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Aktionstag
Erlebnistag endete mit kalter Dusche

Der dreijährige Noah haut gleich zwei gestandene Bo-Kata-Kämpfer um. Das war Teil der Demo der Fighting Wolves auf der Bühne.
Der dreijährige Noah haut gleich zwei gestandene Bo-Kata-Kämpfer um. Das war Teil der Demo der Fighting Wolves auf der Bühne. FOTO: Frank Faber
Bosen. Zahlreiche Vereine stellten sich am Samstag am Bostalsee vor. Doch dann machte ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Von Frank Faber

Der Sport- und Erlebnistag am Bostalsee musste am Samstag um 14.30 Uhr wegen eines heftig anhaltenden Unwetters abgebrochen werden. „Ich hatte die Schauer im Fernsehen vorausgesagt. Insofern kann ich mir nichts vorwerfen“, sagte Moderator und SR-Wetterfrosch Michael Friemel. Ein paar Stunden zuvor hatten Vereine, Verbände und Organisationen aus der Region ihre Stände aufgebaut, um den Besuchern ihr Angebot vorzustellen und Werbung in eigener Sache zu betreiben. Das Publikumsinteresse hielt sich allerdings merklich in Grenzen. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich sportbegeisterte Menschen ihre Freizeitaktivitäten für den Samstag nach Friemels Wetterprognose einteilten. So verpassten die Besucher ein Ranglistenturnier des Deutschen Tischfußball Bundes für Junioren, das der Tischfußballclub (TFC) St. Wendel initiierte.


Einem größeren Ball rannten G-Jugendliche hinterher, ehe ein aufziehendes Gewitter sie frühzeitig abduschte. Vier Bliesener Nachwuchskicker waren vorher noch am Naturlernmobil bei der Vereinigung der Saar-Jäger aufgetaucht. Toni Schäfer berichtete ihnen, warum Wildschweine sich so nahe an einer Ortschaft blicken lassen. „Sie suchen Nahrung und in vielen Fällen bleiben ja die Äpfel an den Bäumen der Streuobstwiesen hängen“, erzählte Schäfer. Den Stand daneben leitete Römerin Carmen Kessler von der Terrex gGmbH, die sich mit der Erforschung der Römer und dem keltischen Stamm der Treverer in der Region beschäftigt. Römerin Carmen präsentierte steinalte Brettspiele, die den heutigen Gesellschaftsspielen Dame und Mühle sehr ähneln. „Ihre Spiele haben die Römer auf der Straße und in Steine eingeritzt und dann gespielt“, erklärte Archäologe Klaus-Peter Henz.

Gerade noch rechtzeitig konnten die Kampfsportler der Fighting Wolves aus Wolfersweiler ihre Bühnendemonstration beenden und die Jäger ihre ausgestopften Tiere im Naturlernmobil verstauen. Denn es wurde immer dunkler am Himmel, entfernter Donnerhall war nicht mehr zu überhören. Auch nicht die Lautsprecherdurchsage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): „Wir bitten alle Badegäste, sofort aus dem Wasser zu kommen.“ Im Nu krachte es am bedrohlich aussehenden Himmel, der einen Regenguss in Bindfadenstärke über dem Bostalsee auskippte. Eine Gruppe Nordic Walker, die für die Abnahme des Sportabzeichens unterwegs war, kam völlig durchnässt wieder im Strandbad an. Dort suchten die Sportler und Besucher Schutz unter den Zeltdächern und Pavillons. Um 14.30 Uhr schaltete Moderator Friemel letztmals das Mikrofon an und teilte den Abbruch des Sport- und Erlebnistages mit. Eine Fortführung hätte auf nassen, sumpfigen Wiesen keinen Sinn mehr ergeben.

Besucher und Akteure des Sport- und Erlebnistages drängen sich unter den vor Regen schützenden Zeltdach.
Besucher und Akteure des Sport- und Erlebnistages drängen sich unter den vor Regen schützenden Zeltdach. FOTO: Frank Faber