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In St. Wendel sind sich alle einig
Unsere Spielplätze sollen schöner werden

 Der Zustand des Spielplatzes im Oberlinxweiler Wohngebiet Am Spiemont (Ecke Spiemontstraße/Zum Schlossberg) rief eine Elterninitiative auf den Plan. Als Folge hat die SPD sich des Themas angenommen und die Stadt aufgefordert, ihr Spielplatzkonzept zu überarbeiten.
Der Zustand des Spielplatzes im Oberlinxweiler Wohngebiet Am Spiemont (Ecke Spiemontstraße/Zum Schlossberg) rief eine Elterninitiative auf den Plan. Als Folge hat die SPD sich des Themas angenommen und die Stadt aufgefordert, ihr Spielplatzkonzept zu überarbeiten. FOTO: Thorsten Grim
St. Wendel. Kommunalpolitiker prüfen Rutschen, Schaukeln und Sandkästen in der Kreisstadt. Sie kommen zum Ergebnis: So kann es nicht bleiben. Von Thorsten Grim

Nachdem die Saarbrücker Zeitung kürzlich über den Zustand des Spielplatzes in der Straße Am Spiemont in Oberlinxweiler berichtete – das Thema angestoßen hatten Eltern mit einer  Unterschriftensammlung  und der Oberlinxweiler Ortsrat – hat sich die SPD-Stadtratsfraktion des Themas angenommen. „Viele Spielplätze in der Stadt befinden sich leider in keinem sehr schönen Zustand“, erklärte dazu Marc André Müller, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, bei der jüngsten Zusammenkunft des St. Wendeler Stadtrats. Mitglieder seiner Fraktion hätten sich in den zurückliegenden Wochen ein paar Spielplätze genauer angeschaut, „unter anderem in der Max-Müller-Straße hier in St. Wendel. Und was wir da gesehen haben, das war zum Teil schon erschreckend“. Und das in einer Stadt, die auf ihrer Homepage mit den Attributen Familien- und Kinderfreundlichkeit werbe. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Stärke der Kreisstadt, mit der die Stadtverwaltung gerne kokettiere, „dürfte es eigentlich keine Argumente dafür geben, dass die Spielplätze – von denen es in St. Wendel insgesamt gar nicht mal so viele gibt wie in vergleichbar großen Kommunen – in einem solchen Zustand sind“.


Für die SPD sei das nun ein Anlass, die Verwaltung zu beauftragen, „das Spielplatzkonzept, das der Stadtrat schon 2008 verabschiedet hat, das aber nur rudimentär umgesetzt wurde, fortgeschrieben und noch einmal überarbeitet wird“. Zumal sich die Gegebenheiten geändert hätte. Dort, wo früher junge Familien mit kleinen Kindern gewohnt hätten, könne es sein, dass jetzt gar kein Bedarf mehr bestehe – und umgekehrt.

Und wenn man schon dabei sei, wolle man das Konzept erweitert sehen: „Wir hätten das Ganze gerne mit einem konkreten Zeit- und Maßnahmenplan verknüpft“. Damit festgeschrieben werde, was wann und wo umgesetzt werden soll. „Ich denke, das stünde St. Wendel sehr gut zu Gesicht“, befand Müller.



Bei Bürgermeister Peter Klär (CDU) rannte er damit mehr oder weniger offene Türen ein. Denn tatsächlich hat die Stadtverwaltung laut Klär in der jüngeren Vergangenheit bereits begonnen, das Konzept für die 40 Spielplätze zu überarbeiten und fortzuschreiben. „Es ist fast fertig“, sagte der Verwaltungs-Chef, „aber es ist eben noch nicht ganz fertig. Aber da stehen genau die Dinge drin, die Sie gerade angesprochen haben“, sagte er an Müller gewandt und listete auf: „Eine Bewertung der Spielplätze, die Größe der Spielplätze, das Umfeld des Spielplatzes und der jeweilige Sanierungsaufwand.“ Acht Wochen später hätte er das Konzept präsentieren können – so müsse er die Räte auf Mai vertrösten.

„Wir haben gegen den Antrag per se nichts einzuwenden“, sagte Peter Schunath, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Im Gegenteil. „Wir begrüßen es, dass wir uns im Rat mit der Thematik Spielplatzkonzept befassen.“ Das sei richtig. Nicht richtig sei, „dass wir uns jetzt gegenseitig erzählen, was in St. Wendel denn jetzt alles so schlecht sei – was letztlich nicht den Tatsachen entspricht“. Er räumte ein, dass das Konzept, „von dem es wichtig ist, dass wir überhaupt eines haben, etwas haben schleifen lassen“. Dem müsse man sich stellen.

Doch er brach auch eine Lanze für die Verwaltung, die sich in den zurückliegenden Wochen die Spielplätze konkret angesehen habe und nun handele. Unabhängig davon sei es geboten, dass der Rat sich künftig bei allen Bebauungsplänen, die die Ratsmitglieder verabschieden, auch mit den Fragen beschäftigen: „Wo sind Spielplätze sinnvoll? Wo werden sie noch genutzt? Wo sind sie zu verlagern oder gegebenenfalls auch neu zu schaffen?“ In diesen Punkten müssten sich die Stadtratsmitglieder künftig an die eigene Nase fassen, „damit wir diese Dinge in Zukunft mit berücksichtigen“. Schunath schlug vor, dem Antrag, den die SPD eingebracht hatte, zuzustimmen. „Mit einer kleinen Abänderung dahingehend, dass wir das eben Gesagte mit einfließen lassen.“ Nämlich, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, in der nächsten Sitzung des Bauausschusses das Konzept vorzustellen und obendrein einen Maßnahmenplan für dessen Umsetzung.

Doch die Rechnung solle nicht ohne den Wirt gemacht werden. Daher begrüße es die CDU, dass im SPD-Vorschlag die Eltern und Bürger in die Konzeption eingebunden und deren Anliegen aufgenommen werden – in enger Abstimmung mit der Verwaltung und weniger in Eigenregie. „Weil ich da weder den Ortsrat, noch den Ortsvorsteher noch die Eltern in rechtliche Schwierigkeiten bringen will.“ Denn die technischen Vorgaben und Regeln für öffentliche Spielplätze seien so komplex, „dass wir das in der Hand der Verwaltung belassen sollten“.