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Bürgermeisterwahl Namborn 2018
Namborns touristisches Potenzial heben

Bürgermeister-Kandidat Sascha Hilpüsch aus Baltersweiler an seinem Liebligsplatz am Steinbildhauer-Symposium zwischen Baltersweiler und St.Wendel. Dort sitzt er auf dem großen Fuß von Yoshimi Hashimoto von 1977 – der Fuß ist noch auf Baltersweiler Bann.
Bürgermeister-Kandidat Sascha Hilpüsch aus Baltersweiler an seinem Liebligsplatz am Steinbildhauer-Symposium zwischen Baltersweiler und St.Wendel. Dort sitzt er auf dem großen Fuß von Yoshimi Hashimoto von 1977 – der Fuß ist noch auf Baltersweiler Bann. FOTO: B&K / Bonenberger/
Namborn. Namborns Bürgermeister-Kandidat Sascha Hilpüsch will seine Heimatgemeinde attraktiver für Gäste machen. Von Thorsten Grim

„Ich habe schon immer versucht, politisch neutral zu sein“, sagt Sascha Hilpüsch, der sich am 27. Mai von den Nambornern zum Bürgermeister wählen lassen möchte – als Einzelbewerber. Obwohl er aktuell für die Sozialdemokraten im Namborner Gemeinderat sitzt und als SPD-Mitglied Ortsvorsteher von Baltersweiler ist. Dennoch kandidiert er nicht für die Genossen um das Amt des Verwaltungschefs.


Das war vor der Kommunalwahl 2014 anders: Die SPD hatte im Baltersweiler Ortsrat drei von neun Sitzen, wobei alle SPD-Ortsräte älter als 70 waren. „Da ist man an mich herangetreten und hat gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, in die Kommunalpolitik einzusteigen.“ Er hatte. „Mein Ziel war es, die drei SPD-Sitze zu halten und die ausscheidenden Mitglieder zu ersetzen.“ Das gelang dem Polizei-Hauptkommissar. Mehr noch: Er konnte sogar einen Sitz hinzugewinnen und wurde darüber hinaus zum Ortsvorsteher gewählt. Dabei habe der fünffache Familienvater gar keinen richtigen Wahlkampf geführt. „Ich habe mich da jetzt nicht riesig reingehängt und bin das eher zurückhaltend angegangen. Ich wollte ja nur die drei Sitze halten.“ Doch nach der Wahl war alles anders. „Wenn man etwas anfängt, sollte man sich so gut einbringen, wie es geht.“ Das sei eine grundsätzliche Einstellung.

Dass Hilpüschs Einstellung so ist wie sie ist, liegt auch an seinem Vater, Bergmann, überzeugter Sozialdemokrat und bis 2014 SPD-Ortsratsmitglied. „Er hat mir die entsprechenden Werte vermittelt und die Unterschiede zu anderen Parteien aufgezeigt. Wobei mein Papa ein sehr offener politischer Mensch ist –  auch für Argumente anderer – und nicht verbohrt.“ Das möchte Hilpüsch, sollten ihm die Menschen in Namborn das Vertrauen schenken, als Bürgermeister ebenfalls sein.



„Der Umgang mit Menschen, mit den Bürgern, mit den Vereinen – das macht mir Spaß“, sagt Hilpüsch. Besonders wichtig sei ihm „die Gemeinschaft, gerade hier im Ort, im Ortsrat. Das versuche ich zu vermitteln“, sagt der 47-Jährige, der denkt, „dass man die Parteizugehörigkeit nach hinten stellen sollte, wenn man für die Gemeinschaft etwas bewirken will: Anschaffungen, Gestaltung von Festen, Traditionspflege – alles, was es da so gibt.“ Als Verwaltungschef will er daher „offen sein für alle Bürger der Gemeinde Namborn, für alle Vereine. Ich will nicht Person von einer Partei sein. Ich denke, dass man so an viele Sachen besser herangehen kann“. Bürgerbeteiligung, erklärt der Baltersweiler Ortsvorsteher in diesem Zusammenhang, habe für ihn einen extrem hohen Stellenwert – und zwar in allen Bereichen der Verwaltung.

