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Raus aus dem Marpinger Rathaus
Volker Weber wird von den Narren ins Kloster verbannt

 Marpingens Bürgermeister Volker Weber wurde zwar in charmanter Begleitung abgeführt. Aber für den Verwaltunsgchef geht es jetzt ins Kloster.
Marpingens Bürgermeister Volker Weber wurde zwar in charmanter Begleitung abgeführt. Aber für den Verwaltunsgchef geht es jetzt ins Kloster. FOTO: Frank Faber
Marpingen. Alles betteln half dem Marpinger Bürgermeister nichts. Auch Kirchenasyl wurde ihm nicht gewährt. In der Tholeyer Abtei soll er beten lernen. Von Frank Faber

Raus mit dem Marpinger Bürgermeister Volker Weber (SPD), grölen die Garden des Alsweiler Theater- und Karnevalsverein. Der Verwaltungschef hat Besen und Schrubber an sein Personal verteilt, um das Verwaltungsgebäude vor dem Ansturm der Narren zu verteidigen. Es hilft nicht, das Rathaus fällt und Weber geht es richtig an den Kragen.


Totale Misswirtschaft, wirft der Alsweiler Sitzungspräsident Thomas Bauerfeld dem Staatsdiener vor. „Er hat den Haushaltsplan in chinesischer Sprache vorgetragen und der Ortsrat hat das nicht verstanden“, prangert Bauerfeld an. Dementsprechend fordern die Narren vehement eine Gemeindebrauerei auf Alsweiler Boden. „Das Bier kostet dann 50 Cent“, lautet ein weiterer Auftrag an Weber.

Etwas Gnade lassen die Fastnachter walten, denn die hübschen Gardemädels schleppen den Junggesellen durch den Ort. Vom Rathaus wird er ins Pfarrheim verfrachtet – für Weber ein Gang nach Canossa. Beim tobenden Narrenvolk im Saal wimmert er um Milde. „Ich bin doch unschuldig“, beteuert Weber und beantragt Kirchenasyl.



Aber auch bei Pastor Volker Teklik beißt sein Gejammere auf Granit. Der Kirchenmann schickt ihn zu den Benediktiner-Mönchen in die Abtei Tholey. „Jawoll, jawoll“ jubeln lautstark die Narren, dass der unfähige Verwaltungsmann nun im „Name der Rose“ das Beten lernt. Damit nicht genug. Im Anschluss an den Klosteraufenthalt muss Weber als spätberufener Messdiener in Marpingen die Messe dienen. „Nun ist er erst einmal für vier, fünf Wochen hinter Mauern weg“, stellt Bauerfeld freudig fest. Webers Amtssitz ist bis Mittwoch in Hand der Altweiler Narren.