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Eine Anlaufstelle für Frauen seit 25 Jahren

Homburg. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises finden in diesem Jahr hochkarätige Veranstaltungen zu verschiedenen Themen statt. Bei der Auftaktveranstaltung wurde die Arbeit des Frauenbüros gewürdigt. Von SZ-MitarbeiterBernhard Reichhart

Seit 25 Jahren gibt es das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises. Seit zehn Jahren existiert die dort angesiedelte Koordinationsstelle Frau & Beruf, ein Kooperationsprojekt, das mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) zielgruppenspezifische Beratung und Qualifizierung für Frauen anbietet. Vor fünf Jahren wurden die vom Europäischen Integrationsfonds (EIF) geförderten Projekte zur gesellschaftlichen Integration von Frauen mit Migrationshintergrund aus der Taufe gehoben.

Um diesen drei Geburtstagen einen gebührenden Rahmen zu verleihen, hat sich das Team des Frauenbüros etwas Besonderes einfallen. Anstelle der bisherigen Frauen-Kultur-Aktionswochen finden über das Jahr verteilt hochkarätige Veranstaltungen zu verschiedenen Themen statt. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres gastierte mit dem Homburger Frauenkabarett ein gern gesehener Gast im Kulturzentrum Saalbau. Landrat Clemens Lindemann (SPD) erinnerte dabei an "beherzte Diskussionen"und "den enormen Widerstand" im Zuge der Einrichtung eines Frauenbüros vor 25 Jahren.

Für die Leiterin des Frauenbüros, Birgit Rudolf, sei es in den Anfängen nicht einfach gewesen, doch habe sie sich einen guten Namen gemacht und viele Initiativen, Projekte und Kursangebote auf den Weg gebracht, so der Landrat. Heute sei das seit 2004 in den ehemaligen Räumen des Gesundheitsamtes untergebrachte Frauenbüro "eine schöne Anlaufstelle" für Frauen geworden. Durch Beratungen und Aktionen im Frauenbüro hätten viele Frauen "einen neuen Start und andere Perspektiven ins Leben gefunden", lobte Lindemann die engagierte Arbeit des Frauenbüros. "Viele Lebenswege von Frauen wurden dadurch positiv verändert".

Nach einem Vierteljahrhundert Gleichstellungsarbeit sei es nun an der Zeit, Bilanz zu ziehen und zu schauen, was in den vergangenen 25 Jahren frauenpolitisch passiert sei, betonte Rudolf. Die Einrichtung einer hauptamtlichen Frauenbeauftragten im Saarpfalz-Kreis sei nur durch das Engagement politischer Frauenverbände, nämlich der AsF und einzelner Frauen mit Unterstützung der Grünen, möglich gewesen, so Rudolf. Aus einer vermeintlichen "Eintagsfliege" mit geringer Ausstattung und ohne feste Verankerung sei "ein Dauerbrenner" geworden, stellte sie fest. Die Schwerpunkte der Tätigkeit von Frauenbüros und Gleichstellungsstellen hätten sich in den 25 Jahren verändert. So beschäftige sich die Mehrheit mit Fragen des demographischen Wandels (51,6 Prozent), mit der Arbeits- und Beschäftigungspolitik (46 Prozent) sowie dem Bereich Migration und Integration (42,5 Prozent). Viele Frauen hätten die Angebote des Frauenbüros in Anspruch genommen, sich beruflich beraten lassen, den Einstieg in den Beruf geschafft, Deutsch gelernt und auch ein Stückchen Heimat gefunden.

Die Servicezeiten des Frauenbüros, Scheffelplatz 1, in Homburg sind montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 15.30 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sowie nach Anmeldung unter Tel. (0 68 41) 1 04 84 64 oder (0 68 41) 1 04 81 90.