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Im Ausland
Mit brasilianischen Kindern gelernt

Kim (Mitte) zusammen mit ihrer Chefin Alice (links) und ihrer Gastmutter Remedinha
Kim (Mitte) zusammen mit ihrer Chefin Alice (links) und ihrer Gastmutter Remedinha FOTO: Kim Teichmann
Marpingen. Die 20-jährige Kim Teichmann hat einen 13-monatigen Freiwilligendienst in einer Förderschule in Piripiri absolviert. Von red

13 Monate lang war die 20-jährige Kim Teichmann in Brasilien. Dort hat die Marpingerin nach ihrem Abitur einen Freiwilligendienst über das Bistum Trier in der Stadt Piripiri gemacht. Die Stadt liegt im Nordosten des Landes, etwa 400 Kilometer von der Stadt Fortaleza entfernt, in der auch Fußballspiele während der WM stattgefunden haben. Das berichtet das Bistum Trier.


„Ich habe dort in einer Förderschule gearbeitet“, erzählt Kim. In Brasilien gehen zwar alle Kinder, egal ob mit oder ohne Behinderung, gemeinsam in die Schule. Kinder, die Förderanspruch haben, besuchen aber zusätzlich den Förderunterricht. „Ich bin mit den Lehrerinnen in den Unterricht gegangen und habe ihnen geholfen und mit den Schülern Übungen gemacht“, berichtet Kim. Der größte Teil des Unterrichts bestehe aus Alphabetisierungs-Maßnahmen sowie Lesen, Schreiben oder Rechnen. Nachmittags hat Kim noch ein paar Stunden im Sekretariat der Schule gearbeitet.

 Was nach einem sehr geregelten Arbeitsalltag klingt, war am Anfang eine große Herausforderung. Außer ein paar Wörtern sprach Kim anfangs kein Portugiesisch. „Wir haben uns mit Zeichensprache unterhalten und ich hatte eine Übersetzungs-App auf dem Handy parat. Im digitalen Wörterbuch hab ich, wenn ich was dringend kommunizieren wollte, Stichwörter eingegeben und der Google-Übersetzer kam auch öfter zum Einsatz.“ Irgendwie ging es, und im Laufe der Zeit wurde ihr Portugiesisch immer besser.



Neugierde auf die Welt – das war es, was sie dazu bewogen hatte, einen Freiwilligendienst zu absolvieren. „Ich wollte die Welt kennenlernen. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich nicht nur etwas für mich machen will, sondern dass es einen Zweck hat, dass irgendetwas zurückbleibt.“ Ihren Freiwilligendienst hat sie über den Verein Soziale Friedensdienste im Ausland (Sofia) des Bistums Trier gemacht. „Mir hat das Konzept von Sofia gut gefallen, dass man ins Ausland zum Lernen geht, aber auch mit den Menschen in Berührung kommt. Das ist ein wichtiger Punkt bei Sofia, dass man sich von den Menschen und der Kultur berühren lässt.“

Nach einer schriftlichen Bewerbung, einem Orientierungswochenende und einem Bewerbungsgespräch fand die Vorbereitung auf den Dienst statt. In mehreren Seminaren, die manchmal einen Tag, manchmal über ein Wochenende und einmal sogar zehn Tage gingen, wurden die knapp 30 Freiwilligen aus dem ganzen Bistum Trier auf ihren Dienst in Indien, der Ukraine, Bolivien oder Brasilien vorbereitet.

In Brasilien waren zusammen mit Kim noch zwei weitere Sofia-Freiwillige, allerdings in anderen Städten. Ab und zu haben sie sich getroffen, berichtet Kim, und so auch ein bisschen mehr von dem riesigen Land kennenlernen dürfen.

Seit kurzem ist sie nun wieder zurück in Deutschland. Ganz besonders vermisst sie ihre Gastfamilie. „Ich habe mich dort zu Hause gefühlt“, erzählt Kim. Auch in ihrer Schule hatte sie viel Spaß: „Die Schüler haben mich total herzlich aufgenommen. Sie konnten sich noch an den letzten Freiwilligen erinnern, den sie auch gemocht haben. Dann waren sie auch direkt neugierig auf mich.“ Sie vermisse ihre Schüler. „Das war ein unglaublich herzliches Verhältnis.“

Demnächst beginnt für Kim ihr nächstes Abenteuer: In Freiburg beginnt sie ein Studium. Sie will Lehrerin werden.

Wer ebenfalls Interesse an einem Freiwilligendienst im Ausland hat, kann vom 28. bis zum 30. Oktober am Orientierungswochenende im Haus Sonnental in Wallerfangen teilnehmen.