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Bistumsreform
Landrat fordert Aufschub für Bistumsreform

St. Wendel. Udo Recktenwald sieht in einem Moratorium einen Weg, Vertrauen zurückzugewinnen. Von red

Nach dem Gespräch zwischen Ministerpräsident und Bischof über die geplante Strukturreform im Bistum Trier hat der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) die klare Haltung von Tobias Hans (CDU) begrüßt und ein Moratorium gefordert.


Augenmaß reiche nicht und sei Definitonssache. Wenn laut Bischof nichts übers Knie gebrochen werden solle, dann sollte der Umsetzungstermin ausgesetzt und die Zeit zum Dialog mit der Basis und zur Korrektur genutzt werden. Kirchengemeinden und ihre Gremien sollten nicht gegen ihren Willen aufgelöst werden. Wer die vielen Ehrenamtlichen mitnehmen wolle, müsse mit ihnen reden, sie einbinden, zuhören und funktionierende Strukturen erhalten. Dort, wo Kirche vor Ort funktioniere, sollte sie auch Bestand haben.

Udo Recktenwald verwies auf ein längeres intensives und konstruktives Gespräch mit dem Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg vergangene Woche. „Ich bin dem Generalvikar dankbar für seine Bereitschaft, zuzuhören und sich mit unserer Sorge um das Ehrenamt vor Ort auseinanderzusetzen. Keiner ist gegen Reformen, wenn sie Sinn machen. Allerdings sehe ich nicht, dass die Reduzierung auf 35 Pfarreien akzeptiert sei, wie der Bischof mutmaßt. Weder personelle noch finanzielle Argumente rechtfertigen den Verlust aktiver Kirchengemeinden vor Ort, die mit ihrem großartigen Ehrenamt christliche Werte im dörflichen Gemeinwesen verkörpern.“



Mangelnde Transparenz und Kommunikation hätten viel Porzellan zerschlagen. Noch sei es nicht zu spät, Vertrauen zurückzugewinnen, so der Landrat.