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| 20:28 Uhr

Gedenktag
Gedenkstunde in Marpingen

An der Gedenkplatte des Marpinger Widerstandskämpfers Alois Kunz legte der „Verein wider das Vergessen und gegen Rassismus“, hier Christoph Zahn, Benedikt Hoffmann und Eberhard Wagner (von links), einen Kranz nieder.
An der Gedenkplatte des Marpinger Widerstandskämpfers Alois Kunz legte der „Verein wider das Vergessen und gegen Rassismus“, hier Christoph Zahn, Benedikt Hoffmann und Eberhard Wagner (von links), einen Kranz nieder. FOTO: Bonenberger/ / B&K
Marpingen. Mehr als 60 Besucher erinnern an die Opfer der Nationalsozialisten.

(red) Der Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ legte am Sonntag zum 22. Mal an der Gedenkplatte des Marpinger Widerstandskämpfers Alois Kunz zur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Verbrechen einen Kranz nieder. Es waren mehr als 60 Besucher gekommen, auch der Marpinger Bürgermeister Volker Weber, Pfarrerin Christine Unrath, die Ortsvorsteher von Alsweiler, Urexweiler und Marpingen sowie Kreistags- und Gemeinderatsmitglieder.

In seiner Ansprache erinnerte der Vorsitzende Eberhard Wagner insbesondere an die Marpinger Auschwitzopfer, den Sozialdemokraten Alois Kunz und die ebenso in Auschwitz ermordeten Sinti-Kinder Peter, Maria und Eva Weiß aus Urexweiler sowie auch an den Homosexuellen Johann Adam Huber aus Urexweiler, der gleichfalls im KZ den Tod fand. Alois Kunz verglich er mit dem Saarbrücker Ehrenbürger Willi Graf, der wie dieser vergeblich vor dem Verbrecherregime gewarnt habe und der von dem Regime ermordet wurde. Der Unterschied zwischen beiden sei, dass die Stadt Saarbrücken stolz auf ihren Ehrenbürger Willi Graf sei – aber die Gemeinde Marpingen auf Alois Kunz nicht. Kunz sei kein Ehrenbürger. Aber in allen vier Ortsteilen der Gemeinde seien ehemalige NSDAP-Mitglieder Ehrenbürger, kritisierte Wagner: „Das sollte den heutigen Marpinger Verantwortlichen eigentlich zu denken geben.“ Im Weiteren wies der Vereinsvorsitzende auf die Parallelen zwischen den Anfängen im Nationalsozialismus und der heutigen Zeit hin.

Die Jahre 1933 und 1934 im damaligen Saargebiet seien eine Blaupause für die heutige Zeit. Man könne genau beobachten, wie damals die bürgerliche Parteienlandschaft erodierte und die meisten Anhänger dieser Parteien, aber auch der linken Parteien innerhalb kurzer Zeit zur NSDAP überliefen. Diese Gefahr sei heute wieder zu beobachten. Es gäbe keine Garantien, dass einige der heutigen etablierten Parteien nicht über kurz oder lang mit der AFD zusammenarbeiten würden, so Wagner.