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Eine Kantine für bedürftige Menschen

Neunkirchen. Rinderroulade, Rotkohl und Püree. Deftige Hausmannskost gab es gestern beim Hüttenberger Mittagstisch. Eine warme Mahlzeit, die nicht nur schmackhaft, sondern auch noch preisgünstig und für einige Hungrige sogar kostenlos ist. Bedürftige Menschen können in Neunkircher Pfarrämtern nach Bons für den Mittagstisch nachfragen Von SZ-Redakteurin Heike Jungmann

Neunkirchen. Rinderroulade, Rotkohl und Püree. Deftige Hausmannskost gab es gestern beim Hüttenberger Mittagstisch. Eine warme Mahlzeit, die nicht nur schmackhaft, sondern auch noch preisgünstig und für einige Hungrige sogar kostenlos ist. Bedürftige Menschen können in Neunkircher Pfarrämtern nach Bons für den Mittagstisch nachfragen. Im vergangenen Jahr wurden 6475 kostenfreie Mittagessen im Pfarrheim der Herz-Jesu-Kirche in der Norduferstraße ausgegeben. Das sind 420 Gutscheine weniger als 2007, trotzdem mussten die beteiligten Kirchengemeinden (siehe Infokasten) mehr Geld für diese Hilfsleistung bereitstellen. Oswald Jenni, Diakon der Pfarrei St. Marien, erläuterte im SZ-Gespräch die Hintergründe. "Das Essen wird von der Arbeitslosenselbsthilfe, der ASH Neunkirchen, zubereitet und verteilt." Die ASH, eine Einrichtung der Diakonie, erhält seit vergangenem Sommer weniger öffentliche Zuschüsse für das Personal, das sie auf dem Zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt. Die erhöhten Personalkosten schlagen sich auf die Preise für die Essensgutscheine für Bedürftige nieder. Den Hüttenberger Mittagstisch nutzen aber auch ältere Menschen aus der Umgebung, die für sich allein nichts kochen und die zudem ein bisschen Gesellschaft beim Essen suchen. Sie bezahlen 2,50 Euro pro Mahlzeit. "Es werden bis zu 50 Essen am Tag ausgegeben", berichtet Jenni. Zwei Drittel davon über Gutscheine. Angesichts der sozialen Situation dieser Menschen sei mit einem weiteren Anstieg der Kosten im Jahr 2009 zu rechnen. "Um diese Hilfen auch in diesem Jahr zu finanzieren, sind die Kirchengemeinden auf weitere großzügige Spenden angewiesen", appelliert der Diakon an die Hilfsbereitschaft der Menschen, denen es besser geht als jenen, die beim Hüttenberger Mittagstisch Rouladen, Rotkraut und Püree ohne Rechnung serviert bekommen. Meinung



Nicht nur auf andere verlassen

Von SZ-RedakteurinHeike Jungmann Der Hüttenberger Mittagstisch ist eine der sozialen Einrichtungen von Neunkirchen, die die Löcher im sozialen Netz kleiner machen. Eine gute, eine unterstützenswerte Initiative der Kirchengemeinden. Erschreckend ist es jedoch, dass zunehmend junge Familien mit ihren Kindern dieses Angebot nutzen. Sie haben es nicht gelernt, wie unsere Großeltern aus Wenig etwas zu machen. Ideen, wie etwa mit der Neunkircher Tafel einen Kochkurs anzubieten, sollten deshalb so schnell wie möglich umgesetzt werden. Denn Hilfe zur Selbsthilfe ist immer noch die beste Unterstützung. Nicht nur in Afrika. Auf einen BlickAn der Finanzierung des Hüttenberger Mittagstisch beteiligte Kirchengemeinden: Evangelisch: Neunkirchen, Wellesweiler, Scheib-Furpach, Wiebelskirchen, Spiesen-Elversberg, Heiligenwald und Landsweiler. Katholisch: St. Marien. Pfarreien des Dekanates Neunkirchen geben einen Solidaritätsbeitrag zur gemeinsamen Aufgabe. Um die Hilfen finanzieren zu können, sind die Kirchengemeinden auf Spenden angewiesen. Ansprechpartner sind die Pfarrämter und Diakon Oswald Jenni unter (06821) 2 24 14. hek