| 21:54 Uhr

Fest
Ein großes Fest zum Doppeljubiläum

Die Namborner Wehr war 1953 zur Inspektion durch Kreisbrandmeister Dämmgen (vorne) angetreten. Llinks Amtswehrführer Johann Gessner.
Die Namborner Wehr war 1953 zur Inspektion durch Kreisbrandmeister Dämmgen (vorne) angetreten. Llinks Amtswehrführer Johann Gessner. FOTO: repro Florian Frei
Namborn. Namborner Wehr feiert diesen Samstag 90 Jahre Löschbezirk und 45 Jahre Jugendwehr mit einem Tag der offenen Tür. Von Oswin Sesterheim

() Der Namborner Feuerwehr steht am Samstag, 16. Juni, ein Doppeljubiläum ins Haus: 90 Jahre Löschbezirk und 45 Jahre Jugendfeuerwehr. Gefeiert wird mit einem Tag der offenen Tür im und am Gerätehaus. Das Fest beginnt um 15 Uhr. Ab 20 Uhr gibt es Live-Musik mit der Gruppe Searching 25. Löschbezirk und Jugendfeuerwehr wollen sich präsentieren und für ihre Sache werben. Das Fest wird vom Förderverein der Feuerwehr Namborn unterstützt, heißt es dazu in der Einladung. Die beiden Jubiläen standen bereits im vergangenen Jahr an. „Das Feuerwehrfest und das Namborner Dorffest finden alle zwei Jahre statt. Nach dem Dorffest im vergangenen Jahr sind wir jetzt wieder an der Reihe. Dieser Rhythmus kommt bei der Dorfbevölkerung gut an“, erklärt Löschbezirksführer Florian Frei.


Blick zurück: Die Namborner Feuerwehr wurde im Jahre 1927 gegründet, zuvor gab es für Namborn und Heisterberg eine Pflichtfeuerwehr. Zum Dienst in dieser Wehr waren alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren verpflichtet. Pferdebesitzer mussten den nötigen Gespanndienst bei Übungen und Bränden übernehmen. Erster Brandmeister der Namborner Pflichtfeuerwehr war Jakob Gref. „Als Spritzenhaus“ diente ein Schuppen zwischen der Schule und der Scheune des Landwirtes Peter Sesterheim an der jetzigen Hauptstraße.

Der damals freiwilligen Wehr waren 40 Männer aus Namborn und Heisterberg beigetreten. Sie wählten Jakob Gref zum Wehrführer und Johann Gessner zum Stellvertreter. Nach der Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich wurden die bisherigen Freiwilligen Feuerwehren umorganisiert. Es entstand die Feuerwehrlöschpolizei des Ortspolizeibezirks Namborn mit mehreren Löschzügen. Der Löschzug Namborn mit 36 Wehrleuten führte Jakob Gref. 1937 übernahm sein Stellvertreter Johann Gessner das Kommando. Sanitäter waren Johann Allerchen und Nikolaus Trapp. Als Feuerwehrhornisten fungierten Nikolaus Färber und Peter Seiler. Eine Saugdruckspritze, 40 Meter C-Schlauch, zwei Stahlrohre, ein Hydrantenstock und zwei Anstellleitern waren die Löschgeräte. 1938 kam die erste fahrbare Motorspritze hinzu. 1948 wurde Johann Gessner zum Amtswehrführer berufen. Sein Nachfolger in Namborn wurde Peter Schmitt. Die Schulscheune in der Namborner Dorfmitte wurde zum Gerätehaus mit einem neun Meter hohen Steig- beziehungsweise Schlauchturm umgebaut.



Anfang der 50er-Jahre ergänzte in Namborn das erste Fahrzeug, ein Citroen LF 8, das Inventar. 1956 gründeten die Wehrleute aus Heisterberg eine eigene Wehr. Wehrführer in Namborn wurde Johann Liesmann. Zum 50-jährigen Jubiläum erhielt die Namborner Wehr ein neues Fahrzeug. In den folgenden Jahren wurde der Fahrzeug- und Gerätebestand ständig erweitert und der Zeit angepasst. Ein neues Gerätehaus entstand am Sportplatz in Namborn und wurde unter der Regie von Willibald Schmitt nach tatkräftiger Unterstützung der Wehrleute 1976 in Betrieb genommen. Seit dem vergangenen Jahr unterstützt ein Förderverein die Namborner Wehr. Vorsitzender ist Klaus Peter Schorr. „Wir haben 35 Aktive in unserer Wehr mit einem Altersdurchschnitt von 32 Jahren und sind damit gut aufgestellt und bestens für die Zukunft gewappnet“, sagt Löschbezirksführer Florian Frei.

Die Namborner Jugendfeuerwehr wurde am 12. Oktober 1972 mit 16 Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren gegründet. Günther Scheer, der erste Jugendwart, baute die Jugendwehr auf und übergab 1978 eine intakte Jugendwehr an Klaus Peter Schorr, der die Arbeit mit neuen Ideen fortführte. „Seit Jahren verkaufen Mitglieder der Namborner Jugendwehr Martinslose. Der Erlös ist jeweils für einen sozialen Zweck bestimmt. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung ist bei uns auch eine allgemeine Jugendarbeit mit Sport, Spiel und Freizeit hoch angesiedelt“, sagt die aktuelle Namborner Jugendbeauftragte Hannah Schuld. Der Namborner Jugendfeuerwehr gehören derzeit 15 Mitglieder an.