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Potsdam: Marpinger treten in die Pedale

Ziel erreicht: Per Rad ging's zum Brandenburger Tor in Potsdam. Foto: Markus Mörsdorf/Schule
Ziel erreicht: Per Rad ging's zum Brandenburger Tor in Potsdam. Foto: Markus Mörsdorf/Schule FOTO: Markus Mörsdorf/Schule
Marpingen. Gemeinschafstschüler zieht's mit Freunden aus dem Elsass auf große Fahrt. Von Berlin ins Brandenburgische. red

Die Bilder der Verabschiedung in Frankfurt sprechen für sich: Nach sechs gemeinsamen Tagen sur la route, wie der Saarländer sagt, haben sich die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler nicht nur kennengelernt. Freundschaften sind entstanden, man hat sich über politische Entwicklungen ausgetauscht, tagsüber Berliner Sehenswürdigkeiten besichtigt, abends gemeinsam Spaß gehabt, berichtet Markus Mörsdorf von der Gemeinschaftsschule Marpingen.


Die erste gemeinsame politische Exkursion der Marpinger Gemeinschaftsschüler und des Lycée Schuré aus dem elsässischen Barr ging in die Bundeshauptstadt Berlin und sei ein großer Erfolg gewesen. Nach ihrer Ankunft seien die 20 Franzosen von den Familien der 23 Marpinger Schüler aufgenommen worden. Samstags sei es dann mit der Bahn für sechs Tage nach Berlin gegangen, wo das Rollenspiel im Bundestag und die Besichtigung des Bundeskanzleramtes die politischen Höhepunkte darstellten. "Ziel unserer Kooperation mit dem Lycée in Barr ist es, den jungen Leuten aus beiden Ländern das jeweils andere politische System vor Ort bekannt zu machen. Wir wollen Gelegenheiten zur Diskussion aktueller politischer Themen in beiden Sprachen bieten und auch die gemeinsame regionale Identität beiderseits der nationalen Grenze stärken", erklärt Schulleiterin Petra Brenner-Wolff.

Vertieft wurde das während eines Vortrags mit Diskussion in der saarländischen Landesvertretung, wo deren Leiter über die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen und die Frankreichstrategie des Saarlandes informierte, unterstützt von einer Abgesandten der französischen Botschaft. Deren Fazit lautete: "Wir müssen es den jungen Leuten aus Deutschland und Frankreich ermöglichen, positive emotionale Erfahrungen miteinander zu machen."



Genau das scheint gelungen zu sein. Denn trotz des prallen politischen Programms blieb laut Mörsdorf genug Zeit, das Berliner Hauptstadtleben gemeinsam zu erkunden: Geführte Stadtspaziergänge, gemeinsame Mittagessen, Abtanzen in der Megadiskothek Matrix, eine Radtour, der Besuch des Neuen Museums mit der Büste der Nofretete und vor allem die Dachterrasse des Berliner Jugendhotels erwiesen sich als ausgezeichnete Gelegenheiten, sich kennenzulernen, auszutauschen, Erfahrungen zu teilen. Am Abschlusstag weinte man gemeinsam im Cinéma Paris am Kurfürstendamm über das Schicksal des deutsch-französischen Paares im Film "Frantz", der zweisprachig aufgeführt wurde. Weitere Tränen gab es dann im Zug und bei der Verabschiedung im Hauptbahnhof Frankfurt. Dort trennte man sich. Die Marpinger fuhren zurück ins Saarland, die Gymnasiasten aus Barr ins Elsass. Doch schon Mitte Mai gibt es ein Wiedersehen. Aus Anlass des 60. Geburtstages der EU wird man sich für zwei Tage im Elsass erneut treffen und dabei auch das Europäische Parlament in Straßburg besuchen. Getreu dem Motto: "Die EU - Es ist dein Europa. Wir sind Europa".

Zum Thema:

Das Projekt erfährt nicht nur durch die Frankreichstrategie der Landesregierung und den Landtag Unterstützung, sondern auch vonseiten des Deutsch-Französischen Jugendwerks, des Bundestages sowie der Europaabgeordneten Jo Leinen und Birgit Collin-Langen. Darüber hinaus fördern einige Unternehmen den Jugend-Austausch. Das Projekt soll im nächsten Schuljahr seine Fortsetzung in einer gemeinsamen Exkursion mit einer neuen binationalen Schülergruppe nach Brüssel und Straßburg sowie zu den politischen Institutionen der Französischen Republik in Paris finden. Das Projekt hat sich für den Weiterbildungspreis beworben.