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Linke im Kreis startet heiße Wahlkampf-Phase

St. Wendel. Die Linken im Landkreis St. Wendel haben am vergangenen Mittwoch offiziell den Wahlkampf gestartet. Rund 200 Besucher kamen zur Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum Alsfassen, wo Linken-Chef Oskar Lafontaine sprach. Der Spitzenkandidat der Partei "Die Linke" für die kommende Landtagswahl rief auf: "Stärken Sie die neue politische Kraft: die Linken

St. Wendel. Die Linken im Landkreis St. Wendel haben am vergangenen Mittwoch offiziell den Wahlkampf gestartet. Rund 200 Besucher kamen zur Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum Alsfassen, wo Linken-Chef Oskar Lafontaine sprach. Der Spitzenkandidat der Partei "Die Linke" für die kommende Landtagswahl rief auf: "Stärken Sie die neue politische Kraft: die Linken." Lafontaine warnte vor den Folgen, falls seine Partei bei den anstehenden Wahlen schlecht abschneiden sollte: "Wenn jetzt die Linke nicht stark wird, wird nach der Wahl bei Rentnern, Arbeitnehmern und Bedürftigen abkassiert, dass einem die Tränen in die Augen kommen." Einen Tag nach der Veranstaltung im Kulturzentrum Alsfassen haben die Linken in Hasborn mit dem Straßenwahlkampf begonnen. In sieben von acht Kommunen im Landkreis St. Wendel tritt die Partei an. Nur in Freisen konnten unter anderem aus terminlichen Gründen keine Kandidaten aufgestellt werden. "Wir wollen kreisweit zweistellig werden", sagt Mike Martin, der Chef der Linken im Kreisverband St. Wendel. "Zehn bis zwölf Prozent sollten machbar sein." Mit den Schlagworten "tolerant", "fair" und "sozial", ist das Wahlprogramm der Linken aus dem St. Wendeler Land tituliert. "Wir wollten ein ausgewogenes Programm vorlegen", sagt Martin, der der Linken-Spitzenkandidat für den Tholeyer Gemeinderat und den Kreistag ist. Nicht zuletzt die Finanzierbarkeit der Programmpunkte sei ihm wichtig gewesen. Damit einkommensschwache Bürger am öffentlichen kulturellen Leben teilnehmen können, fordern die Linken unter anderem einen kreisweiten Sozialpass. Dies sei eine Maßnahme, so Parteichef Martin, um wieder mehr "soziale Gerechtigkeit" zu schaffen. Zudem setzt "Die Linke" in ihrem Programm auf eine "aktive kommunale Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarktpolitik". "Wir wollen auf Kreisebene eine gemeinsame kommunale Servicezentrale für bestehende Unternehmen und Investoren", erklärt Martin. Für den Tourismus-Sektor im Landkreis solle ein Masterplan entwickelt werden. Zum Ferienpark am Bostalsee äußert der Kreisvorsitzende der Linken Skepsis. So könne nicht ausgeschlossen werden, dass die übrige Gastronomie unter dem neuen Angebot leide, und es drohe ein "Verkehrschaos". Um die Bürger mehr in den politischen Entscheidungsprozess einzubinden, schlägt die Linke einen "Bürgerhaushalt" vor. Zudem fordert die Partei die Einrichtung eines Jugendparlaments. Und wie werden sich die Linken verhalten, wenn sie in die Kommunalparlamente einziehen sollten? "Wir werden keine Blockadepolitik machen", kündigt Martin an. Der Linken-Chef erneuert sein Angebot an die SPD zur Zusammenarbeit. Martin sagt, dass es Sozialdemokraten gebe, die sich eine Kooperation mit den Linken in Kommunalparlamenten vorstellen könnten. mic