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Infoveranstaltung
Guter Unterricht trotz schlechter Umstände

Was wird aus dem Schulgebäude in Gonnesweiler wenn in Türkismühle neugebaut wird?
Was wird aus dem Schulgebäude in Gonnesweiler wenn in Türkismühle neugebaut wird? FOTO: Frank Faber
Walhausen. In der Walhauser Köhlerhalle ging es bei einer Info-Veranstaltung um den möglichen Neubau eines Grundschulgebäudes. Von Frank Faber

Die Grundschule der Gemeinde Nohfelden mit den Standorten Gonnesweiler und Sötern ist mit derzeit 285 Schülern an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. „Die Raumsituation entspricht nicht mehr modernen, pädagogischen Ansprüchen“, teilt Rektor Volker Morbe eingangs der Informationsveranstaltung in der Walhauser Köhlerhalle mit. Morbe leitet seit Februar 2014 die Grundschule und stellt das von der Schulkonferenz erarbeitete „Schulkonzept der Zukunft“ vor.


In den zurückliegenden vier Jahren hat sich die Zahl der Schüler um 20 erhöht. „Wir leisten einen guten Unterricht, obwohl die Umstände nicht optimal sind“, erläutert Rektor Morbe. Besonders für die Ganztagsschule seien die Räumlichkeiten zu klein. „Für die Zukunft muss etwas geschehen“, fordert er. Wegen der beiden Schulhäuser in Gonnesweiler und Sötern sei ein gemeinsames Schulfest nicht möglich, ein gemeinsames Sportfest in Gonnesweiler nur mit enormem logistischen Aufwand. Ein Förderunterricht sei schwierig zu gestalten, da sich die Fördergruppen auf beide Standorte verteilen. Dies treffe auch auf die Umsetzung von weiteren pädagogischen Konzepten wie beim Deutschunterricht für Migranten zu. „Dann haben wir die Situation, dass Eltern ihre Kinder an zwei Standorten haben“, erklärt der Schulleiter weiter.

Den Schulhof in Gonnesweiler findet er zu klein, die dortigen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten als unzureichend. Morbes Mängelliste reicht über den komplizierten Bustransport der Schüler bis hin zum fehlenden Raumangebot unter anderem für Klein- und Einzelgruppen. „In Gonnesweiler ist kein Notfallraum mit Liegemöglichkeit vorhanden“, bemängelt Morbe. Des Weiteren führt er marode Gebäudestrukturen an, rudert aber wieder zurück. „Es ist Kritik auf hohem Niveau“, relativiert er. Als mangelhaft bezeichnet der Rektor die Behindertengerechtigkeit der beiden Schulhäuser.



Abschließend stellt er den Antrag der Schulkonferenz vor, der wie folgt lautet: „Der Gemeinderat möge über einen Grundschulneubau an zentraler Stelle innerhalb der Gemeinde (zum Beispiel: Türkismühle) entscheiden, der nach modernsten pädagogischen Bedürfnissen als teilgebundene Ganztagsschule konzipiert wird.“ Es gehe darum, so Morbe, die Kinder optimal zu fördern und „wir können an beiden Standorten schlecht weiterarbeiten“.

Wie der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (CDU) berichtet, war bereits im April ein Gespräch wegen dem Anforderungsprofil eines Schulneubaus terminiert und die Bildung eines Arbeitskreises Grundschule Gemeinde Nohfelden beschlossen worden. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll einen möglichen Neubau oder die Erweiterungsmöglichkeiten im Bestand beider Schulhäuser eruieren. „Ende des Jahres soll uns der erste Entwurf der Studie zur Beratung in den Gremien vorliegen“, informiert Bürgermeister Veit. Als möglicher Standort für einen Neubau sei das Gelände Holzhauser Wald nahe dem Schulzentrum in Türkismühle ins Auge gefasst. Die Kosten dafür beziffert er in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags.

„Warum soll denn jetzt neugebaut werden? Und warum ist dann die Grundschule in Wolfersweiler überhaupt geschlossen worden, wenn jetzt die Schulen zu klein geworden sind?“, fragt Björn Alt aus Sötern nach. Veit argumentiert mit einer schulpolitischen Entscheidung, weil Ende des Schuljahres 2007/2008 in Wolfersweiler der Schulbetrieb eingestellt worden ist. Anfang nächsten Jahres, so blickt der Verwaltungschef voraus, soll die Entscheidung getroffen werden, wie es mit der Grundschule Nohfelden weitergeht.

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Christian Barth aus Sötern, den die SPD als Bürgermeisterkandidat aufgestellt hat, lehnt einen Neubau ab. „Das ist der Wunsch der Lehrer und Eltern“, betont Barth. Verwaltungschef Veit kündigt noch an, dass der Raumbedarf an Freiwilligen Ganztagsschule in Gonnesweiler über erweiterte Nutzungszeiten des Nebenraums der Halle nun gedeckt wird. Im Sötern soll der Raumbedarf über eine Container-Lösung im Gartenbereich der Schule gelöst werden. „Das soll keine Übergangslösung für zehn Jahre werden“, verspricht Veit, der dafür mit Investitionskosten in Höhe von 30 000 Euro rechnet.

Wie geht es weiter mit dem Grundschulstandort Sötern?
Wie geht es weiter mit dem Grundschulstandort Sötern? FOTO: Frank Faber
Schulleiter Volker Morbe plädierte für einen Grundschulneubau an zentraler Stelle.
Schulleiter Volker Morbe plädierte für einen Grundschulneubau an zentraler Stelle. FOTO: Frank Faber