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Halbmarathon
Bock brennt eine Top-Zeit in die Bahn

Dick vermummt gingen die meisten Teilnehmer an den Start. Aber bei weitem nicht alle.
Dick vermummt gingen die meisten Teilnehmer an den Start. Aber bei weitem nicht alle. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Es war ganz schön frostig am Sonntag bei den Saar- landmeisterschaften im Halbmarathon. Eiskalt schlugen auch die Läufer des LC Rehlingen zu. Von Jonas Grethel

Eingepackt bis obenhin, teilweise fast voll vermummt, natürlich mit modernster Thermo-Kleidung ausgestattet. Handschuhe: ein Muss. Und, ganz wichtig: eine Mütze. So traten am Sonntagmorgen viele beim 37. Deutsch-Französischen Straßenlauf in Saarbrücken an. Oder aber so wie ein paar ganz Hartgesottene: eine kurze Hose, keine Kopfbedeckung und auch sonst nur ein Minimum an wärmender Kleidung. Karl-Heinz Wagner vom Veranstalter LTF Marpingen stellte scherzend fest: „Von der Warte waren heute viele Verrückte hier.“


303 um genau zu sein, darunter 79 Frauen. Sie alle hatten eins gemein. Sie trotzten den eisigen Temperaturen von minus vier Grad und quälten sich am Sonntagmorgen bei dem Lauf, der gleichzeitig die Saarlandmeisterschaft im Halbmarathon bildete. „Das war mit Sicherheit der schwerste Lauf, den wir je hatten. Drei Mal musste er schon verlegt werden wegen Hochwasser. Heute fast wegen Glatteis“, erzählte Wagner. „Deswegen sind auch einige zu Hause geblieben. Aber wir sind witterungsbedingt sehr zufrieden. Die Qualität der Teilnehmer war gut, auch die Siegerzeit war sehr gut.“

Die Siegerzeit brannte Alexander Bock vom LC Rehlingen in den Asphalt. Für die Strecke, die sich vom Heizkraftwerk Römerbrücke in Saarbrücken mit der Saar als ständigem Begleiter bis ins französische Großbliederstroff schlängelte, dort eine 180 Grad-Kurve machte und wieder zurück nach Saarbrücken führte, benötigte Bock 1:10:39,1 Stunden. Damit war er rund vier Minuten schneller als Verfolger Philippe Weingarth (LLG Wustweiler, 1:14:06,0) und Tom Lindemann (LA Team Saar, 1:14:40,0). „Joa . . . war okay“, sagte Bock und lachte. „Mein Ziel war es zunächst, in der Gruppe vorne mitzulaufen. Aber wir sind recht langsam gestartet.“ Also setzte er sich früh ab und lief dem Titel von vorne entgegen. Allen witterungsbedingten Schwierigkeiten zum Trotz: „Ich konnte gut einen 3:20-Minuten-Schnitt laufen. Teilweise war der Gegenwind aber echt heftig, es war schon richtig kalt“, sagte der Tagesschnellste, der danach auf Vereinskollege Tobias Blum (8.) wartete, um mit ihm das Auslaufen anzugehen. Gemeinsam mit Reiner Zender sicherte sich das Trio vom LC Rehlingen auch den Titel in der Teamwertung.



Zwei Frauen mischten die Konkurrenz auf: Bocks Vereinskollegin Martina Schumacher machte den Doppelsieg für Rehlingen perfekt. Als 18. der Gesamtwertung überquerte sie nach 1:23:33,0 Stunden geschafft, aber vor Freude strahlend die Ziellinie. „Ich hatte nicht mit dem Sieg gerechnet, weil mit Katharina Rausch eine sehr starke Läuferin dabei war. Aber ich hatte zwei nette Herren im Gespann“, freute sich Schumacher, die Rausch (LA Team Saar) über eine halbe Minute abnehmen konnte. Auch Schumacher konnte sich über einen zweiten Titel an diesem Tag freuen. Gemeinsam mit Anja Strohe und Gabi Celette gewann sie die Teamwertung – und damit den vierten Titel für den LC Rehlingen, der alle Titel der Meisterschaften abräumte.