| 20:29 Uhr

Konzert
Konzert führt durch die Leidensgeschichte Jesu Christi

Der Kammerchor Schaumberg und die Solisten zogen das Publikum mit ihrer Aufführung in den Bann.
Der Kammerchor Schaumberg und die Solisten zogen das Publikum mit ihrer Aufführung in den Bann. FOTO: B&K / Bonenberger/
Marpingen. Schon beim ersten Blick ins Programmheft konnte der Kenner der Alte-Musik-Szene erahnen, was ihn in den folgenden knapp 120 Minuten erwarteten würde: ein Instrumentalensemble bestehend aus führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der historisch informierten Aufführungspraxis, sozusagen ein Querschnitt aus Cantus Cölln, Concerto Köln und Concentus musicus Wien. Dazu ein Solistenensemble, das voll zu überzeugen wusste, und schließlich der Kammerchor Schaumberg, der einmal mehr unter Beweis gestellt hat, dass er zu Recht zu den führenden Chören im Saarland zu zählen ist.

Schon beim ersten Blick ins Programmheft konnte der Kenner der Alte-Musik-Szene erahnen, was ihn in den folgenden knapp 120 Minuten erwarteten würde: ein Instrumentalensemble bestehend aus führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der historisch informierten Aufführungspraxis, sozusagen ein Querschnitt aus Cantus Cölln, Concerto Köln und Concentus musicus Wien. Dazu ein Solistenensemble, das voll zu überzeugen wusste, und schließlich der Kammerchor Schaumberg, der einmal mehr unter Beweis gestellt hat, dass er zu Recht zu den führenden Chören im Saarland zu zählen ist.


Für den weniger informierten Zuhörer war der Eindruck nicht minder ergreifend, denn von der ersten Sekunde an wurde das Publikum durch das kunstvolle und mit vielen Symbolen durchsetzte Geschehen der Leidensgeschichte Jesu geführt, zum Nachdenken animiert oder auch
bildhaft in die dramatische Szenerie hineinversetzt: an erster Stelle durch Max Ciolek, der den Evangelistenpart übernommen hatte. Der Tenor, der schon unter vielen namhaften Dirigenten gesungen hat, schilderte die Passion wohl balanciert von nüchterner Betrachtung des Geschehens bis hin zur ergreifenden Anteilnahme.

Die Christusworte sang Christian Heib, der Jesus eine hörbare Gestalt verlieh, würdevoll und zugleich entschlossen, dem johanneischen Grundgedanken folgend, den göttlichen Heilsplan zu vollenden. Vinzenz Haab, der die Partie des Pilatus übernommen hatte, überzeugte eindrucksvoll in den Arien. Ob bei „Eilt ihr angefocht’nen Seelen“ oder auch mit der betrachtenden Arie „Mein teurer Heiland, lass dich fragen“: Haab zeichnete sich durch große deklamatorische Sicherheit aus.

Den drei Männerstimmen standen mit Eva Leonardy (Sopran) und Angela Lösch (Mezzosopran) zwei ebenso ausdrucksstarke Solistinnen an der Seite: Eva Leonardy, die  zum einen leichtfüßig Jesus in den Palast des Kaiphas folgte („Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten“) und zum anderen den Tod des Erlösers in der Arie „Zerfließe, mein Herze“ beweinte. Und Angela Lösch, die besonders in der Arie „Es ist vollbracht“ die ganze Bandbreite ihrer Stimme zur Geltung brachte.

Und dann war da noch der Kammerchor Schaumberg, der mitreißend das Volk der Juden (Turba-Chöre) verkörperte, einfühlsam die betrachtenden Choräle sang und dadurch für die hochkarätigen Solisten und Musiker ein ebenbürtiges Ensemble war.



Geleitet wurde der Klangkörper von Christian Holz, der mit seinen Gesten, die Akteure in die gewünschte Stimmung dirigierte. Mal energisch, mal ruhig bis hin zu minimalsten Bewegungen: Christian Holz verstand es geschickt, Solisten, Chor und Orchester zu einer Einheit zu formen. Die Begeisterung der Zuhörer fand nach dem Schlussakkord in stehenden Ovationen Ausdruck.