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Bürgermeisterwahl Namborn
Vor der Stichwahl floss der Schweiß

Wer wird neuer Bürgermeister? Am kommenden Sonntag dürfen die Bürger Namborns erneut zur Wahl schreiten und ihre Stimme abgeben.
Wer wird neuer Bürgermeister? Am kommenden Sonntag dürfen die Bürger Namborns erneut zur Wahl schreiten und ihre Stimme abgeben. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Namborn. Am Sonntag entscheidet sich, wer Theo Staubs (SPD) Nachfolger auf dem Chefsessel der Namborner Gemeindeverwaltung wird. Von Thorsten Grim

Die Tage seit dem ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl waren für den Hauptamtsleiter des Namborner Rathauses und seine Helfer schweißtreibend. Besonders der Dienstag nach dem 27. Mai hatte es in sich. „Das war Stress pur“, erzählt Rainer Junk. Denn nachdem feststand, dass es am Sonntag, 10. Juni, zu einer Stichwahl zwischen Einzelbewerber Sascha Hilpüsch und der CDU-Kandidatin Judith Jung kommen würde, mussten alle, die beim ersten Urnengang per Briefwahl ihr Votum abgegeben hatten, erneut angeschrieben werden. „Jeder Briefwähler hat die Unterlagen für Stichwahl automatisch zugesandt bekommen“, erklärt Junk. Das bedeutete, 884 Kuverts zu befüllen, zuzukleben, zu frankieren und zur Post zu bringen. „Und das musste alles bis Dienstagabend passiert sein, damit sie am Mittwoch noch zugestellt werden konnten“, berichtet Junk. Denn der darauffolgende Donnerstag war ein Feiertag. Und wären die Briefwahlunterlagen nicht vor Christi Himmelfahrt in den Ziel-Briefkästen gelandet, hätte sich deren Auslieferung bis Freitag, Samstag oder gar Montag verzögert. 120 weitere Namborner haben seitdem eine Briefwahl beantragt, sodass sich bislang 1004 Wähler per Postsendung an der Stichwahl beteiligen wollen.


Ihre Stimme abgeben dürfen diesen Sonntag alle, die schon am 27. Mai gewählt haben. 5957 Namborner waren beim ersten Wahlgang stimmberechtigt. „Rausfallen aus dem Wahlverzeichnis werden diejenigen, die seither aus Namborn weggezogen sind“, berichtet Junk – oder verstorben. Hinzukommen Menschen, die nach Namborn gezogen sind und nun die Drei-Monats-Frist erfüllt haben – denn so lange müssen Neubürger mindestens in einer Kommune leben, um sich an einer Bürgermeisterwahl beteiligen zu dürfen. Dazu kommen außerdem Erstwähler, die zwischen dem 27. Mai und dem 10. Juni ihren 18. Geburtstag feiern oder gefeiert haben.

Einen neue Wählerkarte, die vor der Stimmabgabe dem zuständigen Wahlhelfer im jeweiligen Wahlbezirk vorgezeigt werden muss, wurde den Wahlberechtigten für die Stichwahl  übrigens nicht zugesandt. „Auf der Wahlkarte stand ja drauf, dass diese sowohl für die Wahl am 27. Mai als auch für eine mögliche Stichwahl am 10. Juni gilt“, erklärt dazu Amtsleiter Junk. Und wenn nun jemand seine Karte verloren oder in Ungedanken entsorgt hat? „Das ist auch kein Problem. Dann soll er auf dem Wahlamt anrufen, dann nennen wir ihm die Nummer, unter der er im Wählerverzeichnis registriert ist, wenn er die im Wahllokal nennt und seinen Ausweis vorlegt, ist das kein Problem“, erklärt Junk. Aber auch ohne Anruf auf dem Wahlamt sollte die Wahl funktionieren. „Wichtig ist eigentlich nur, dass man im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Ohne Nummer muss der Wahlhelfer dann eben in den Unterlagen suchen.“ Was zwar ein Mehraufwand, aber dennoch zu bewältigen sei.



Das Wahlamt selbst hat nach Angaben Junks bis Freitag um 18 Uhr geöffnet. Ebenso am Samstag zwischen 8 und 12 Uhr und den ganzen Wahlsonntag. Zu diesen Zeiten kann übrigens noch Briefwahl beantragt und die Unterlagen abgeholt werden – wenn ein ärztliches Attest bescheinigt, dass man selbst nicht ins Wahllokal gehen kann, um sein Kreuzchen bei einem der beiden Stichwahl-Kandidaten zu machen.

Die beiden Kandidaten selbst haben die vergangenen Tage genutzt, um noch einmal für sich Stimmung zu machen. Während Einzelbewerber Hilpüsch, der im ersten Wahlgang 47 Prozent hatte, sozusagen als Einzelkämpfer weiter auf Wahlkampftour war, erfuhr Judith Jung, die Ende Mai 27,5 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, viel Unterstützung aus ihrer Partei. „Ich war in den vergangenen Tagen auf der Nachgehakt-Tour nochmal in allen Ortsteilen unterwegs“, berichtet Jung. Die Werbe-Tour sollte den Nambornen noch einmal die Möglichkeit eröffnen, Jung zu berichten, wo sie der Schuh drückt. Der kommende Sonntag soll wie folgt ablaufen: „Zunächst gehen mein Mann und ich morgens wählen, dann machen wir einen Familientag. Abends gegen 18 Uhr werden wir dann in Hofeld-Mauschbach auf die Ergebnisse warten.“ Anschließend geht es nach Namborn, wo in der Marktschenke der Abschluss gefeiert wird.

Hilpüsch sagt: „Die Stimmung ist ganz gut, ich bin sehr zuversichtlich, dass ich es schaffe.“ Zu siegesgewiss gibt er sich jedoch nicht: „Ich bin bodenständig und warte auf die Zahlen, die am Sonntagabend einlaufen.“ Vorher gebe es nichts zu feiern. Den Wahlsonntag will er wie den vergangenen verbringen: „Am Morgen frühstücken wir mit der ganzen Familie, dann gehen wir zwei Stunden spazieren und anschließend ins Sportlerheim des SV Baltersweiler.“ Denn dort werde am Abend wieder die Wahlparty steigen, unabhängig vom Ergebnis. „Daher müssen wir im Clubheim noch ein bisschen was vorbereiten. Um 17 Uhr gehen wir dann wählen.“ Anschließend geht es ebenfalls nach Hofeld-Mauschbach.

Wie bei der Wahl Ende Mai will die Gemeindeverwaltung den Bürgern am Sonntag die einlaufenden Wahlergebnisse aus den einzelnen Bezirken auf einer Großleinwand quasi in Echtzeit präsentieren. „Allerdings dieses Mal im Bürgerhaus in Hofeld-Mauschbach und nicht auf dem Rathausvorplatz, denn es könnte ein Gewitter geben“, prophezeit Junk.