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Eines der besten Fotos der Welt
Ein Saarländer machte ein Weltklassefoto

Dieses besondere Bild hat Christian Mütterthies an einem Strand im Norden Teneriffas aufgenommen. Das „Chip“-Magazin hat es nun auf einer Doppelseite veröffentlicht.
Dieses besondere Bild hat Christian Mütterthies an einem Strand im Norden Teneriffas aufgenommen. Das „Chip“-Magazin hat es nun auf einer Doppelseite veröffentlicht. FOTO: Christian Mütterthies
Marpingen/Merchweiler. Das Magazin „Chip Foto-Video“ hat ein Bild von Christian Mütterthies zu einem der besten Fotos der Welt auserkoren. Von Sarah Konrad

Die Sonne ist schon fast im Meer versunken. Langsam bricht die Dämmerung herein und legt sich über den Benijo-Strand im Norden Teneriffas. Christian Mütterthies kann die Verschlusszeit seiner Kamera jetzt nur noch schätzen. „In solchen Momenten“, sagt er, „verlasse ich mich auf mein Gefühl.“ Und das lässt ihn nicht im Stich. Er belichtet vier Minuten lang – genau richtig. Heraus kommt ein außergewöhnliches Bild, das sogar die Redakteure des Magazins „Chip Foto-Video“ ins Staunen versetzt.


Sie entdecken Mütterthies Foto auf einer Facebook-Seite, melden sich bei ihm und fragen, ob sie es in der nächsten Ausgabe abdrucken dürfen. Der 44-Jährige stimmt zu und findet sein Bild kurze Zeit später auf einer Doppelseite wieder. Betitelt mit den Worten „Die besten Fotos der Welt“. „Darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch wenn es etwas übertrieben ist. Es gibt definitiv bessere Fotos und bessere Fotografen“, bleibt Mütterthies bescheiden.

Der Marpinger hat 2007 seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. Auf seiner ersten Madagaskar-Reise. „Damals habe ich noch wild drauf losgeknipst“, erinnert er sich und lacht. In den darauffolgenden Jahren feilt er an seiner Technik. Schritt für Schritt bringt sich der Einzelhandelsverkäufer die Grundlagen bei. Und tritt schließlich in den Fotoclub Tele Freisen ein. Dort habe er so einiges von den erfahrenen Mitgliedern lernen können.



Mittlerweile zählt Mütterthies selbst zu den Erfahrenen. Spezialisiert hat er sich auf die Natur- und Landschaftsfotografie. Mit seinem Kumpel Daniel Spohn bietet er sogar eigene Seminare und Fotoreisen an. Die Ziele wählen die beiden nach den Motiven aus. „Wir überlegen, was wir gerne ablichten würden und da fahren wir dann hin“, erklärt er. Statt einfach nur zu knipsen, plant Mütterthies seine Fotos heutzutage akribisch. Im Internet informiert er sich beispielsweise über Lichtverhältnisse und Wetter. Vor Ort hält er sich meist mehrere Stunden auf. Ein gutes Landschaftsfoto entstehe fast nie nebenher, ist er überzeugt. „Die ersten 20 Minuten lasse ich nur die Szene auf mich wirken. Erst danach packe ich meine Kamera aus“, erläutert er.

Am Benijo-Strand – der in Insider-Kreisen übrigens als Foto-Mekka Teneriffas bekannt ist – haben Mütterthies und seine Reisebegleiter insgesamt fünf Stunden verbracht. „Dort mussten wir nicht nur auf die Lichtverhältnisse, sondern sogar auf die Gezeiten achten. Denn bei Flut ist der Strand komplett überspült“, erzählt der Hobby-Fotograf. Insgesamt habe er mit zwei Kameras rund 200 Fotos von dem schwarzen Sand, den Felsen und dem Meer gemacht. Das von „Chip“ ausgewählte Bild sei als letztes entstanden. Neben der genauen Planung gehöre eben immer noch ein bisschen Glück dazu, um ein perfektes Bild aufzunehmen.

Glück, das empfindet Mütterthies auch beim Fotografieren selbst. „Dabei kann ich alles um mich herum vergessen“, schwärmt er. Zwischendurch mal schnell auf den Auslöser zu drücken, kommt für ihn daher kaum infrage. Er nimmt sich lieber Zeit, betrachtet die Umgebung genau und saugt die Stimmung auf. „Ich versuche, die Emotionen, die ich während einer Reise habe, auf meinen Fotos festzuhalten und mit nach Hause zu bringen“, erklärt der Marpinger. Pro Tag beschäftigt er sich etwa ein bis zwei Stunden mit seinem Hobby. Bilder sortieren und bearbeiten, Ausstellungen und Seminare vorbereiten – es gebe immer etwas zu tun. Aktuell organisiert Mütterthies seine Reisen, die er im kommenden Jahr unternehmen will. Im März etwa wird er nach Norwegen fliegen, um in Tromsø auf die Jagd nach einem weiteren weltbesten Foto zu gehen.

Christian Mütterthies.
Christian Mütterthies. FOTO: Daniel Spohn