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Fastnacht
Urexweiler als Zentrum im Narrenkreis

Die Hanjobs Showedancers tanzten in der Narrhalla zu fetziger Rock’n’Roll-Musik.
Die Hanjobs Showedancers tanzten in der Narrhalla zu fetziger Rock’n’Roll-Musik. FOTO: Frank Faber
Urexweiler. Riesige Party in der Mehrzweck-Narrhalla: Bei der ersten Kappensitzung der Session ließen es die Narren ordentlich krachen. Von Frank Faber

Stimmung von der ersten Minute an: Der Karnevalverein „mr genn us net“ Urexweiler hat bei der ersten von zwei Kappensitzungen seine Akteure losgelassen. Bereits ab 19.11 Uhr steigt in der Mehrzweck-Narrhalla. Den Auftakt übernehmen die kleine Garde und die bunt kostümierten Minis mit dem Pipi-Langstrumpf-Showtanz. Das Funkenmariechen Alina Hart vereint turnerische Elemente, Akrobatik und Rhythmusgefühl in einer flotten Choreografie. Alles sieht spielerisch leicht aus.


Dagegen hat das Enkelchen (Dana Hart) erhebliche Schwierigkeiten, wenn es der Oma (Jonas Angel) die Vorzüge von modernen Sachen näherbringen will. An der gleichen Geschichte scheitert die computeraffine Waltraud (Manuela Reis), die der Freundin Mariechen (Ilse Wegmann) vergeblich die Vorzüge eines iPhones oder USB-Sticks erklären will. Ein Mädel (Anne Dieudonne) will mit Begleitetem Fahren erste Erfahrung im Straßenverkehr sammeln. Zu dumm, die Begleitperson ist die Mama (Daniela Riefer), die schmeißt alles durcheinander und versteht ihre Beifahrertätigkeit als verkleidetes Fahren.

Das 3xX-2xL-Modell (Bianca Mörsdorf) träumt von der großen Karriere auf dem Laufsteg. Der Anfang ist vielversprechend. „Als ich vom Eiffelturm gefallen bin, hat mich Karl Lagerfeld aufgefangen, und der war auf der Stelle platt“, berichtet die Wuchtbrumme. Doch der Modezar schafft es nicht, sie groß raus zu bringen, und die Vision, für Hochglanzmagazine vor der Kamera zu posieren, zerplatzt wie eine Seifenblase.



Kontrastprogramm: Susi (Susanne König) will nach einer Langzeit-Diät im Designerkleid ihre Topfigur zur Schau stellen. Zuvor ist sie auf die Hilfe von Sitzungspräsident Recktenwald angewiesen, der sie aus dem hautengen Mieder befreien muss. Beim Sex könne man so viele Kalorien verbrennen, so hat Susi gehört, wie beim Lauf über die Distanz von fünf Kilometern. „Dann brauchen wir für die fünf Kilometer nur eine Minute“, beschreibt Susi, wie lahm es im Schlafzimmer zugeht. Von den zahlreichen Entgiftungen hat die Diät-Dame die Nase gestrichen voll. „Das Maß aller Dinge ist nicht das Gewicht“, stellt sie fest.

Sitzungspräsident Recktenwald will dem Publikum eine gute Nachricht nicht vorenthalten. Seit dem 11.11. greift die neue Reform. Der Landkreis, so vermeldet Recktenwald, sei ein Narrenkreis geworden mit dem närrischen Zentrum in Urexweiler. Das männliche Geschlecht sollte das Dorf lieber weiträumig meiden. „Wir sind wieder mal zu haben, wieder mal ganz allein“, singen elf Mordsweiber (Wilde 13), die bislang noch jeden Mann um die Ecke gebracht haben. Dafür ist der weibliche Nachwuchs klasse in Form. Der Tanz der mittleren Garde, kommt gut an. Zur Musik von Michael Jackson geht die große Garde ab, eine Kombination der kleinen und mittleren Garde macht sich auf eine rasante Geisterjagd. Aus Jamaika kommend taucht eine elegant tanzende Gruppe Rastamänner (Männerballett) in der Halle auf. Dem Reggaesound folgt Rock’n’Roll-Musik, zu der die Hanjobs Showdancers ihre Röcke schwingen lassen. Abschließend tönen ein paar kölsche Nummern, und Recktenwald versammelt zum Finale alle Akteure auf der Bühne.

Hoch hinaus ging es für das Männerballett aus Urexweiler.
Hoch hinaus ging es für das Männerballett aus Urexweiler. FOTO: Frank Faber