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Kirchenbau in schwierigen Zeiten

Die Pfarrkirche Christkönig bildet die imposante Kulisse für die Kommunionsprozession. Unser Foto zeigt die Erstkommunion 1983. Foto: SZ
Die Pfarrkirche Christkönig bildet die imposante Kulisse für die Kommunionsprozession. Unser Foto zeigt die Erstkommunion 1983. Foto: SZ
Hoof. Der im Jahre 1928 nach Oberkirchen gekommene katholische Pfarrer Karl Schuster, der auch die Katholiken im mittleren Ostertal seelsorgerisch betreute, sah es als dringend notwendig an, dass Hoof eine eigene Kirche bekommt.Deshalb gründete er 1930 einen Kirchbauverein

Hoof. Der im Jahre 1928 nach Oberkirchen gekommene katholische Pfarrer Karl Schuster, der auch die Katholiken im mittleren Ostertal seelsorgerisch betreute, sah es als dringend notwendig an, dass Hoof eine eigene Kirche bekommt.Deshalb gründete er 1930 einen Kirchbauverein. Selbst der protestantische Bürgermeister von Niederkirchen, Ludwig König, stand der Idee positiv gegenüber, was nicht zuletzt politische Gründe hatte. Diese Gründe kamen auch in dem Schreiben von Pfarrer Schuster an den Speyerer Bischof Ludwig Sebastian im April 1930 zum Ausdruck, in dem es hieß: "Der Grund des Bürgermeisters ist mit dem meinen gleich, da er in der Unterstützung meines Zieles die beste Abwehr gegen den im Ostertal immer mehr zunehmenden Kommunismus erblickte." Allmählich kam das Vorhaben, eine Kirche zu errichten, voran. Das zuständige Pfarramt in Breitenbach gab 1932 grünes Licht für "den Bau einer Kapelle in Hoof". Der Bauplatz war vorhanden und die erforderlichen 15 500 Mark an Baukosten durchfinanziert. Nachdem die verschiedenen Einwände der Behörden gegen die Baupläne beseitigt waren, wurde am 22. Juli 1934 der Grundstein für die Kirche gelegt. Darüber steht in der Chronik: "Hierzu kam Bischof Dr. Ludwig Sebastian aus Speyer nach Hoof, das Missionshaus St. Wendel schickte Kirchenfahnen und 30 Musiker." Nicht einmal vier Monate später kam der Bischof erneut ins Ostertal, diesmal zur Einweihung der Kirche, die den Namen "Christkönig" bekam und in einer Rekordzeit erstellt worden war. 1935 läuteten erstmals die Glocken vom Turm. Nachdem Pfarrer Schuster im Jahre 1938 verstorben war, wurden die Hoofer Katholiken durch verschiedene Pastöre und Kapläne betreut, besonders aber von den Patres des St. Wendeler Missionshauses. Ab 1966 war Pater Emil Künzle Seelsorger und sollte es 30 Jahre lang bleiben. Er erreichte es, dass Hoof zum selbstständigen Seelsorgebezirk wurde, Kuratie genannt. Der Bezirk umfasst bis heute Hoof, Bubach, Marth, den Königreicher Hof, Niederkirchen, Osterbrücken und Saal. 1986 bekam die Pfarrgemeinde ein Pfarrheim, das drei Jahre nach dem Tod des beliebten Seelsorgers den Namen "Emil-Künzle-Haus" erhielt. In der Folge übernahmen verschiedene Patres vom Missionshaus die Seelsorge in der Kuratie. Seit dem 1. Februar 2009 ist Dekan Rudolf Schlenkrich aus Kusel zuständiger Pfarrer. Er wird von dem in Konken wohnenden Ordensgeistlichen Pater Josef Spiegel unterstützt. Im Jubiläumsjahr sind in Hoof 258 Katholiken registriert, in Bubach 51, in Marth 102, in Niederkirchen 239, in Osterbrücken 153 und in Saal 61. Zum Jubiläum wird die Pfarrgemeinde eine Festschrift herausgeben. Ihr Inhalt beschäftigt sich nicht nur mit der Baugeschichte der Kirche, sondern beschreibt auch viele Hintergründe. Neben zahlreichen Fotos sind auch Texte von Papst Paul VI. und von Bischof Ludwig Sebastian enthalten. gtr




Auf einen BlickDas Festprogramm zum 75-jährigen Bestehen der katholischen Kirche in Hoof an diesem Sonntag, 18. Oktober: 9.30 Uhr Festhochamt mit Domkapitular Norbert Weis aus Speyer, mitgestaltet vom Singkreis unter Leitung von Johanna Loch. An der Orgel ist Stefan Monshausen. Elf Uhr Empfang im Emil-Künzle-Haus, es singt der Singkreis Christkönig, Eröffnung der Ausstellung über die Kirchengeschichte. Ab 13.30 Uhr bunter Nachmittag mit dem Gemischten Chor Haste Töne Niederkirchen, Präsentation der Kirchengeschichte in Bildern und Vortrag von Klaus Zimmer "75 Jahre Christkönig Hoof". gtr