| 00:00 Uhr

Aus Platzgründen in die Pfalz

Nach 16 Jahren verlässt SBN Wälzlager seinen Standort am Vogelbacher Weg in Erbach und geht ins pfälzische Schönenberg - nur dort sei eine nötige Expansion möglich, so die Geschäftsführer Wolfgang Hutzel (links) und Arno Rech. Fotos: Thorsten Wolf
Nach 16 Jahren verlässt SBN Wälzlager seinen Standort am Vogelbacher Weg in Erbach und geht ins pfälzische Schönenberg - nur dort sei eine nötige Expansion möglich, so die Geschäftsführer Wolfgang Hutzel (links) und Arno Rech. Fotos: Thorsten Wolf
Erbach. Weil die Erweiterungsmöglichkeiten am Standort Erbach nicht gegeben sind, zieht die Firma SBN Wälzlager ins pfälzische Schönenberg. Dort entsteht für 4,5 Millionen Euro ein neuer Firmensitz. Der Umzug ist für Mai vorgesehen. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Nach 16 Jahren verlässt der Wälzlager-Spezialist SBN den Standort Homburg. Das Betriebsgebäude im Gewerbegebiet Vogelbacher Weg in Erbach wird aufgegeben. Für rund 4,5 Millionen Euro hat sich das Unternehmen stattdessen im pfälzischen Schönenberg ein neues Zuhause geschaffen.

"Wir hatten hier am bisherigen Standort keine Möglichkeit mehr, uns zu vergrößern", so Geschäftsführer Wolfgang Hutzel im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wir haben deswegen nach einem neuen Standort Ausschau gehalten. Und da war natürlich Homburg erstmal unser erster Ansprechpartner." Leider habe es in der Kreisstadt aber kein passendes Angebot gegeben. "In meinem Wohnort Schönenberg war unterdessen ein neues Gewerbegebiet erschlossen worden." Zuerst habe er diese Option nicht ernst genommen, so Hutzel. Im Gespräch mit der dortigen Verwaltung habe sich aber herauskristallisiert, dass genau dort eine Expansion des Unternehmens in der nötigen Größe möglich war. "Wir haben dann dort im Frühjahr des vergangenen Jahres 8000 Quadratmeter Fläche gekauft. Im September 2013 war Baubeginn." Inzwischen ist der Neubau kurz vor der Fertigstellung, "in der ersten Maiwoche ziehen wir um". Den Standort in Erbach, er befindet sich im Eigentum von SBN Wälzläger, gebe man auf und vermiete ihn weiter. Hutzel: "Da sind wir noch auf der Suche."

Die neuen Räumlichkeiten böten nicht nur den nötigen Raum für den eigentlichen Betrieb, sondern entsprächen auch den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt. "Wir haben sogar eine Krabbelstube für die Kinder von Mitarbeiterinnen - für alle Fälle", so der SBN-Geschäftsführer. Dem Standort in Erbach attestierte Hutzel, dass er für eine schöne Zeit für sein Unternehmen gesorgt habe. "Aber natürlich zahle ich meine Gewerbesteuer auch gerne dort, wo ich wohne. Und deswegen freue ich mich über den Umzug."

Mit in die neue pfälzische Heimat nimmt Wolfgang Hutzel auch seine Mitarbeiterin Fatima Maglaeva. Über die junge Tschetschenin berichteten wir schon im Jahr 2009. Damals hatte sie gerade bei SBN Wälzlager ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau abgeschlossen - und sich auf den Weg gemacht, sich weiter zu qualifizieren. Nun hat sie das geschafft, was sie damals im Interview angekündigt hatte: Nach erfolgreicher Fachhochschulreife und einem BA-Studiengang ist sie nun Wirtschaftsingenieurin. Gefragt, wie sie die vergangenen Jahre erlebt habe, musste Fatima Maglaeva lachen. "Ganz ehrlich? Es war eine Herausforderung. Ich weiß nicht, ob ich es heute nochmal auf mich nehmen würde. Es war sehr anstrengend." Doch den Weg vom tschetschenischen Flüchtlingskind, das schon vor der Ausweisung stand, über die Hauptschule und eine kaufmännische Ausbildung bei SBN Wälzlager bis hin zum erfolgreichen Studium wird Fatima Maglaeva wohl kaum bereuen. Und Wolfgang Hutzel als Maglaevas Förderer auch nicht. "Wir sind sehr stolz, weil wir den Weg ja begleitet haben." Fatima Maglaeva: "Ich würde gerne noch den Master-Abschluss machen."



Fatima Maglaeva hat es geschafft und sich nach der Hauptschule bis zur Wirtschaftsingenieurin weitergebildet.
Fatima Maglaeva hat es geschafft und sich nach der Hauptschule bis zur Wirtschaftsingenieurin weitergebildet.