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Christ fordert mehr Solidarität vom Jobcenter

Losheim am See. Die Losheimer sehen ihre Sozialkaufhäuser in Gefahr, wenn das Bundesprogramm „Bürgerarbeit“ ausläuft. Bürgermeister Lothar Christ reagiert jetzt auf die Stellungnahme des Jobcenters in dieser Sache.

Der Bürgermeister von Losheim am See, Lothar Christ, hat mehr Solidarität vom Jobcenter Merzig-Wadern für den Erhalt der Bürgerarbeit und der Sozialkaufhäuser der Losheimer Arbeitsmarktinitiative (LAI) gefordert. "Es wäre sinnvoll, wenn das Jobcenter die gemeinsame Initiative mit unterstützt. Es geht schließlich um zusätzliche Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik", sagte der Bürgermeister. Die bisherige Förderung der LAI-Läden über das Bundesprogramm "Bürgerarbeit" läuft Ende April aus. Die Gemeinde Losheim setzt sich, wie auch Arbeitsloseninitiativen, Sozialverbände und die Landesregierung, für eine Fortführung des Bundesförderprojekts ein. Christ zufolge hat das Jobcenter aufgrund des Bürgerarbeitsprogramms in den vergangenen zwei Jahren keine Ausgaben tätigen müssen und seine begrenzten Mittel für zusätzliche Arbeitsmarkt- und Integrationsmaßnahmen ausgeben können.

Verwundert über Aussage Losheims Bürgermeister zeigte sich zudem verwundert über die Aussage des Jobcenter-Geschäftsführers, Klaus Rink, im SZ-Gespräch vom 4. Februar, dass das Jobcenter nicht um Rat bei der Planung der Sozialkaufhäuser gefragt worden sei. "Immerhin wurde das Sozialkaufhaus in Wadern auch auf Bitten des Jobcenters eingerichtet, und es wird dort gut angenommen", erklärte Christ. Die von Rink angesprochene Frage, wie viele Sozialkaufhäuser der Kreis benötige, sei derzeit zweitrangig, sagte Christ. Er appelliere als Bürgermeister an das Jobcenter, miteinander zu arbeiten, um das Bundesförderprogamm aufrechtzuerhalten. Natürlich seien bei einem möglichen Ende der Bürgerarbeit nicht alle Sozialkaufhäuser weiter zu führen. In der Bevölkerung, vor allem bei einkommensschwachen Familien, sei der Bedarf nach preiswerten Möbeln und gebrauchten Waren jedoch weiterhin vorhanden, erklärte Christ. Der Landkreis habe im Zuge der Bürgerarbeit zusätzlich über 70 langzeitarbeitslose Menschen beschäftigten können. Die Arbeit in den Sozialkaufhäusern und der Möbelbörse der LAI habe die Menschen stabilisiert und ihnen eine sinnvolle Aufgabe gegeben.

Jobcenter-Leiter Klaus Rink hatte in der SZ-Ausgabe vom 4. Februar erklärt, das Jobcenter werde den in den LAI-Läden angestellten Arbeitslosen ab Mai Ein-Euro-Jobs anbieten und sich erneut um ihre Vermittlung auf dem realen Arbeitsmarkt bemühen.