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Sporttag
Danny Ecker gibt Stab an Nachwuchssportler weiter

Der Leichtathlet Danny Ecker 2009 bei den 56. Deutschen Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften in Leipzig.
Der Leichtathlet Danny Ecker 2009 bei den 56. Deutschen Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften in Leipzig. FOTO: dpa / Peter Endig
Bosen. Schüler für das Sportabzeichen begeistern: Das möchte der frühere Weltklasse-Stabhochspringer am morgigen Freitag beim Tourstopp am Bostalsee erreichen. Von Frank Faber

Für Stabhochspringer Danny Ecker geht es in seiner aktiven Zeit hoch hinaus. 2007 hat er mit übersprungenen 5,81 Metern bei den Olympischen Spielen in Osaka (Japan) die Bronzemedaille geholt. Im gleichen Jahr gewinnt der gebürtige Leverkusener bei der Halleneuropameisterschaft im englischen Birmingham mit einer Höhe von 5,71 Metern die Goldmedaille. 2012 hat sich der heute 40-Jährige vom Leistungssport verabschiedet.


Am morgigen Freitag ist Ecker als Sportbotschafter beim Sportabzeichen-Tourstopp am Bostalsee im Einsatz. Dazu werden mehr als 1000 Schüler aus dem gesamten Landkreis erwartet. Übrigens. Der ehemalige Spitzensportler hat während seiner Zeit als Schüler nie das Sportabzeichen abgelegt. „Ich war schon im Alter von fünf Jahren im Verein und dann ging es immer zu Wettkämpfen“, blickt er zurück. Seine Mutter, die Weltklasse-Leichtathletin Heide Ecker-Rosendahl, hat bei den Olympischen 1972 in München die Goldmedaille im Weitsprung und mit der Vier-mal-100-Meter-Staffel. Vater John Ecker war ein überragender Basketballer, der für Bayer Leverkusen gespielt hat. Ihr Sohnemann hat eine Art Mischung aus ihren für seinen eigenen Weg übernommen. „Bis zum achten Lebensjahr habe ich Basketball gespielt, dann mit neun Jahren als Mehrkämpfer in der Leichtathletik verstärkt mit dem Hochsprung in Leverkusen begonnen“, erzählt er. Heutzutage fühlt er sich dem Sport, besonders der Leichtathletik, immer noch sehr verbunden. „Ich sehe aber auch, dass die Entwicklung weg von den klassischen Disziplinen der Leichtathletik geht“, stellt Ecker mit einem etwas weinenden Auge fest.

Bei der Sportabzeichen-Tour freut er sich auf die vielen begeisterungsfähigen Kinder. Wichtig sei für die Schüler, dass sie einfach Spaß an der Bewegung haben. „Dafür bedarf es der Hilfe der Eltern und in der Schule die Unterstützung des Lehrerkollegiums, die den Sport thematisieren und die Kinder sensibilisieren“, so der Sportbotschafter. Sein Vorbild kommt aus der eigenen Familie. Im Alter von 73 Jahren hat sein Schwiegervater kürzlich zum 55. Mal in Serie das Sportabzeichen abgelegt. Und wie steht es um die Fitness des Schwiegersohnes? „Ich mache viel zu wenig“, gesteht Ecker. Seit zwei Jahren habe er das Laufen für sich entdeckt. Einen Halbmarathon, so Ecker, habe er bereits gemeistert, um seine Grenzen auszutesten.

Was er nach der aktiven Karriere vermisst, sind die sozialen Kontakte. „Wenn man die Schuhe an den Nagel hängt, wird der Freundeskreis schnell kleiner“, meint der frühere Leichtathlet. Deshalb schwirrt in seinem Hinterkopf der Gedanke rum, in einer vierten Mannschaft wieder Basketball zu spielen.

Morgen steht für ihn am Bostalsee eine große Herausforderung an. Den Pendellauf will er gegen Mit-Sportbotschafter und Ex-Weltklasse-Zehnkämpfer Frank Busemann gewinnen. „Ich glaube, er hat keine Chance“, verkündet Ecker selbstbewusst. Neben den früheren Topstars aus der Leichtathletikszene sind noch Stuntfrau Miriam Höller und die Olympiasiegerin und Weltmeisterin Bahnradfahren, Miriam Welte, dabei. Seit 2004 ist die Sportabzeichentour des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) jährlich in der Republik unterwegs. Die bundesweite Aktion will Lust auf den Sport wecken und den Bekanntheitsgrad des Sportabzeichens steigern. „Der Breitensport ist einfach die Basis des Leistungssports und die Vereine sorgen dafür, dass diese Basis stabil bleibt“, spricht Ecker aus Erfahrung. Und überhaupt sei das Sportabzeichen eine klasse Auszeichnung im Breitensport, die es schaffe, Menschen zum Sport zu motivieren.