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Fastnachts-Partys im Zirkuszelt

Heiligenwald. Als Notlösung wird die Helliwalder Faasenacht beim TV Heiligenwald in diesem Jahr in einem Zirkuszelt gefeiert. Für die vereinseigene Jahnturnhalle gibt es nach neuer Gesetzeslage noch keine Freigabe für Veranstaltungen mit mehr als 199 Personen. Von SZ-Redakteurin Claudia Emmerich

"So ein Zirkus um die Hall" ist in diesem Jahr das Motto der Helliwalder Faasenacht beim Turnverein, gemeinsam mit anderen ortsansässigen Vereinen. Und das im buchstäblichen Sinne. Denn: Närrisch zu geht es an den tollen Tagen beim TVH nicht wie gewohnt in der vereinseigenen Jahnturnhalle, sondern in einem Zirkuszelt vor der Halle. 26 Meter Durchmesser, Platz für annähernd 1000 Menschen. Eine Notlösung, wie die Verantwortlichen im Gespräch mit unserer Zeitung berichten. "Angeblich sind wir keine Versammlungsstätte mehr", erklären der 1. Vorsitzende Peter Wahlster, Kassierer Horst Krummenauer, Schriftführerin Anke Krummenauer und Stephan Mathei, verantwortlich für die Handballabteilung. Das sei Folge der neuen Versammlungsstättenverordnung aus 2012 nebst neuer Brandschutzverordnung. Diese gelten für Veranstaltungen mit mehr als 199 Personen. "Erforderlich ist jetzt ein genehmigter Bestuhlungsplan für Brandsicherheitswachen." Heißt: In der Vergangenheit hatte die Feuerwehr angepasst auf Fläche und Besucherzahl Teams abgestellt, jetzt nur nach genehmigten Bestuhlungsplan. Und den hat der an die 700 Mitglieder starke Verein mit zehn Sparten von Aerobic bis Zumba zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Wahlster: "Wir fragen uns, warum die Versammlungsstättenverordnung keine Ausnahmeregelungen vorsieht." Eingereicht hatte der TVH seinen Bestuhlungsplan bei der Unteren Bauaufsicht, als sich die Gesetzeslage änderte. Bis Frühjahr 2013 lag keine Antwort vor. So fand Fastnacht im Vorjahr noch in der Halle statt. In diesem Jahr geht das nicht mehr. Eine Nachfrage ergab: "Der Bestuhlungsplan kann nicht genehmigt werden, da die Halle keine Versammlungsstätte ist."

Kopfschütteln beim TVH: "Die Halle ist seit über 50 Jahren als Versammlungsstätte angesehen worden. Sie wurde regelmäßig überprüft, wir haben immer alle Brandschutzauflagen erfüllt." Um jetzt offiziell Versammlungsstätte zu werden, muss der Verein einen Bauantrag nebst Brandschutzkonzept einreichen. Mit Hilfe eines Ingenieur- oder Architekturbüros: "Das wollen wir in Angriff nehmen, wenn der Fastnachtstrubel vorbei ist." Das werde Geld kosten. Das Umsetzen von Vorgaben im Bebauungsplan ebenfalls: "Und dann können wir nicht sicher sein, ob letztlich die Abnahme gut über die Bühne geht." Die Finanzen machen den Verantwortlichen schon Sorgen: "Wenn wir über Veranstaltungen in unserer Halle keine Einnahmen erzielen können, zieht uns das unsere Existenzgrundlage weg." Fastnacht, Oldie-Abend oder Muschelessen - das füllte die Halle mit Schankraum, Nebenzimmer und Saal, füllte auch die Kasse von Pächter und Verein. Für die Fastnacht im Zelt hoffen sie auf "eine schwarze Null".



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Auf einen BlickHelliwalder Faasenacht: Fetter Donnerstag mit den Handballern ab 20.11 Uhr. Samstag Maskenball ab 20.11 Uhr. Sonntag Kindermaskenball ab 15.11 Uhr; Rosenmontag Verhaftungsaktion, Dienstag Umzug-Nachlese und Beerdigung der Fasend. Das Programm ist auch im Internet einzusehen unter www.tv-heiligenwald.de. cle