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Am Ende war der Schlüssel wieder weg

Beim Sturm auf das Bexbacher Rathaus entriss das Prinzenpaar Prinz Ulrich I. von Rat und Tat und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Silke I. dem amtierenden Bürgermeister Thomas Leis den Schlüssel und krönte sich zum Herrscherpaar über die Stadt. Foto: Bernhard Reichhart
Beim Sturm auf das Bexbacher Rathaus entriss das Prinzenpaar Prinz Ulrich I. von Rat und Tat und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Silke I. dem amtierenden Bürgermeister Thomas Leis den Schlüssel und krönte sich zum Herrscherpaar über die Stadt. Foto: Bernhard Reichhart FOTO: Bernhard Reichhart
Bexbach. An Wortgewalt fehlte es gestern auf beiden Seiten nicht beim Sturm auf das Bexbacher Rathaus durch die vereinten Truppen der Narren aus der Höcherberg-Stadt am Fetten Donnerstag. Nach der Niederlage wurde auf dem Rathausplatz entsprechend gefeiert. Von SZ-MitarbeiterBernhard Reichhart

Seit gestern haben die närrischen Karnevalsgesellschaften die Macht in der Stadt Bexbach übernommen. Die Narren zeigten dem Bürgermeister und seinen Kumpanen wieder einmal, wer an Weiberfastnacht die Regentschaft und das Sagen in Bexbach hat.

Beim traditionellen Rathaussturm hatten die Angreifer mit dem kleinen, aber aufrechten Häuflein an tapferen Verteidigern um Bürgermeister Thomas Leis, dem Beigeordneten Wolfgang Imbsweiler und Ortsvorsteher Franz-Josef Müller kein Erbarmen und stürmten eigens das vor der Rathaustreppe errichtete Bollwerk. Tatkräftig mit dabei waren die Garden der Karnevalsgesellschaft "Die Blätsch", des Karnevalsvereins "Mer gehn metsamme" (MGM) Oberbexbach, Wagen der Stadtwerke Bexbach sowie zahlreich närrisches Volk. Vom Aloys-Nesseler-Platz aus machten sie sich auf zur Erstürmung des Rathauses. Auf ihrem Marsch zum Machtzentrum des Bürgermeisters und zum unausweichlichen Kampf um den von den Narren heiß ersehnten Rathausschlüssel versicherten sie sich der Unterstützung der Schaulustigen. Auf dem Rathausvorplatz hatten die Betschbacher Buwe die närrische Bevölkerung mit ihren Liedern schon in die richtige kämpferische Stimmung gebracht. Die Schlacht konnte beginnen. Die Schlachtgesänge der beiden Karnevalsvereine sowie die verbal ausgetragene Auseinandersetzung zwischen dem Chef des Rathauses, König Thomas I. im grün-gelben Gewand und Krone auf dem Kopf, und dem Bexbacher Prinzenpaar Prinz Ulrich I. von Rat und Tat und Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Silke I. bestimmten zunächst das Geschehen und heizten die Stimmung an. Dabei schenkten sich Prinz Ulrich I. und der Ritter von Beckensbach in ihrem Rededuell nichts. "Mer fahre schwere Geschütze auf unn hann extra eine Kanone gebaut, mit der mir auf kleene Spatze schieße", rief Blätsch-Präsident Klaus-Ludwig Fess dem Herrn des Rathauses ("Du Lachplatte") zu. Doch der wollte partout nicht weichen: "Ich bin de Boss, die Rathaus-Schodde bleiwe dicht", entgegnete der Bürgermeister. "Wir wollen die Bürokraten, den Bürgermeister und seine Hauskumpanen aus dem Rathaus vertreiben", gab Prinz Ulrich I. das Kommando: "Die Schlacht soll beginnen".

Schritt für Schritt näherten sich die Garden der Burgwehr. "Ihr werdet Euer blaues Wunner erläwe, ich gebb eich fa die Knepp", forderte der Prinz den Bürgermeister ("Du Sesselpupser") auf, zu kapitulieren. Allein gelassen vom Beigeordneten und dem Ortsvorsteher ("Jetzt hann ich nur noch mei Fraa") musste Leis mit ansehen, wie er von der Übermacht überwältigt und seines Stadtschlüssels beraubt wurde. Im Anschluss fand die Versöhnungsfeier auf dem Rathausplatz statt.