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Die Erde aus 900 Kilogramm Glas

Doris Reichert und Markus Hohlstein Fotos: Markus Hohlstein
Doris Reichert und Markus Hohlstein Fotos: Markus Hohlstein
Dudweiler/Klarenthal. Doris Reichert und Markus Hohlstein haben aus 7000 Glasteilen das Kunstobjekt „Die Erde“ entworfen. Das Material stammt dabei von der Erweiterten Realschule Sulzbach. Nun ziert die Installation das Erlebnisbergwerk Velsen. bo

Am Schachtende hinter dem Förderband im Erlebnisbergwerk Velsen hängt "Die Erde". In verschiedenen Farben leuchtend soll sie den Besuchern vermitteln: "Die Erde ist kurz vorm Zerspringen", wie Markus Hohlstein erklärt. Der Dudweiler Künstler hat das Glasobjekt gemeinsam mit seiner Partnerin Doris Reichert im ehemaligen Bergwerk im Saarbrücker Stadtteil Klarenthal entworfen und aufgehängt. Beeindruckende Ausmaße hat "Die Erde" dabei. Aus 7000 Glasteilen besteht die Installation, hat einen Durchmesser von mehr als einem Meter und bringt mehr als 900 Kilogramm auf die Waage. Zu viel also, um sie einfach auf dem Rücksitz eines Autos zu transportieren. Stattdessen haben Markus Hohlstein und Doris Reichert die Glasteile während zwei Fahrten auf einem Hänger in 25 Kartons zur ehemaligen Grube gefahren.

"Die Erde" besteht aus einer Innenkonstruktion aus Stahl, die Halt gibt und an der sie mit einer Panzerkette an der Decke aufgehängt werden kann. Lediglich die unteren etwa 25 Zentimeter sind zusammengeklebt, der Rest der Glasteile ist lose aufeinandergeschichtet. Das Glas selbst stammt von Fenstern der Erweiterten Realschule Sulzbach. Dabei ist es den Künstlern wichtig zu sagen, dass es sich nicht um Scherben im herkömmlichen Sinn handelt. Vielmehr wurde das Glas mit einer bestimmten Technik geschnitten, sodass etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Einzelstücke entstanden. "Aufgebaut haben wir an vier Nachmittagen in jeweils etwa vier Stunden", so Markus Hohlstein.

Da die Scherben trotzdem messerscharf sind, ist "Die Erde" zurzeit noch auf einem abgesperrten Podest zu bewundern. In Kürze soll die Absperrung weiter zum Objekt gebracht werden, damit man sich die Installation näher betrachten kann. "Die Erde" wird sowohl von Innen - durch LED-Technik - als auch von Außen - durch leistungsstarke Strahler - beleuchtet. Das Kunstwerk soll dann unter anderem als Anschauungsobjekt für Schüler dienen, die an Führungen durch das Erlebnisbergwerk teilnehmen. Natürlich soll es auch ein schmucker Mehrwert für die ehemalige Grube sein. "Wenn dadurch 100 Leute mehr kommen, wäre das doch toll", sagt Markus Hohlstein.

Seit etwa 20 Jahren hegt der gelernte Schlosser seine Leidenschaft für die Glaskunst. Zuerst fertigte er Weihnachtsbäume aus Glasteilen, inzwischen ist seine Kunst überregional begehrt. So zierte bereits ein leuchtender Weihnachtsstern aus Glas das Saarbrücker Schloss. Weitere Arbeiten sind im Erdgeschoss der Dudo-Galerie in Dudweiler zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Rechnet man die 7000 Glasteile von "Die Erde" übrigens auf die derzeit etwa sieben Milliarden an Weltbevölkerung hoch, ergibt sich pro Scherbe eine Einwohnerzahl von einer Million. "Ein Glasteil enthält also umgerechnet die Bevölkerungszahl des Saarlandes", so Markus Hohlstein philosophisch.



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