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Insolvenz
Die Fans blieben aus, der Ärger kam

Sängerin Vanessa Mai beim Auftritt am Bostalsee.
Sängerin Vanessa Mai beim Auftritt am Bostalsee. FOTO: Frank Faber
Nohfelden/Idar-Oberstein. Riverflow Entertainment geht nach Flops am Bostalsee in Insolvenz.

Ein Reinfall war das Summer-Fade-Out-Festival im September 2017 am Bostalsee. Und das nicht nur wegen des Regens am Samstag. Erst sagten die Top-Acts des Sonntags, Lena Meyer-Landrut und Lukas Rieger,  ab; Rapper Kay One und Pietro Lombardi, bekannt aus „Deutschland sucht den Superstar“, sprangen ein. Dann löste auch noch Schlagerstar Vanessa Mai eigenmächtig den VIP-Bereich auf, weil sie es doof fand, dass die nur knapp 500 Fans auf der Festwiese zu weit weg standen. Das sorgte für Ärger. Schließlich hatten einige Besucher viel Geld für die teureren VIP-Tickets direkt an der Bühne bezahlt.


Obwohl sich Veranstalter Riverflow Entertainment entschied, als Trostpflaster beide Konzerte zum Preis von einem anzubieten, kamen an beiden Tagen nur etwa 800 Besucher.  Zu wenig. Mitte Februar hat das Amtsgericht Idar-Oberstein das Insolvenzverfahren gegen das junge Unternehmen eröffnet. Als Grund geben die beiden Geschäftsführer Kevin Quint und Tristan Logiewa „den schlechten Verlauf der beiden Veranstaltungen am Bostalsee“ an.  Der Schritt sei „schade, aber notwendig gewesen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Während die Veranstaltungssparte bald Geschichte sein wird, sei der Labelbetrieb – das Unternehmen Vegas Media Enterprises GmbH gründeten Quint und Logiewa im Sommer 2017 — von der Insolvenz nicht betroffen. Die Geschäftsleute wollten die Veranstaltungen klar  von Musikverlag und Tonstudio trennen.  Es werde also weiterhin in Idar-Oberstein Musik produziert, das neue Tonstudio haben die Beiden gerade erst eröffnet. Dort will Quint auch seine eigene Karriere vorantreiben. Nach eigenen Angaben liegen ihm „mehrere Angebote von größeren Labels der deutschen Musikszene“ vor. Unter anderem wird er am Sonntag, 25. März, neben den Rappern Kollegah und Farid Bang im Mainzer Europalace auftreten. Seine Solo-Karriere habe Priorität. Und auch Logiewa betont: „Derzeit liegt der Fokus klar auf dem Label und dem Vorantreiben unserer Artists Maxim, Rene Müller und Kevin Q.“

Kevin Quint.
Kevin Quint. FOTO: Alexander Hien