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Dienstjubiläum
Ein halbes Jahrhundert in der Verwaltung

Bernd Müller feiert 50-jähriges Dienstjubiläum.
Bernd Müller feiert 50-jähriges Dienstjubiläum. FOTO: Bernd Müller
Marpingen. Ministerialrat Bernd Müller aus Marpingen ist seit 50 Jahren im Dienst. Gefeiert wird das Jubiläum am heutigen Freitag. Von Thorsten Grim

50 Jahre im Dienst, das ist keine Selbstverständlichkeit – auch nicht in der Verwaltung. Doch Bernd Müller aus Marpingen wird an diesem Freitag genau dieses Jubiläum feiern. Wobei der Termin, an dem der heutige Ministerialrat im Saarbrücker Ministerium für Inneres, Bauen und Sport seine Ausbildung begann, bereits ein paar Tage zurück liegt: Am 20. September 1967 war der Diplom-Verwaltungswirt in seine berufliche Laufbahn gestartet – in seinem Heimatort Marpingen.



Bis 1992 war Müller dort in der Verwaltung beschäftigt und erlebte in dieser Zeit etwa die Entstehung der Gemeinde Marpingen, die 1974 nach einer Gebietsreform durch die Verschmelzung der vormals selbstständigen Gemeinden Marpingen, Urexweiler, Alsweiler und Berschweiler ihre Geburtsstunde hatte. Zuletzt leitete Müller die Abteilung öffentliche Ordnung, öffentliche Sicherheit, Kultur und war zehn Jahre Leiter des Standesamtes.

1992 folgte dann der Schritt aus dem Saarland hinaus. Im Innenministerium des Bundeslandes Sachsen-Anhalt war der am 21. Februar 1953 geborene Marpinger Regierungsoberamtsrat bei der Kommunalabteilung, also der obersten Kommunalaufsichtsbehörde.

Im Jahr 2000 zog es Müller wieder in die Heimat. Zwar nicht nach Marpingen, aber immerhin nach Saarbrücken, ins Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport. Genauer gesagt in das Referat Kommunale Finanzen sowie in das Referat Allgemeine Kommunalaufsicht, Organisation der Gemeinden und Gemeindeverbände. Seit Oktober 2003 leitet er das Referat C 5, Kommunale Service- und Beratungsstelle, Förderung kommunale Investitionen. Dieses Amt bekleidet er bis heute.

Seit jeher sei jedoch sein Grundsatz gewesen: „Die Verwaltung ist für den Bürger da, nicht der Bürger für die Verwaltung“, erklärt Müller. Diese Richtung habe ihm vor 50 Jahren der damalige Bürgermeister der Gemeinde Marpingen, Josef Sartorius, vorgegeben.

Nicht nur beruflich blickt der heutige Ministerialrat auf eine lange Vita zurück. Auch sonst ist Müller seit Jahrzehnten in seinem Heimatort und darüber hinaus engagiert. Mitglied im Personalrat der Gemeinde Marpingen war er von 1977 bis 1985, Schwerbehindertenvertretung im Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt zwischen 1994 und 2000. Zudem war er Mitglied des dortigen Personalrates und Mitglied im Landesbehindertenbeirat des Landes (1995 bis 2000).

Seit 2004 sitzt Müller für die CDU im Marpinger Gemeinderat und bekleidete von Juli 2004 bis September 2009 das Amt des Ersten Beigeordneten. Seit Juli 2014 ist er Mitglied des Kreistages. Darüber hinaus war er von 2006 bis 2010 ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht in Saarbrücken. Zum Fischereiberater bei der Unteren Fischereibehörde beim Landkreis St. Wendel wurde er erstmals am 1. Oktober 2000 berufen und blieb das ziemlich genau zehn Jahre lang.

„Politik, Sport, Natur, Russische Uhren, Messer, Füller, Weine aus aller Welt, Vereinsmeierei im positiven Sinne in verschiedenen Marpinger Vereinen und Ehrenvorsitzender des Vereins zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr im Löschbezirk Marpingen“, zählt der Bonsaifan als seine Hobbys auf.

Parteipolitisch ist Müller seit Mai 1972 Mitglied der CDU und seit 1978 in der Jungen Union. Zwischen 1972 und 1990 war der passionierte Uhrensammler Vorstandsmitglied im CDU-Ortsverband Marpingen, von Juni 2000 bis November 2012 führte er den Ortsverband als Vorsitzender. 1990 und 1999 trat er für die christliche Union als Bürgermeisterkandidat für Marpingen an. Und unterlag zwei Mal gegen den damaligen Amtsinhaber Werner Laub.

Noch einige weitere Ämter hat Müller im Laufe der Zeit übernommen. Ein wichtiger Bestandteil seines Lebenslaufs ist aber auch die Lehrtätigkeit. So war Müller zwischen 1997 und 2000 Lehrbeauftragter für Kommunalrecht an der Fach-Hochschule Harz in Wernigerode, von 1993 bis 2000 war er Dozent an den Studieninstituten für die Landes- und Kommunalverwaltung in Sachsen-Anhalt sowie Mitglied verschiedener Prüfungsausschüsse. Darüber hinaus übernahm er Schulungsveranstaltungen für kommunale Mandatsträger im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und für die Konrad-Adenauer-Stiftung. Zudem ist Müller nebenamtlicher Dozent an der saarländischen Verwaltungsschule im Fach Kommunalrecht, ebenso an der saarländischen Feuerwehrschule in den Fächern Kommunalrecht, Staatsrecht und Verwaltungskunde.

Publiziert hat der Dienstjubilar auch. Beispielsweise hat er gemeinsam mit Manfred Kirchmer die „Einführung in das Kommunalrecht des Landes Sachsen-Anhalt“ erstellt. Und in zahlreichen Vereinen hat Müller ebenfalls Fußspuren hinterlassen, beziehungsweise tut er dies heute noch. Beispielsweise beim FC Hellas Marpingen, bei der Feuerwehr, im Schützenverein sowie beim Angelsportverein Alsbachtal Marpingen, wo er zwölf Jahre den Vorsitz inne hatte.