Wenn Hilpüsch gewählt werden sollte, will er sich zunächst dem Erhalt und der Verbesserung der Infrastruktur in den einzelnen Ortsteilen widmen. Dafür sei es notwendig, Straßen, Wege und Plätze in einen guten Zustand zu versetzen, damit Namborn auch weiterhin seinem Ruf als „attraktive Wohngemeinde, mit dem Vorzug der Kreisstadt St. Wendel in unmittelbarer Nähe“, gerecht werde. Dazu zähle auch eine Fußgängerampel in Hofeld. Ebenso wolle er zwei Kreisverkehre anstoßen. Einen in Hofeld-Mauschbach am Sportplatz, „um da bei den Autofahrern einiges an Geschwindigkeit heraus zu nehmen“. Den anderen würde er gerne am Einmündungsbereich zur Allerburg sehen, dem Nahversorgungszentrum der Gemeinde Namborn. „Autos, die von der B 41 kommen, sind da oftmals sehr schnell unterwegs“, weiß der Jugendfußball-Trainer und berichtet: „Es gab früher schon einmal den Plan, dort einen Kreisverkehr zu bauen. Ich hätte gerne, dass dieser Plan umgesetzt wird.“ Dafür sei er bereit, an entscheidenden Stellen dicke Bretter zu bohren, „um hier mehr für die Sicherheit der Bürger zu erreichen“.

In puncto Digitalisierung sieht Hilpüsch für Namborn enormes Verbesserungspotenzial: „Ich würde die Verwaltung gerne besser ausstatten, damit die Bürger viele Dinge online erledigen können.“ Als Beispiel führt er seine Kandidatur an: „Ich musste als Unabhängiger für die Zulassung Unterschriften sammeln – 81 waren gefordert. Das hätte man doch von zuhause aus online machen können – beispielsweise mit dem Ausweis als Nachweis der Identität. So mussten meine Unterstützer aufs Rathaus gehen, um zu unterschreiben.“ Die digitale Aufrüstung werde Geld kosten, das Namborn eigentlich nicht hat. „Aber es gibt ja viele Fördertöpfe. Und wenn man sich da mit anderen Bürgermeistern zusammentut, um solche Software anzuschaffen, sollte doch etwas gehen.“ Überhaupt setze er auf die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Auch würde er gerne ein Jugendbüro gründen.

Darüber hinaus möchte der unabhängige Kandidat gerne den Empfagsbereich des Rathauses aufwerten: „Ich hätte da gerne so eine Art offenen Bürgerservice, mit zwei oder drei Angestellten, die sich direkt den einfachen Sachen annehmen, wie Gelbe Säcke ausgeben, An- und Ummeldungen vornehmen oder Passanträge annehmen – nach dem Vorbild von St. Wendel oder Tholey.“

Aktiv würde er nach seiner Wahl auch im Bereich Ehrenamt werden, versichert der Polizist. Besonders die Hilfsorganisationen und die Feuerwehr lägen ihm am Herzen. „Ich werde, falls ich die Wahl gewinne, mit den Löschbezirksführern intensive Gespräche führen, um zu besprechen wie es generell weitergehen soll mit dem Personalansatz, der derzeit vorhanden ist.“ Von der technischen Ausstattung stehe die Feuerwehr in Namborn ganz gut da, und aktuell gebe es noch ausreichend Gerätewarte, „aber vielleicht könnte sich künftig eine hauptamtliche Person – etwa vom Bauamt – um die Geräte kümmern, um Leute da zu entlasten. Auch bei der Wartung der Fahrzeuge“.

Dorfgemeinschaftshäuser, Vereinsheime, kommunale Kindergärten, Pflegeeinrichtungen für Senioren, die Grundschule – all diese Einrichtungen würde Hilpüsch gerne auf einem guten oder besseren Niveau sehen – trotz klammer Gemeindekasse. In diesem Zusammenhang hat Hilpüsch auf der Agenda, neue Gewerbegebiete zu schaffen und das vorhandene an der Allerburg auszubauen. Ebenso möchte der unabhängige Kandidat einen guten öffentlichen Personennahverkehr für die Namborner Bürger. Ausbauen will er auch den touristischen Bereich in seiner Heimatgemeinde, etwa den Schmugglerpfad. Der sollte baulich so ausgestaltet sein, dass er dem Prädikat Premiumwanderweg auch gerecht werde. Vor allem aber möchte Hilpüsch die Ruine der Liebenburg aufwerten. „Ich hätte da oben an der Burg gerne ein kleines Ausflugsziel, ein Ausflugslokal ähnlich der Alm auf dem Schaumberg.“ Aktuell würde dieses touristische Kleinod viel zu schlecht vermarktet. Wenn sich dies ändere, „dann hätten die Menschen in Namborn etwas, worauf sie richtig stolz sein können“. Doch dafür müsse auch die Zuwegung und die Beschilderung in einen besseren Zustand versetzt werden.