| 20:22 Uhr

Handball-Saarlandliga
Gut, wenn man noch ein Ass im Ärmel hat

Joshua Wolf von der HSG Nordsaar legt sich ins Zeug. Dank des Sieges gegen Merchweiler hat das Team den Klassenverbleib drei Spieltage vor Ende sicher.
Joshua Wolf von der HSG Nordsaar legt sich ins Zeug. Dank des Sieges gegen Merchweiler hat das Team den Klassenverbleib drei Spieltage vor Ende sicher. FOTO: Horst Klos (Klosfoto) / Klos Horst
Marpingen. Starker Auftritt, klarer Sieg: Die Handballer der HSG Nordsaar haben mit einem 30:22-Sieg gegen Merchweiler den vorzeitigen Klassenverbleib gefeiert. Von Frank Faber

All die zuvor kassierten Hiobsbotschaften und Rückschläge waren am Samstagabend in der Marpinger Sporthalle plötzlich vergessen: Handball-Saarlandligist HSG Nordsaar besiegte den TV Merchweiler mit 30:22 (13:9) – und feierte damit den vorzeitigen Verbleib in der höchsten saarländischen Spielklasse. „Ich bin zufrieden, unser Sieg war nie gefährdet. Unter dem Strich war es eine gelungene Leistung“, freute sich Trainer Marko Heidemann nach der Partie.


Trotz des ständigen Ausfalls von bis zu fünf verletzten Akteuren behielt der Übungsleiter die gesamte Saison über die Ruhe und bastelte – bis auf die Partie in Niederwürzbach, die aus Personalmangel abgesagt werden musste – Spieltag für Spieltag ein spielfähiges Team zusammen. Auch gegen Merchweiler. Da ließ sich Heidemann etwas ganz Neues einfallen. Nach der Reaktivierung von Routinier Jan Böing (sechs Tore) für die restlichen Spiele der Saison zauberte der 40-jährige mit Rouven Wilhelm (vier Tore) für die wichtige Begegnung gegen den Drittletzten Merchweiler noch eine Verstärkung aus der dritten Mannschaft aus dem Ärmel. „Beide haben sich in der Abwehr gut ergänzt“, attestierte der Übungsleiter seinen „Aushilfen“ einen guten Auftritt.

Dennoch lagen die Gastgeber nach einer Viertelstunde mit 4:5 hinten. Doch weder davon noch von der körperbetonten Spielweise des Gegners ließ sich Nordsaar von der vorgegebenen Marschroute abbringen. „Spielerisch müssen wir ja Abstriche machen, dafür haben wir viel Kampf und Wille gezeigt“, meinte Heidemann zufrieden.

In der hektischen Phase der Begegnung stand Torhüter Daniel Mörsdorf wie eine unüberwindbare Mauer zwischen den Pfosten, wodurch seine Vorderleute immer mehr an Sicherheit gewannen. „Daniel hat sehr gut gehalten“, verteilte der Trainer ein Sonderlob an den Schlussmann. Auch im Angriff lief es anschließend besser. Linksaußen Jan Hippchen glich zum 6:6 (19. Minute) aus, Manuel Schmitt vom Kreis und erneut Hippchen warfen die HSG mit 8:6 in Führung (21. Minute). Bis zum Seitenwechsel konnte Nordsaar sogar noch weiter zulegen und ging mit 13:9 in die Kabine.

Der Vorsprung ist dank unserer guten Abwehrarbeit nicht mehr in Gefahr geraten“, sagte Heidemann. Im Gegenteil. In den Schlussminuten schüttelte sein Team die Gäste richtig ab. Über 24:19 zog die HSG bis zum Abpfiff auf 30:22 davon.



Drei Spieltage vor Saisonende ist damit die weitere Zugehörigkeit zur Saarlandliga gesichert. Mit 20:26 Punkten nimmt Nordsaar in der Tabelle Platz neun ein und spielt am kommenden Samstag, 19.30 Uhr, beim Vorletzten HF Illtal II. Nicht zu überhören war der Jubel beim anschließenden obligatorischen Selfie.

Das Foto schoss der ehemalige HSG-Spieler Marcel Becker, der beim Oberliga-Zweiten HF Illtal spielt und an Ostermontag als Saarlands Handballer des Jahres ausgezeichnet wurde. Seit Jahren fungiert seine Mutter Martina als Betreuerin und gute Seele rund um die Mannschaft.

Die Tore für die HSG Nordsaar: Jan Hippchen 7, Jan Böing 6, Michael Paschke 5/2, Rouven Wilhelm 4/1, Manuel Schmitt, Lukas Böing je 3, Joshua Wolf 2.