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Kommen nun die Heißheiligen?

In der vergangenen Woche hatte ich Sie, liebe SZ-Leser, an dieser Stelle um Mithilfe gebeten. Ich wollte genauer wissen, wieso dem Apostel Petrus die himmlische Aufgabe des Wettermachens zugeteilt wurde. Die Mehrheit der zahlreichen E-Mails, die mich zu diesem Thema erreichten, wies darauf hin, dass im Laufe vieler Jahrhunderte Petrus im Volksglauben als Nachfolger Thors angesehen wurde

In der vergangenen Woche hatte ich Sie, liebe SZ-Leser, an dieser Stelle um Mithilfe gebeten. Ich wollte genauer wissen, wieso dem Apostel Petrus die himmlische Aufgabe des Wettermachens zugeteilt wurde. Die Mehrheit der zahlreichen E-Mails, die mich zu diesem Thema erreichten, wies darauf hin, dass im Laufe vieler Jahrhunderte Petrus im Volksglauben als Nachfolger Thors angesehen wurde. Thor war als germanische Gottheit unter anderem zuständig für Blitz und Donner, also Gewitter, und Wetter generell. In einer weiteren Auslegung tritt Petrus an die Stelle des römischen Ianus, der ursprünglich als Licht- und Sonnengott schon Wetterattribute hatte, später aber auch zum Gott der Ein- und Ausgänge, Türe und Tore wurde. Petrus verfügt daher über die Himmelsschlüssel und kann somit die Himmelsschleusen für den Regen öffnen und schließen. Zwar heißt diese Kolumne "Alle Wetter" und nicht "Alle Gebete", dennoch eine kurze religiös-geschichtliche Anmerkung, die mir in einer sehr langen und gehaltvollen E-Mail dargelegt wurde: "Der Name des Apostels, Petrus, ist aus einem Übersetzungsfehler entstanden; eigentlich ist mit diesem Anhänger von Jesus Simon Kefa gemeint." Vielen Dank für alle Zuschriften!In dieser Woche stehen die berühmt-berüchtigten Eisheiligen auf dem kalendarischen Programm der Wettersingularitäten. An jedem Tag ein Heiliger: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Sophie. In vielen Jahren drehen die Winde Mitte Mai tatsächlich auf Nord und bringen kühle, frostanfällige Luft nach Mitteleuropa. In diesem Jahr sieht es aber eher nach dem Gegenteil aus. Eine Hochdruckbrücke, die von Skandinavien über Osteuropa bis ins östliche Mittelmeer reicht, sorgt für einen meist freundlichen und schwül-warmen Wochenbeginn. Aber mit Regenschauern und Gewittern muss man immer rechnen.