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Der Stein des Anstoßes

Tief in die Erde graben sich die Bagger im Kalksteinbruch im Gersheimer Ortsteil Rubenheim. Das Unternehmen möchte sich gerne vergrößern. Bei Anwohnern stößt das auf wenig Gegenliebe.Foto: Schickert
Tief in die Erde graben sich die Bagger im Kalksteinbruch im Gersheimer Ortsteil Rubenheim. Das Unternehmen möchte sich gerne vergrößern. Bei Anwohnern stößt das auf wenig Gegenliebe.Foto: Schickert FOTO: Schickert
Gersheim/Mandelbachtal. Der Kalksteinbruch in Rubenheim soll nach dem Willen des Betreibers deutlich größer werden. Dagegen laufen Bürgerinitiativen Sturm. Sie fürchten vor allem den Schwerlastverkehr, der damit verbunden sein könnte, und warnen vor Umweltschäden. Joachim Schickert

Die Interessengemeinschaft Erfweiler-Ehlingen gegen Schwerlastverkehr übergibt an diesem Freitag im Mandelbachtaler Rathaus rund 500 Bürger-Stellungnahmen gegen die Erweiterung des Rubenheimer Kalksteinbruchs. Seit Jahren schon steht Oliver Schmitt, Inhaber der Firma Naturprodukte Rubenheim (Napru) in der Kritik umliegender Orte. Hintergrund ist, dass Schmitt den Steinbruch von zehn auf 37 Hektar erweitern möchte. Letztlich wird das vom Innenministerium im Rahmen eines Zielabweichungs- und Raumordnungsverfahrens entschieden. Der Gemeinderat Gersheim hat sich für die Ausweitung des Abbaus im Ortsteil Rubenheim ausgesprochen, der Gemeinderat Mandelbachtal lehnte dies ab.

Bürgerinitiativen in Erfweiler-Ehlingen und Wolfersheim kritisieren unter anderem den Schwerlastverkehr , Lärm und Staub. Erfweilers Ortsvorsteher Michael Abel weist darauf hin, dass seine Bürger bei einer Erweiterung noch rund zwei Jahrzehnte mit dem enormen Schwerlastverkehr leben müssten. Außerdem sei der Plan nicht mit dem Biosphärengedanken verträglich. Das Abbaugebiet sei von Natur- und Umweltschutzgebieten umgeben, eine Kernzone der Biosphäre schließe sich an.

Die Wolfersheimer Bürgerinitiative gegen den Kalkschotter-Tagebau spricht von einer "schädigenden Wirkung" des Steinbruchs auf Mensch und Natur. Sie sieht darin eine Unvereinbarkeit mit dem nachhaltigen Wirtschaften, eine Zerstörung der Infrastruktur sowie eine Einschränkung der Lebensqualität.

Firmenchef Oliver Schmitt gibt sich derweil zuversichtlich, dass die Erweiterung in einigen Monaten genehmigt wird. "Ich habe zu Beginn alles abgewogen und auch fachlich überprüft. Es gibt eigentlich keinen Grund, die Erweiterung nicht zu genehmigen", ist der promovierte Ingenieur überzeugt. Die Auflagen und die Kosten für die Erweiterung seien sehr hoch.