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Handball
Ein absoluter Glücksfall für die Moskitos

Joline Müller lässt sich nicht aufhalten und hat abgezogen. Nach drei Jahren bei den Trierer Miezen kehrt die 25-Jährige jetzt zu den Moskitos zurück.
Joline Müller lässt sich nicht aufhalten und hat abgezogen. Nach drei Jahren bei den Trierer Miezen kehrt die 25-Jährige jetzt zu den Moskitos zurück. FOTO: imago/Eibner / imago sportfotodienst
Marpingen. Joline Müller kehrt von Handball-Zweitligist Trier nach Marpingen zurück und soll dort eine Schlüsselrolle übernehmen. Von Frank Faber

Das ist ein Hammer! Die aktuell beste saarländische Handballerin, Joline Müller (25), kehrt von Zweitligist DJK/MJC Trier zum Oberligisten HSG Marpingen-Alsweiler zurück. Nach dem Regionalliga-Abstieg 2010 war sie von den Moskitos über die FSG Mainz/Budenheim, den TuS Neunkirchen und den SV Zweibrücken nach Trier gegangen, wo sie drei Zweitliga-Spielzeiten für die Trierer Miezen auf Tore-Jagd ging. Während dieser Zeit erhielt Müller pro Jahr ein bis zwei Anrufe von Moskitos-Manager Reimund Klein. „Ich habe den Kontakt nie abreißen lassen“, sagt Klein.


Vor dem kürzlichen Telefonat war der Manager mit einer wichtigen Information versorgt worden. „Ich hatte erfahren, dass Joline in Trier noch keine Zusage für die nächste Saison gegeben hat“, berichtet der Manager. Er klingelte durch und die aus Werschweiler stammende Top-Handballerin bekundete ihr Interesse an einem Treffen mit Klein und Moskitos-Trainer Jürgen Hartz. „Ich habe Joline unser Konzept vorgestellt, mit jungen Spielerinnen aus der eigenen Jugend eine leistungsstarke Mannschaft für die Zukunft aufzubauen. Dabei könnte sie eine Führungsrolle einnehmen“, hatte ihr Hartz dabei Appetit gemacht.

Hinzu kam: Die Personalplanungen bei Zweitligist Trier steckten in einer Sackgasse. „Es gab weder einen Trainer noch ein feststehendes Spieleraufgebot für die neue Saison“, erklärt die 25-Jährige. Beim zweiten Telefonat hatte sie Klein daher ihre Zusage für einen Wechsel angedeutet. „Danach waren noch ein paar Modalitäten zu klären. Ich habe gemerkt, Joline will dort Handball spielen, wo sie sich wohlfühlt“, sagt der Manager. Zurück von den Miezen zu den Moskitos.

Trainer Hartz ist glücklich über den hochkarätigen Neuzugang. „Für uns ist das ein absoluter Glücksfall. Joline ist die Spielerin, die uns in der momentanen Situation am meisten weiterhilft“, stellt der Übungsleiter fest. Zwei Ligen tiefer zu spielen, ist für Müller kein Abstieg. Ihr Ziel ist es, beim Oberligisten mitzuhelfen, um den Frauenhandball weiter nach vorne zu bringen. Die vergangene Runde hatten die Moskitos auf Platz fünf beendet.

Polizei-Kommissarin Müller, die in Neunkirchen ihren Dienst verrichtet, freut sich auch auf die dazugewonnene Freizeit und will sich neben dem Handball mehr auf Job, Familie und Freunde konzentrieren. „In der Zweiten Liga ging das kaum, es war alles mit einem Riesenaufwand verbunden“, sagt sie. Aber Spaß gemacht habe es ihr allemal. „Es ist schon toll, wenn man die Chance bekommt, sich auf einem so hohen Niveau zeigen zu können“, so die Rückraumspielerin.



Wobei sie auch Rückschläge in Kauf nehmen musste: Im letzten Spiel der Zweiliga-Saison 2016/17 hatte sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Anfang des Jahres feierte sie dann ihr Comeback und wurde im April sogar Polizei-Europameisterin mit der deutschen Mannschaft.

Die Marpinger Sporthalle kennen Joline und die gesamte Handball-Familie Müller bestens. Jolines Vater Jürgen hatte in der Saison 2016/17 die Männer des Handball-Saarlandligisten HSG Nordsaar trainiert. Ihr jüngerer Bruder Jerome (21), der gerade von Zweitliga-Absteiger HG Saarlouis zu Bundesligist TSG Friesenheim gewechselt ist, hat einst in der Jugend von Nordsaar gespielt.