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Einweihung
Anbau ist verfrühtes Geburtstagsgeschenk

Pfarrer Manfred Keip segnete den neuen Anbau an das Verwaltungsgebäude am Bostalsee im Beisein zahlreicher Gästeaus der Politik und der Verwaltung ein.
Pfarrer Manfred Keip segnete den neuen Anbau an das Verwaltungsgebäude am Bostalsee im Beisein zahlreicher Gästeaus der Politik und der Verwaltung ein. FOTO: B&K / Bonenberger/
Bosen. Einweihung des Verwaltungs-Anbaus am Bostalsee: Die Fläche hat sich verdoppelt. DLRG und Segler haben nun auch mehr Platz. Von Melanie Mai

Seine Feuertaufe hat das neue Verwaltungsgebäude am Bostalsee bereits am vergangenen Wochenende bestanden, nämlich beim Konzert der Toten Hosen. Dort war die Einsatzzentrale der Hilfskräfte untergebracht. Warum dieser Ort gewählt wurde, das erklärte Landrat Udo Recktenwald (CDU) während der feierlichen Einweihung ein paar Tage später, am Dienstagnachmittag (wir berichteten kurz). „Bisher hatten wir aus dem alten Verwaltungsgebäude einen Blick auf den See, jetzt haben wir auch den Blick aufs Veranstaltungsgelände“, so Recktenwald.


Das sei aber nicht der einzige Vorteil des neuen Anbaus. „Wir haben zusätzliche Büroräume und einen zusätzlichen Sitzungssaal.“ Außerdem seien dort das Archiv sowie der Schließ- und Wachdienst untergebracht. Insgesamt sei die Grundfläche von rund 320 auf 700 Quadratmeter mehr als verdoppelt worden. Außerdem sei das Gebäude nun dank eines Aufzugs barrierefrei und energetisch auf dem neuesten Stand. „Damit haben wir optimale Voraussetzungen, um mit dem See in die nächsten 40 Jahre zu starten.“ Damit spielt er auf den runden Geburtstag des Bostalsees im kommenden Jahr an. Dann wird er 40 Jahre alt. „Und wir schenken uns eine modernisierte Verwaltung.“

Möglich war dies, weil bereits vor einigen Jahren der Baubetriebshof eine neue Bleibe bekommen hat. Das alte Gebäude konnte also abgerissen werden. Das geschah im Frühjahr 2017. Der Neubau kostete 1,3 Millionen Euro und wird zu 70 Prozent vom Land gefördert. „Am Landkreis bleiben noch 400 000 Euro hängen“, so der Landrat.



Diese Investition sei Teil eines Tourismus-Gesamtkonzeptes für den Bostalsee, betonte Anselm Römer, Abteilungsleiter Tourismus beim Wirtschaftsministerium. „Seit 2014 haben wir, der Landkreis und die Kommune 4,3 Millionen Euro am Bostalsee investiert.“ Denn die Erfolgsgeschichte am See sei kein Zufall. Vielmehr die Folge einer Strategie, die konsequent umgesetzt werde: konkret die Zielgruppen Familien, Wanderer, Radfahrer und Wassersportler anzuziehen. Dieses gemeinsame Agieren – über Parteigrenzen hinweg – habe sich gelohnt, so Römer. Denn die Übernachtungen im Landkreis St. Wendel stiegen von 350 000 im Jahr 2012 auf 950 000 im vergangenen Jahr. „Damit sind die Übernachtungszahlen um 170 Prozent in fünf Jahren gewachsen“, rechnet Römer vor. Auch wenn diese Dynamik nicht weiter fortgesetzt werden könne, sei es wichtig, die Qualität zu halten. Schließlich wolle das Land die Wertschöpfung aus dem Tourismus von 600 Millionen auf 700 Millionen Euro pro Jahr steigern. In die gleiche Kerbe schlägt auch Recktenwald, der ankündigt, in den kommenden Jahren in den Tretboot-Steg und den Biergarten am Strandbad investieren zu wollen.

Bevor Pfarrer Manfred Keip aus Sötern das neue Gebäude einsegnete, gab es noch Lob von anderer Seite. Denn sowohl die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) als auch die Segler profitieren von der Investition. Rainer Kupich, der Sprecher der Segler, freut sich über den Anbau. Nun bestehe auch für die Segler die Möglichkeit, einen Spind anzumieten, sich dort umzuziehen oder auch mal Geschirr zu spülen.

Gerd Bauer betonte, dass die DLRG nun schon von Anfang an dabei sei. Schon seit Jahren gebe es Gespräche mit der Verwaltung, der DLRG Räume zur Verfügung zu stellen. Denn mit dem wachsenden Publikum am See seien auch die Anforderungen gestiegen. Mehr Boote, mehr Personal, mehr Arbeit. Und wenn man bedenke, dass alle Helfer ehrenamtlich arbeiteten, so sei es besonders wichtig, dass „man ihnen ordentliche Unterkünfte bietet“. Das sei, so der DLRG-Präsident, „ein Stück Anerkennung für die, die am Wochenende und in den Ferien ihren Dienst tun“.