| 00:00 Uhr

Märsche und ein Moment der Stille

Marpingen. Vor 400 Zuhörern hat das Heeresmusikkorps Koblenz ein Benefizkonzert in Marpingen gegeben. Aufgrund des Airbus-Absturzes musste das Bundeswehr-Orchester sein Programm umstellen und gab marschlastige Melodien zum Besten. Frank Faber

Die Mitglieder des Koblenzer Heeresmusikkorps sind Musikprofis, aber zudem auch ein Teil der Streitkräftebasis. Am Mittag vor dem Benefizkonzert in Marpingen wurde dem Ensemble befohlen wegen des tragischen Unglücks der Germanwings-Maschine ihr Programm entsprechend anzupassen. "Befehl von ganz oben, wir haben aus gegebenem Anlass unser Programm geändert", teilte Oberstleutnant und Dirigentin Alexandra Schütz-Knospe den 400 Besuchern in der Marpinger Schulaula mit. Vor dem ersten musikalischen Ton bat die Taktgeberin das Publikum, sich zu einer Gedenkminute von ihren Plätzen zu erheben.

"Wir werden ihnen einen bunten Strauß aus musikalischem Hochgenuss präsentieren", versprach die Taktgeberin daraufhin. Mit dem Militär-Marsch "Wir präsentieren" von Hans Ailbout stieg das 60-köpfige Ensemble ins Programm ein. Elegant, eine Spur schmissiger und mit Harmonie tönte sich das Orchester durch Jan van der Roosts beliebten Konzert-Marsch "Mercury". Posaunist und Oberfeldwebel Julien Miehe bewies eindrucksvoll bei seinem Solo für Konzert- und Blasorchester, dass er sein Instrument aus dem Effeff beherrscht, und nahm etwas außer Puste den redlich verdienten Applaus an.

"Wir proben jeden Tag, wenn wir nicht gerade im Einsatz sind", erklärte Dirigentin Schütz-Knospe. Bei den "Bildern einer Ausstellung" (Modest Mussorgski) skizzierte der Klangkörper musikalische Sequenzen, bei dem er im Schlussteil mit epischer Anmut vor dem "großen Tor von Kiew" Halt machte. Der "Marche de Soldat" (Robert Bruce) startete etwas schlicht, schon melancholisch, und nahm dann richtig Tempo auf. Unbeschwert verteilte sich das dreisätzige Werk "Three Celtic Dances" von Brian Balmages im Saal. Die Melodie in typisch schottischer Mode entwickelte Rhythmen und Harmonien und wurde in seinem furiosen Abschluss von der Dynamik der Percussionisten dominiert. Der Höhepunkt des Auftrittes der Bundeswehr-Musikanten war ein Udo-Jürgens-Medley (Bearbeitung: Walter Ratzak) der besonderen Art. Viel Flair und Swing lag in den Melodien zum Träumen "Deinetwegen" oder "Ich war noch niemals in New York". Nach dem Zugabenteil endete das Konzert mit nicht enden wollendem Applaus für die Musiker. "Mit 400 Besuchern sind wir sehr zufrieden", freute sich Gregor Hinsberger, der Kulturbeauftragte der Gemeinde Marpingen .

Auf Vermittlung des Bundeswehr-Sozialwerkes war es der Gemeinde und der Musikgemeinschaft Marpingen-Alsweiler zum vierten Male gelungen, eines der renommiertesten Bundeswehr-Orchester für das Benefizkonzert zu gewinnen. Der Erlös fließt zu gleichen Teilen ins Bundeswehr-Sozialwerk und die Jugendförderung der Musikgemeinschaft.