüber hinaus muss es interessanter werden, auch in der Innenstadt zu wohnen, insbesondere für ältere Menschen. Deshalb muss die Stadterneuerung weiter gehen. Es soll sich neues städtisches Leben entfalten, zum durch Beispiel Schaffen von Wohnungen für ältere Menschen wie auch für junge Familien. Hierzu sind städtebauliche Maßnahmen im Bereich der Blies- und der Bahnhofstraße sowie der Lindenallee vorgesehen. Ebenso geht es um Sanierungsmaßnahmen im Ortskern Wiebelskirchen und der Kuchenbergstraße.Auf welchem Sektor sehen Sie die Zukunftschancen der Stadt?Fried: Neunkirchen ist immer noch auch Industriestadt. Allein etwa 3000 Arbeitsplätze gibt es im Bereich der Automobilzulieferer, aber andere Branchen sind ebenfalls gut vertreten. Sehr gut aufgestellt sind wir aber auch in den Bereichen Gesundheitswesen und Medizintechnik. Gerade diese Bereiche werde ich in Zukunft stärker fördern, vor allem durch Einrichtung eines Gründerzentrums, in dem junge, aufstrebende Unternehmen unterstützt werden.Was würden Sie im Falle einer Wahl sofort anpacken?Fried: Es geht zunächst darum, die bisherige gute Arbeit mit Kontinuität weiter zu führen. Die Projekte, die bereits von Fritz Decker und mir entwickelt wurden, werden fortgeführt. Die Entwicklung der Innenstadt, das Leerstandsmanagement, die Stärkung der Wirtschaft, eine engagierte kommunale Arbeitsmarktpolitik sind nur einige Aufgabenfelder, denen ich mich widmen möchte. Ich kann sofort loslegen. Insofern werden die Ärmel hoch gekrempelt, und es wird ordentlich weiter gearbeitet. Daneben werde ich sehr viele Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung führen. In diesen Gesprächen geht es dann um die konkrete Umsetzung meiner Vorstellungen zur Stadtentwicklung und vor allen Dingen darum, dass die Verwaltung Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ist.Welches Naherholungsgebiet schätzen Sie am meisten im Bereich der Stadt?Fried: Neunkirchen besteht zu fast 70 Prozent aus Wäldern und landschaftlichen Flächen. Es gibt hier also viele interessante Naherholungsgebiete, zum Beispiel der Premiumwanderweg in Hangard, aber auch die Landschaft der Industriekultur in Heinitz. Ich selbst bin auch gerne in dem großen Waldgebiet zwischen Furpach und Kirkel, wie auch im Kasbruch, wo ich als Kind schon gespielt habe.Gibt es Prinzipien, von denen Sie nicht abgehen möchten?Fried: Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit sind wichtige Prinzipien, weil sich hierauf auch Vertrauen aufbaut im sozialen Miteinander. Hinzu kommt Solidarität, ohne die eine Verantwortung für sozialen Fortschritt nicht entsteht.Haben Sie eine Vision? Utopie?Fried: Neunkirchen ist eine Stadt, die die Bedürfnisse aller hier lebenden Menschen befriedigt - in der sich gut leben, wohnen und arbeiten lässt, in der die Bürger zufrieden, friedlich und sicher zusammen leben und in der es eine Neunkircher Identität gibt. Und in der Werte wie Toleranz, Solidarität und Achtung vor Anderen gelebt werden. Das ist meine Vision, die allen zu Gute kommt und zuversichtlich macht. Gemeinsam packen wir's.Welches war das wichtigste politische Ereignis in Ihrer bisherigen politischen Laufbahn?Fried: Das war die Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2000 und die Wiederwahl im Jahr 2008 mit den Stimmen der SPD, der FDP, der Grünen und von einigen CDU-Ratsmitgliedern. Ferner die Nominierung zum Oberbürgermeisterkandidaten durch die SPD auf Vorschlag von Fritz Decker.Was werden Sie am Wahlabend tun?Fried: Durchatmen und mit meiner Familie und Freunden und Bekannten etwas Kühles trinken.Was glauben Sie, wie viele Stunden Sie als Oberbürgermeister pro Woche arbeiten würden?Fried: Werktags sicherlich zumindestens zwölf Stunden, wobei dann noch viele Termine an den Wochenenden stattfinden. Aber diese Arbeitsbelastung bin ich seit acht Jahren als Bürgermeister gewohnt und kann gut damit umgehen.Müsste Ihre Familie zurückstecken?Fried: Meine Familie hat meinen Beruf bisher bereits positiv mitgetragen und wird dies auch in Zukunft tun.Haben Sie noch Vorlieben außer der Politik und welche?Fried: Das ist der Sport, vor allen Dingen der Handballsport. Ich habe selbst Handball gespielt und war auch lange Abteilungsleiter beim TuS Neunkirchen und Präsident des Handballverbandes Saar. Darüber hinaus mag ich interessante Filme und Theater und genieße unser Neunkircher Kulturprogramm. Genauso gerne mag ich aber einen schönen Abend mit meiner Familie oder mit langjährigen Freunden.Welches sind Ihre Vorbilder und warum?Fried: Das ist ganz eindeutig im politischen Bereich Helmut Schmidt, weil er geradlinig und verlässlich war und mit seiner politischen Autorität und Klugheit viele Krisen gemeistert hat.Wann sagen Sie von sich: Ich bin zufrieden!Fried: Es gibt jeden Tag neue Aufgaben, die zu bewältigen sind, im privaten wie auch im beruflichen Bereich. Zufrieden bin ich also dann, wenn die Aufgaben erledigt sind. Allerdings gibt es in meinem Leben glückliche Momente, zum Beispiel wenn ich mit meiner Familie in Urlaub fahre oder wir an Festtagen zusammen sind.Welche Musik hören Sie, wenn Sie nach einem nervigen Tag entspannen wollen?Fried: Entspannen kann ich mich am besten in der Natur. Wenn ich Musik höre, dann am liebsten die Beatles und französische Chansons.Was essen und trinken Sie am liebsten?Fried: Meine Lieblingsspeisen sind Rinderrollbraten, auch Bratkartoffeln und Apfelkuchen. Ich bin Biertrinker, mag allerdings auch gerne Rotwein.Was fingen Sie mit dem Leben an, wenn Sie heute 20 wären?Fried: Ich würde das selbe Leben noch einmal führen, auch mit den selben Fehlern. Vielleicht würde ich, wenn es möglich wäre, die ersten Lebensjahre meiner Tochter bewusster miterleben.Neunkirchen. Am Sonntag, 7. Juni, wird in Neunkirchen ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Die drei Bewerber um die Nachfolge von Amtsinhaber Friedrich Decker (SPD) sind Jürgen Fried (SPD), Michael Schley (CDU) und Bernd Thul. Im Vorfeld der Wahl laden SZ und SR für Freitag, 15. Mai, um 19 Uhr zur Podiumsdiskussion ins Bürgerhaus Neunkirchen ein. Bereits im Vorfeld können Sie uns Ihre Fragen an die OB-Kandidaten schicken. Nutzen Sie dazu bitte den nebenstehenden Coupon. ji


Zur PersonName: Jürgen Fried Geburtstag: 14. 10. 1953 Wohnort: Neunkirchen Familienstand: verheiratet Konfession: evangelisch Ausbildung: Rechtsanwalt Beruf: Bürgermeister Parteizugehörigkeit: SPD seit 1983 Parteiämter: Beisitzer Ortsverein Oberstadt