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Schwarmfinanzierung
Mit Schwarmfinanzierung zur Sanitär-Anlage

Der Musikverein Hirstein konnte über Crowdfunding die neue Sanitär-Anlage finanzieren.
Der Musikverein Hirstein konnte über Crowdfunding die neue Sanitär-Anlage finanzieren. FOTO: L.Schwung/MV Hirstein
St. Wendel. Crowdfunding ist eine effektive Möglichkeit, Projekte zu finanzieren. Bei zwei Vereinen im Landkreis hat das bestens funktioniert.

() 5635 Euro hat der Musikverein Hirstein eingesammelt. Medizinische Notfallhelfer aus Freisen können sich sogar über 8369 Euro freuen. Damit wurden die beiden ersten Projekte, die über eine sogenannte Crowdfunding-Plattform Geld einsammeln, erfolgreich abgeschlossen. Zum Hintergrund: Unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ hat die St. Wendeler Volksbank in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Mitmacher gesucht – Verein(t)“ (beim Bundesmodellvorhaben Land(auf)Schwung) eine Plattform für Crowdfunding-Projekte ins Leben gerufen. Die Idee dahinter ist vergleichsweise simpel: Vereine können ein Vorhaben vorstellen, für das sie finanzielle Mittel benötigen. Dabei wird ein finanzielles Ziel vorgegeben. Mit kleinen Spenden vieler Personen sollen dann die benötigten Mittel aufgetrieben werden (wir berichteten). Dass das Konzept der gemeinschaftlichen Finanzierung funktioniert, haben die beiden ersten Crowdfunding-Projekte bewiesen.


Der Musikverein Hirstein benötigt das Geld für neue Sanitär-Anlagen in seinem Musikerheim. Der Förderverein der „First-Responder“-Gruppe Freisen möchte für die Truppe eine neue Schutzausrüstung anschaffen. 5000 Euro wollten beide jeweils zusammenbekommen.

Wie es in einer Mitteilung von Land(auf)schwung heißt, wurden die anvisierten Ziele übertroffen. 253 Spender unterstützten die Musiker, 371 die Ersthelfer. Insgesamt sind für die beiden ersten Projekte also mehr als 14 000 Euro zusammengekommen. „Dass die Finanzierungssummen weit übertroffen wurden, ist einfach fantastisch“, sagt Volksbank-Marketing-Leiter Mike Recktenwald. „Dass der Musikverein Hirstein und die First Responder Freisen nun bald ihre Vorhaben verwirklichen können, freut uns natürlich sehr.“ Der Marketing-Leiter ergänzt: „Wir danken allen Spendern und Unterstützern ganz herzlich und freuen uns auf weitere tolle Projekte aus unserer Region.“

Denn weitere Crowdfunding-Projekte sollen in den kommenden Wochen und Monaten ins Leben gerufen werden. Recktenwald dazu: „Gemeinsam mit den Menschen der Region möchten wir natürlich weiter Vereine und gemeinnützige Initiativen stärken. Das Genossenschaftliche Prinzip ‚Was der Einzelne nicht vermag, das schaffen viele’ ist das Grundprinzip der Volksbanken Raiffeisenbanken. Das ist etwas, das uns seit jeher antreibt.“

Silke Lukas, Vorsitzende des Musikvereins Hirstein, sagt: „Wir sind sehr glücklich, dass die Schwarmfinanzierung funktioniert hat. Wir warten jetzt noch auf einen weiteren Zuschuss aus dem Ministerium und dann wollen wir unser Projekt noch in diesem Sommer angehen.“ Pläne für den Umbau der alten Unisex-Toilette im Musikerheim gebe es schon länger, „jetzt können wir diesen endlich angehen“. Der Umbau komme übrigens nicht nur dem Musikverein zugute, „sondern dem gesamten Ort. Die neue WC-Anlage wird nämlich auch vom Kirmes-Platz her zugänglich sein, wenn es dort Veranstaltungen gibt“, sagt Lukas.



Björn Werth von den First Respondern erklärt, dass es für Vereine schwer sei, binnen kurzer Zeit größere Summen zu generieren. Deshalb sei die Aktion der Volksbank „Viele schaffen mehr“ eine „super Gelegenheit für uns“ gewesen. „Dass es so ein herausragender Erfolg wird und wir 8369 Euro an Spendengeldern bekommen haben, damit hätten wir nicht gerechnet. Für uns war es großartig zu sehen, dass wir im gesamten Landkreis Anerkennung und Unterstützung für unsere Arbeit erhalten.“

Eine Info-Veranstaltung für alle an der Schwarmförderung interessierten Vereine wird es am Montag, 16. April, um 18 Uhr im UTZ St. Wendel (Konferenzraum 2) geben. Interessenten können sich unter info@vereinsplatz.saarland anmelden.

Die Gruppe First Responder Freisen, hier Steffen Klos, freut sich über fast 8400 Euro aus dem Crowdfunding-Projekt.
Die Gruppe First Responder Freisen, hier Steffen Klos, freut sich über fast 8400 Euro aus dem Crowdfunding-Projekt. FOTO: Franz Rudolf Klos