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Nachdenken statt Stammtisch-Polemik

Zwei weit voneinander entfernt liegende Ereignisse haben die Menschen in der Region diese Woche zutiefst erschüttert: der Absturz einer Passagiermaschine über Frankreich sowie der Fall einer Familie im Landkreis St. Wendel, die offensichtlich mit ihren minderjährigen Kindern überfordert ist, in der den Erziehungsberechtigten die Verantwortung über den Kopf wächst. In ihrem Umfeld befürchten Beobachter, dass der Nachwuchs verwahrlost, ja sogar in akuter Gefahr steckt. Beides hat uns erschreckt - unterschiedlicher Ausprägung gewiss, aber für die Betroffenen eine ganz persönliche Tragödie.

Erschreckend ist aber auch der Umgang mit den mutmaßlichen Verursachern, den erzürnte Menschen fordern. Die sich über Recht und Gesetz zu erheben wagen, nach Selbstjustiz geifern. Nicht einmal vor Sippenhaft zurückschrecken und schuldlose Familienmitglieder nur wegen ihrer verwandtschaftlichen Beziehung in die Haftung einbeziehen. Namen werden veröffentlicht, ohne sich der Tragweite für die Angehörigen bewusst zu werden. An den Pranger stellen lautet die Devise. Stammtisch-Parolen sind ja so schön simpel in der Argumentationskette zu schmettern: Rübe ab fordern, statt sich Gedanken um die Ursachen zu machen. Da werden die Eltern verdammt, ohne zu wissen, ob es tatsächlich ihre Absicht ist, ihre Kinder zu vernachlässigen. Oder soziales Unvermögen den Ausschlag fürs Fehlverhalten gibt, was Hilfe für alle Beteiligten erfordern würde. Ist doch so einfach, auf Hexenjagd zu gehen, statt sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.