| 20:27 Uhr

Wochen-Kolumne
Irgendwer macht das schon weg

FOTO: Robby Lorenz / SZ

Jetzt sind sie wieder unterwegs und klauben Müll und Unrat in Wäldern, auf Fluren, Feldern, Wiesen und an Bachläufen auf – unzählige kleine und große Hände beteiligen sich in diesen Tagen an der landesweiten Picobello-Aktion. Die Umweltputz-Kampagne ist eine tolle Sache. Schärft sie doch gerade bei unseren Jüngsten das Bewusstsein, dass der Mensch für seine Umwelt und deren Zustand Verantwortung trägt. Hingegen weniger toll ist, was die kleinen Saubermänner an Schweinereien aus der Natur holen: Autoreifen, Müllsäcke, Altkleider, Kanister, Eimer, ausgediente Elektrogeräte, Matratzen, Kunststofffässer, Bauschutt und weiß der Teufel was noch alles. Und ich frage mich, was in den Köpfen der Dreckschweine (verzeihen Sie mir bitte diesen Ausdruck) vor sich geht, die ihren Abfall nicht selten an ausgesucht schönen Plätzen entsorgen. Halten sie sich für besonders clever, weil sie sich auf Kosten anderer Leute beziehungsweise einer intakten Umwelt ihres Unrats entledigen? Oder kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn, dass es Unrecht ist, wenn sie – nicht selten zu nachtschlafender Zeit – ihren Mist einfach in die Landschaft kippen? Dabei gibt es überall im Kreis Wertstoffzentren, in denen man seinen Müll, der nicht in eine der zahlreichen Tonnen daheim passt, für kleines Geld oder teilweise sogar umsonst abliefern kann. Zu aufwändig kann es nicht sein, seine „Wertstoffe“ zu diesen Zentren zu bringen. Denn wer seine Altreifen in den Wald fährt, um sie dort in einen Bachlauf zu schmeißen, macht sich mit Sicherheit mehr Arbeit. Und er muss darüber hinaus fürchten, bei seinem unredlichen Tun entdeckt zu werden. Doch das scheint egal zu sein, wenn er nur acht oder zehn Euro sparen kann. Andere können das dann sauber machen. Es ist daher schön, dass es die Picobellos gibt, aber es ist auch traurig, dass es sie geben muss.


(tog)