| 20:46 Uhr

Handball
Schrecksekunde vor dem Gipfeltreffen

Joline Müller zieht vor vollen Rängen ab. Die Moskitos rechnen auch im Top-Spiel gegen die HSG Hunsrück mit einer guten Kulisse. Hinter dem Einsatz Carolin Wegmann (rechts) steht aber noch ein Fragezeichen.
Joline Müller zieht vor vollen Rängen ab. Die Moskitos rechnen auch im Top-Spiel gegen die HSG Hunsrück mit einer guten Kulisse. Hinter dem Einsatz Carolin Wegmann (rechts) steht aber noch ein Fragezeichen. FOTO: Klos Horst
Marpingen. Es ist das ultimative Spitzenspiel: Die Oberliga-Handballerinnen des Tabellenzweiten HSG Marpingen-Alsweiler empfangen an diesem Samstag Spitzenreiter Hunsrück. Beide sind noch ungeschlagen. Von Frank Faber

Schrecksekunde für Carolin Wegmann: Die Abwehrchefin der Marpinger Moskitos hat sich im Abschusstraining beim Aufwärmspielchen am rechten Fuß verletzt und musste die Übungseinheit vorzeitig beenden. Ob die 29-Jährige im Gipfeltreffen der Handball-Oberliga zwischen der HSG Marpingen-Alsweiler und der HSG Hunsrück (Samstag, 20 Uhr, Sporthalle Marpingen) auflaufen kann, ist fraglich. „Das hat die Stimmung bei uns schon etwas gedämpft“, sagt Trainer Jürgen Hartz.


 Zwei Stunden zuvor war alles noch bestens, als sich die Handballerinnen zur Videoanalyse in der Halle versammelten. Auf dem Bildschirm tauchte das Moskitos-Logo auf – und Regisseur Hartz fuhr den Film ab. „Die Mannschaft soll auch Szenen sehen, die wir im letzten Spiel gegen Arzheim nicht gut gelöst haben“, erklärt der 52-Jährige. Später, während der Dehnübungen, wird geflachst und gelacht. Michelle Hartz kramt einen pinkfarbenen Gummiball aus ihrer Tasche – und mit allen Körperteilen spielen zwei Mannschaften zum Aufwärmen One-Touch-Ball gegeneinander. „Die Regeln kann man nicht erklären, es gibt keine“, sagt die verletzte Rückraumspielerin Sara Urhahn.

Trainer Hartz beobachtet lachend die Aktionen. Team Bunt führt mit 2:0, da lässt plötzlich ein Schrei alle Moskitos erstarren. Wegmann ist bei einer Aktion auf den Fuß von Marie Kiefer getreten und liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Feierabend für die Rückraumspieler.



 Als Moskitos-Manager Reimund Klein die Halle betritt und Wegmann mit dick bandagiertem Fuß und Eisbeutel leidend auf der Bank sitzen sieht, wechselt blitzschnell seine Gesichtsfarbe. „Auch das nochl“, sagt der Manager. Kurz zuvor hatte Klein noch darüber sinniert, ob es schon einmal eine Oberliga-Topbegegnung gegeben hat, bei der beide Mannschaften mit je 20:0 Punkten aufeinandergetroffen sind. Eingefallen dazu ist ihm keine – aber an eine volle Marpinger Sporthalle bei einem Liga-Auftritt der Moskitos kann er sich noch gut erinnern. „Das war in der Regionalliga-Saison 2007/08 gegen den späteren Meister Reichensachsen“, blickt er zurück.

Auch Kreisläuferin Anna Bermann muss lange in der Erinnerung kramen, wann sie ihr letztes Spiel um die Tabellenspitze bestritten hat. „Ich glaube, das war in der E- oder D-Jugend. Gegen Hunsrück freuen wir uns auf viele Zuschauer und eine tolle Stimmung in der Halle, und dazu wollen wir ein gutes Spiel machen“, fiebert sie dem Anpfiff entgegen.

Ex-Nationalspieler Hartz hat solche Handballkracher in seiner Laufbahn hundertfach erlebt. „Ob 30 oder 3000 Zuschauer in der Halle sind, ist aber völlig egal, wir sind nur auf uns fokussiert“, gibt der Trainer die Richtung vor. „Ich habe zweimal mit den Mädels im Heimspiel gegen Hunsrück gespielt – und verloren. Also können wir doch nur gewinnen“, motiviert er sein Team. Danach pfeift Hartz die beiden Übungsstunden ab, alle Spielerinnen wünschen Wegmann gute Besserung.