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Verschenkemarkt
Ein zweites Leben für Fahrrad und Co.

Das Veranstaltungszelt war voll mit Gegenständen und Marktbesuchern. Bei dem großen Angebot wurde letzten Endes (nahezu) jeder fündig.
Das Veranstaltungszelt war voll mit Gegenständen und Marktbesuchern. Bei dem großen Angebot wurde letzten Endes (nahezu) jeder fündig. FOTO: Frank Faber
Marpingen. Groß war der Besucherandrang beim Tausch- und Verschenkmarkt des Entsorgungsverbands Saar in Marpingen. Von Frank Faber

Rabatte waren am Black Friday oder wie in St. Wendel am Shopping-Black-Weekend das wichtigste Argument der Händler und Geschäftsleute, Menschen zum Einkaufen zu bringen, damit die Ladenkassen klingeln. Das krasse Gegenteil dazu hat der Entsorgungsverband Saar (EVS) am Samstag mit dem Tausch- und Verschenkmarkt in Marpingen veranstaltet. Hier gab es in einem Zelt und der Möbelabteilung Schnäppchen wie Haushaltsartikel, Spielsachen bis hin zu Kleidung und Sportgeräten zum Nulltarif. „Die Weiternutzung der gebrauchsfähigen Gegenstände ist sehr wichtig. Statt dass sie entsorgt werden, bleiben sie in einem Kreislauf und vermeiden Abfall“, verriet EVS-Pressesprecherin Marianne Lehmann, was hinter der Aktion steckt.


Der enorme Besucherandrang am Für-lau-Samstag glich schon zeitweise einem Black-Friday-Gedränge – allerdings ging es weitaus entspannter zu. Bereits eine halbe Stunde vor der Eröffnung um 10 Uhr standen die Menschen beharrlich in einer langen Schlange, um anschließend zu stöbern und gebrauchten Gegenständen die Chance auf ein „zweites Leben“ zu geben. „Alle angelieferten Sachen haben wir vorsortiert“, teilte Lehmann  mit. Anschließend strömte die Kundschaft ins Zelt, begutachtete die Ware und konnte zugreifen, ohne den Geldbeutel zücken zu müssen. Das Markttreiben hatte etwas von einer Kombination aus Flohmarkt und Second-Hand-Laden, nur gewerbliche und kommerzielle Interessenten durften am Tausch- und Verschenkmarkt nicht teilnehmen. Draußen schleppte ein Ehepaar noch vier Stühle bei, wurde ein Mann bei einem noch top aussehenden Mountainbike fündig. „Ich habe ein gutes Fahrrad gefunden, da kann mein Hund schön nebenherlaufen“, berichtete der zufriedene Tauscher. Ein anderer Mann fuhr rückwärts sein Auto bei, um den Crosstrainer einzuladen. Poster mit Nachdrucken von Gemälden bekannter Maler wie Salvatore Dali oder Wassily Kandinsky waren schnell vergriffen. „Besonders eilig war die Weihnachtsdekoration weg“, meinte die Pressesprecherin. Ständig kamen noch gerade eingetroffene Artikel dazu und wurden von den EVS-Mitarbeiterinnen auf den Tischen einsortiert.

„Wenn jemand nichts zum Tausch mitbringt, ist das auch nicht weiter schlimm. Jeder kann mit leeren Händen kommen und mit einer vollen Tasche gehen“, betonte Lehmann. Mehr als fünf Stunden lief der zweite Tausch- und Verschenktag auf dem EVS-Gelände in Marpingen. Mit der Veranstaltung beteiligte sich der Entsorgungsverband gleichzeitig an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die zwischen dem 17. und 25. November veranstaltet wurde. Und was wird aus den Sachen, die keinen Abnehmer gefunden haben? „Unter die Räder kommt nichts, wenn wir niemanden für die restlichen Gegenstände hätten, wäre das ja gruselig“, sagte Lehmann. Alles, was keinen neuen Besitzer fand und übrig blieb, nahm der St. Wendeler Förderverein Kleine Hände am Nachmittag in Empfang. „Eine soziale Einrichtung kann die Sachen gut gebrauchen“, erklärte Lehmann. Jedes Jahr veranstaltet der EVS einen derartigen Markt. Wer so lange nicht warten will, der kann auch online beim EVS tauschen und verschenken. Dort findet sich vieles, was eine neue Nutzung sucht, wirbt der Entsorgungsverband.