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Erneut die höchste Aufklärungsquote im Saarland

Kreis Neunkirchen. Deutlich mehr Wohnungen als im Jahr zuvor sind 2008 im Kreis Neunkirchen aufgebrochen worden. Nach Angaben der Neunkircher Polizei stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um 35 Prozent auf 242. Auch Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte nahmen zu. Die Zahl der Raubstraftaten nahm mit einem Minus von 38 Prozent dagegen deutlich ab

Kreis Neunkirchen. Deutlich mehr Wohnungen als im Jahr zuvor sind 2008 im Kreis Neunkirchen aufgebrochen worden. Nach Angaben der Neunkircher Polizei stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um 35 Prozent auf 242. Auch Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte nahmen zu. Die Zahl der Raubstraftaten nahm mit einem Minus von 38 Prozent dagegen deutlich ab. Auch die Aufklärungsquote sank, ist mit 58,2 Prozent aber im Saarland weiterhin führend.Polizeidirektor Günter Kremer (Foto: SZ), Leiter der Polizei im Landkreis Neunkirchen, stellte am Mittwoch die Kriminalstatistik für den Kreis vor. Im Kreis Neunkirchen sind die Fallzahlen im Vergleich zu 2007 um 422 auf nun 9764 gestiegen, das ist ein Plus von 4,5 Prozent. Damit liegt der Kreis Neunkirchen unter der landesweiten Entwicklung, die eine Steigerung um 5,9 Prozent aufweist. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote (AQ) lediglich um 0,6 Prozent. Für den Kreis Neunkirchen wurde mit 58,2 Prozent weiterhin die landesweit höchste AQ erreicht werden. (Landesdurchschnitt: 53,5 Prozent). Als erfreulichsten Trend im Jahre 2008 bezeichnete der Polizeidirektor den Rückgang der Raubdelikte um 24 Fälle auf zwischenzeitlich 39 Fälle. Sorgen bereitet Kremer jedoch insbesondere der Anstieg der Wohnungseinbrüche. Hier stiegen die Fallzahlen um 63 auf 242 in 2008. Allein die Wohnungseinbrüche zur Tageszeit (Tageswohnungseinbrüche) erhöhten sich um 58 auf 137 Fälle; ein Anstieg um 73,4 Prozent. "Auf diese Entwicklung haben wir bereits reagiert", betonte Kremer. Landesweit wurden in einer Sonderkommission Spezialisten zusammengezogen, die insbesondere die überörtlich agierenden Tätergruppen bekämpfen. Kremer: "Bei unserer Ermittlungsarbeit sind wir jedoch auf den wachsamen Bürger angewiesen, der uns Auffälligkeiten sofort meldet." Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen stagniert die Gesamtzahl im Kreis in den letzten Jahren auf hohem Niveau. Beachtenswert ist jedoch, dass in diesem Deliktsbereich sich die Fälle im Jahr 2008 um 21,5 Prozent auf 147 Fälle in den öffentlichen Raum verlagert haben. Die Polizei stellt in ihren Beratungsgesprächen fest, dass insbesondere ältere Bürger große Angst haben, Opfer einer solchen Straftat zu werden. Die Statistik zeigt jedoch auf, dass Personen über 60 Jahre nur zu 3,6 Prozent unter den Opfern von Körperverletzungsdelikten vertreten sind. Bei den Betrugsdelikten ist im Bereich Erschleichen von Leistungen ("Schwarzfahrer") ein erheblicher Anstieg festzustellen. Hier stiegen die Zahlen im Vergleich von 61 in 2007 um satte 131,3 Prozent auf 141 Fälle in 2008; mit einer Aufklärungsquote von 95,7 Prozent. Der Anstieg erklärt sich aus deutlich erhöhten Kontrollmaßnahmen im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs. red