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Gemeinderat
Alte Trierer Straße macht Namborner unglücklich

Die Alte Trierer Straße, die sogenannte Römerstraße soll Teil des saarländischen Radwegenetzes werden.
Die Alte Trierer Straße, die sogenannte Römerstraße soll Teil des saarländischen Radwegenetzes werden. FOTO: Ruppenthal / rup
Namborn. Die Römerstraße soll nach dem Willen des Gemeinderats nicht länger als „Rallye-Strecke“ missbraucht werden und sorgt weiter für Diskussionen. Von Thorsten Grim

Es war Tagesordnungspunkt 17, bei dem die Mitglieder des Namborner Gemeinderats bei ihrer jüngsten Zusammenkunft den höchsten Diskussionsbedarf hatten. Thema war der Ausbau der „Alten Trierer Straße“. Der auch als Römerstraße bekannte Weg wird derzeit kreisweit zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut. Ein Teil des Weges, der nun zum Ausbau ansteht, führt durch die Gemeinde Namborn, genauer gesagt durch Baltersweiler. Die von der Gemeindeverwaltung erarbeitete Beschlussvorlage sah nun zum einen vor, die Maßnahme im kommenden Haushaltsjahr anzugehen. Zum anderen wurde vorgeschlagen, den Auftrag zum Ausbau, der ein Volumen von 31 527,74 Euro hat, an die Firma Uwe Schwan zu vergeben.



Doch Dominik Schuhmann von der CDU-Fraktion im Namborner Gemeinderat fehlten in der Beschlussvorlage einige Punkte. Die seien bei der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Werksauschusses festgehalten worden und sollten seiner Ansicht nach auch in der Beschlussvorlage als Spiegelstriche auftauchen.

„Es hat sich in der Gemeinde und im Umkreis inzwischen offenbar herumgesprochen, dass die Alte Trierer Straße eine Ausweichstrecke für Kraftfahrzeuge und andere motorgetriebene Geräte vom Bostalsee bis nun bald nach Baltersweiler ist“, berichtete Schuhmann. Auch im Baltersweiler Ortsrat sei das Thema gewesen. Daher solle im Beschlussvorschlag festgehalten werden, dass auf Höhe des Anwesens der Familie Becker in der Trierer Straße Schilder aufzustellen seien, die allen Kraftfahrzeugen die Einfahrt in die Alte Trierer Straße untersagen. Ausgenommen landwirtschaftlicher Verkehr. Weiterhin solle der Weg in Höhe der Brücke Grauer Dorn in Fahrtrichtung St. Wendel mittels Schranke baulich gesperrt werden. Auch müsse sichergestellt sein, dass das Oberflächenwasser auf dem Weg bei Starkregen keine Schäden anrichte. Denn bereits jetzt „und obwohl die Alte Trierer Straße ja noch nicht versiegelt ist, ist bei Starkregen der Wassereintrag in die Trierer Straße erheblich“, erklärte Schuhmann.

Als weiteren Punkt wollte er schriftlich fixiert haben, „dass wir seitens des Ortsteils Baltersweiler keine Kosten zu tragen haben aus dem Titel ‚Straße, Wege, Plätze’. Denn es ist nicht vermittelbar, dass wir im Ort zum Teil die Infrastruktur nicht mehr aufrecht erhalten können, uns auf der anderen Seite aber das Geld aus der Tasche ziehen lassen, um Radwege zu fördern.“ Zumal zu bedenken sei, dass der Bau des Rad- und Wanderweges jetzt zwar ordentlich bezuschusst werde, die Folgekosten für Instandhaltung aber an der Gemeinde beziehungsweise an Baltersweiler hängen blieben. In diesem Zusammenhang verlieh Schuhmann der Hoffnung Ausdruck, dass der künftige Belag des Weges eine solche Qualität habe, dass er der Belastung durch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge dauerhaft standhalte.

SPD-Gemeinderatsmitglied Christine Bauer war „froh, dass Schuhmann die Initiative ergriffen und die Probleme benannt hat“. Denn eigentlich hätte der Weg mit der direkten Anbindung an den Bostalsee ja eine touristische Aufwertung der Gemeinde zur Folge haben sollen. Doch nun sei es so, „dass der Weg an Reiz und Qualität verloren hat, zumindest mal für Wanderer oder Spaziergänger“. Geschuldet sei dies dem Fakt, dass immer mehr Autofahrer die Alte Trierer Straße als Ausweichstrecke oder Abkürzung für sich entdeckt hätten, weshalb Fußgänger auf die Seite springen müssten und mit Abgaswolken eingenebelt würden. In diesem Zusammenhang sprach Bauer von einer „kompletten Fehlplanung“. Sie forderte, auf der Wegstrecke bei Hofeld-Mauschbach ebenfalls Hindernisse einzubauen beziehungsweise Schilder aufzustellen. Denn sonst sei der Weg „ruckzuck“ eine Umgehungsstraße für die B 41. „Eigentlich ist er das jetzt schon.“ Sie wolle nicht falsch verstanden werden, „ich finde es sehr gut, dass unser Land touristisch erschlossen wird“. Aber nicht zu diesem Preis.

Bauamtsleiterin Caroline Müller erklärte, dass man sich in der Verwaltung der Problematik bewusst sei. „Es gab schon sehr viele Beschwerden.“ Besonders über Autofahrer, die auf dem Weg nichts zu suchen hätten. Müller sprach von vielen Problemen, die im Zusammenhang mit dem Wegebau auftreten würden. Beispielsweise, dass die Straße bei der Holzernte von sogenannten Vollerntern genutzt würde. „Das ist ja für die Straßendecke auch ein Problem.“ Da gebe es noch einiges zu klären.

CDU-Sprecher Hugo Frei merkte an, dass die „Rallyestrecke“, wie Norbert Jung von der Freien Liste Namborn (FLN) die Alte Trierer Straße betitelte, mit Schildern zu versehen sei, die die Geschwindigkeit auf Tempo 30 begrenzten – gerade für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Denn die haben sich in der jüngeren Vergangenheit von einfachen Treckern zu Hochleistungsmaschinen mit reichlich PS unter der Haube gemausert.

Nachdem von Seiten der Verwaltung versichert wurde, dass entsprechende Schilder bestellt und die von Schuhman geforderten Spiegelstriche in die Beschlussvorlage aufgenommen würden, kam es zur Abstimmung. Einmütig segneten die Ratsmitglieder die Vorlage ab.