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Guter Anfang für eine gesündere Zukunft

Quierschied. In vielen bundesweiten Statistiken zum Thema Gesundheit rangiert das Saarland auf hinteren Rängen. Das soll anders werden. Wie es gehen kann, erfuhr man jetzt in Quierschied. Von SZ-MitarbeiterPatric Cordier

Mit der Präventionskampagne "Das Saarland lebt gesund" wollen die Kooperationspartner Land, Kreise, Kommunen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland (LAGS) "einen ganzheitlichen Ansatz für die gesunde Lebensführung" bieten, wie Gesundheitsminister Andreas Storm am Mittwoch in Quierschied sagte. Die Gemeinde ist der mittlerweile 30. Kooperationspartner bei "Das Saarland lebt gesund".

"Man muss das Rad nicht neu erfinden", sagte Quierschieds Bürgermeisterin Karin Lawall im Hinblick auf die in der Gemeinde bestehenden Strukturen in Bereich der Gesundheitsvorsorge. Dabei hob sie vor allem die Vereine hervor, die mit ihren zahlreichen Angeboten ihren Beitrag zur Prävention und Rehabilitation leisten. Genau auf diese Strukturen zielt das Projekt ab. Es soll Angebote besser vernetzen und für Interessentinnen und Interessenten somit besser nutzbar machen. "Die Frage ist: Wie können wir gute Ideen greifbar machen?", fragte Minister Storm und gab selbst die Antwort: "Wir brauchen ein großes Netzwerk. Dabei ist Nachmachen ausdrücklich erwünscht."

Quierschied wird sich mit den Aktionen Qi-Gong und Wirbelsäulengymnastik des Kneipp-Vereins sowie Sportabzeichen und Konorarsport des Turnvereins, als auch mit verschiedenen Angeboten der Gesundheitsberaterin Stefanie Schneider in das Projekt einbringen. Die Gemeinde Quierschied wird wie die anderen bereits teilnehmenden Kommunen ebenfalls eine Lenkungsgruppe bilden. Vorerst haben sich Kneipp-Verein, Turnverein und Stefanie Schneider bereit erklärt, in dieser Lenkungsgruppe mitzuwirken. Die Qi-Gong-Gruppe des Turnvereins zeigte im Rahmen der Veranstaltung zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, wie man mit fließenden Bewegungen nicht nur den Körper sondern auch den Geist trainiert. Es gebe viele Wege zur eigenen Mitte, so Minister Storm, zumindest einen davon zu beschreiten, wäre vor dem Hintergrund der zunehmenden auch mentalen Belastung am Arbeitsplatz mehr als wünschenswert. Darum richten sich die Inhalte von "Das Saarland lebt gesund" nicht nur an Kinder und Jugendliche oder an Seniorinnen und Senioren.

Angesichts der erschreckenden Zunahme des Burn-Out-Syndroms in der Bevölkerung ist auch die berufsbezogene Gesundheitsvorsorge ein wichtiges Feld des Projekts.

"Es ist ein Projekt, das auf Dauer angelegt ist und das gesamte Saarland umfasst. Damit gehört endlich der Flickenteppich verschiedener lokaler Fördermaßnahmen der Vergangenheit an", erklärte Armin Beck, der Vorsitzende der LAGS, "das große Interesse hier zeigt, dass es in Quierschied eine gute Basis für die Entwicklung gibt."

Über 50 Bürgerinnen und Bürger waren am Mittwoch ins Rathaus gekommen - ein guter Anfang für eine gesündere Zukunft.