| 20:15 Uhr

Jubiläum
Neue Chronik berichtet von St. Ignatius

Am 27. Oktober 1968 wurde die erste heilige Messe in der neuen Kirche St. Ignatius in Türkismühle gefeiert.
Am 27. Oktober 1968 wurde die erste heilige Messe in der neuen Kirche St. Ignatius in Türkismühle gefeiert. FOTO: Ralf Mohr
Türkismühle. Die katholische Pfarrkirche in Türkismühle wird 50 Jahre alt. Ein neues Buch wirft auf 44 Seiten einen Blick zurück. Von Ralf Mohr

Anlässlich des goldenen Jubiläums der ersten Heiligen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Ignatius in Türkismühle hat der ehemalige Gymnasiallehrer und Mitglied der Kirchengemeinde, Helmut Weiler, eine Chronik verfasst, die die bewegte Geschichte des Gotteshauses beleuchtet.


Im Vorwort schreibt dazu Pastor Stefan End: „Vor 50 Jahren wurde zum ersten Mal in der neu erbauten Kirche St. Ignatius in Türkismühle Eucharistie gefeiert. Wenn wir aus Anlass dieses besonderen Jubiläums auf die Geschichte dieser Kirche schauen, schauen wir zurück auf eine Zeit, in der sich viel getan, aber auch viel verändert hat. Menschen kamen und gingen in diesen Jahren. Haupt- und Ehrenamtliche haben das Leben der Gemeinde nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten der jeweiligen Zeit geprägt“, so der Pastor.

In akribischer Recherchearbeit hat Helmut Weiler umfangreiches Material zusammengetragen und in der Chronik zusammengefasst. Angefangen hatte alles mit einer Notkirche nach dem zweiten Weltkrieg. Eine ausgediente Baracke des Reichs-Arbeits-Dienstes (RAD) konnte erworben werden und auf einem eigens errichteten festen Unterbau installiert werden. Zuvor mussten noch umfangreiche gebietsreformerische Maßnahmen ergriffen werden, da sich die kirchliche Zuständigkeit nach den politischen Gegebenheiten richtet. So mussten von den Nachbarorten Nohfelden, Walhausen und Gonnesweiler Gebiete abgetreten werden, um dem Ort Türkismühle zugeschlagen werden zu können. Am 1. August 1948 konnte dann die Barackenkirche als Notkirche eingeweiht werden.



Bald war jedoch die Kirche zu klein, und man entschloss sich zu einem Neubau direkt daneben. Um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, rechnete man bei der Planung auch Besucher vom ebenfalls in der Planung befindlichen Bostalsees mit ein, sowie die Nutzung durch das Schulzentrum. Von Anfang an wurde die Kirche auch als Autobahnkirche vorgesehen. Diese Idee wurde aber bis heute noch nicht verwirklicht. Die Kirche wurde für 330 Besucher ausgelegt. Heute zählt die Kirchengemeinde 360 Mitglieder. Vor zehn Jahren waren es noch 460, wie Pastor End feststellte und damit auf einen aus seiner Sicht besorgniserregenden Rückgang der Gläubigen hinweist. Er macht dafür zum einen den demografischen Wandel und zum anderen eine zunehmend kirchendistanzierte Gesellschaft verantwortlich.

Dies alles ist nachzulesen in der mit 44 Seiten noch überschaubaren, trotzdem aber sehr umfangreichen Chronik. Herausgegeben wird das Büchlein von der Kirchengemeinde Türkismühle. Unterstützt wurde die Festmesse neben der Chronik von Helmut Weiler durch eine Fotoausstellung der Heimatfreunde Türkismühle.