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Parteien-Zahl könnte sich verdoppeln

Auch der Marpinger Bürgermeister Werner Laub wünscht sich eine eigene Hausmacht zurück. Seine Partei, die SPD, musste 2004 ihre Mehrheit an die Christdemokraten abtreten Von SZ-Redakteur Rainer Ulm

Auch der Marpinger Bürgermeister Werner Laub wünscht sich eine eigene Hausmacht zurück. Seine Partei, die SPD, musste 2004 ihre Mehrheit an die Christdemokraten abtreten. Laub geht nun selbst als Spitzenkandidat der SPD in den Wahlkampf, obwohl er auf dem frisch wiedereroberten Chefsessel im Marpinger Rathaus gerne sitzen bleiben und nicht auf einem der härteren Gemeinderatsstühle Platz nehmen möchte.Aber er will die Machtverhältnisse umkehren. Denn derzeit tut er sich schwer, mit den 19 CDU-Gemeinderäten gegen nur 14 von der SPD zurechtzukommen, wie jüngst in Sachen "Marpinger Grundschulneubau", den er und die SPD-Fraktion aus Kostengründen ablehnten, die Christdemokraten aber mit ihrer Mehrheit schließlich durchsetzten. Selbst wenn es Laub und den Seinen gelingen sollte, das Blatt zu wenden, muss er in Sachen "Machtverteilung" noch mit zwei "Unbekannten" rechnen, nämlich den Grünen und den Linken, die es ebenfalls in das bislang Zwei-Parteien-Kommunalparlament schaffen könnten. Dann werden die Karten neu gemischt. Und Laub bräuchte vielleicht die SPD-Mehrheit gar nicht, könnte - bei etwas Kompromissbereitschaft - seine Vorhaben mit Hilfe der neuen Parteien selbst dann auf den Weg bringen, wenn seine SPD ein, zwei Sitze weniger im Marpinger Rat hätte als die CDU. Gleichwohl gibt es auch viele Vorhaben, an denen sich SPD und CDU nicht gerieben haben, zum Beispiel die Herrichtung der Marienverehrungsstätte im Härtelwald oder der Ausbau des Schullandheims in Berschweiler zum Naturerlebniszentrum. Beide Projekte zeigen nun erste Erfolge. Wer darf sich demnächst im Marpinger Gemeinderat gemeinsam darüber freuen?Diese und andere Fragen werden die rund 9270 Wähler in der Gemeinde Marpingen am 7. Juni mit ihren Wahlentscheidungen beantworten.