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Heute trifft sie Christian Wulff

 Heidi Meier im Museum für Mode und Tracht. Foto: Mai
Heidi Meier im Museum für Mode und Tracht. Foto: Mai
Walhausen. Auf das Foto mit Bundespräsident Christian Wulff freut sich Heidi Meier besonders. Und darauf, "Schloss Bellvue einmal von innen zu sehen". Denn wann bietet sich diese Chance schon mal? Heidi Meier aus Walhausen kann beides am heutigen Montag genießen Von SZ-Redakteurin Melanie Mai

Walhausen. Auf das Foto mit Bundespräsident Christian Wulff freut sich Heidi Meier besonders. Und darauf, "Schloss Bellvue einmal von innen zu sehen". Denn wann bietet sich diese Chance schon mal? Heidi Meier aus Walhausen kann beides am heutigen Montag genießen. Denn es ist "Tag des Ehrenamtes" - und der Bundespräsident zeichnet Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Er würdigt damit außergewöhnliches Engagement. Aus dem Saarland wird nur Meier in Berlin geehrt.Vorgeschlagen hat sie der Saarländische Museumsverband. "Weil ich das Museum aus dem Boden gestampft habe", erzählt Meier im Gespräch mit der SZ. Gemeint ist das Museum für Mode und Tracht in Nohfelden, das 2005 eröffnet wurde und Jahr für Jahr mehr Besucher anlockt. In diesem Jahr kamen schon rund 1000. Aber in der Begründung des Bundespräsidialamtes sind noch mehr Gründe genannt, warum Meier ausgezeichnet ist. Da heißt es unter anderem: "Sie brachte sich in der kirchlichen Jugendarbeit ein, wirkte im Vorstand der katholischen Frauengemeinschaft Wolfersweiler und betreute deutschstämmige Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Rumänien." Außerdem ist Meier seit 1998 im Vorstand des Saarländischen Volkstanz- und Trachtenverbandes. Zudem engagiere sie sich für die Wiederbelebung des Köhlerhandwerks, das in Walhausen über Jahrhunderte betrieben wurde.


Aber Hauptgrund für die Auszeichnung, da ist sich Meier sicher, ist das Museum. Das liest sich auch aus der Begründung des Bundespräsidialamtes. Mit diesem Museum habe sie "eine wichtige Informationsstätte für Bekleidungskultur des gesamten Hunsrücks der zwei zurückliegenden Jahrhunderte geschaffen".

Die Auszeichnung war Meier anfangs gar nicht so recht. Ihr erster Gedanke: "Den Orden nehme ich nicht an." Denn die ehrenamtliche Arbeit sei für sie selbstverständlich - da brauche sie keine Belohnung, keine Anreize. Aber dann freute sie sich doch über diese Auszeichnung. Und auf ihre Berlin-Reise. Schließlich war sie zum letzten Mal 2001 in der Hauptstadt, an ihrem 30. Hochzeitstag. Am Samstag ging es mit ihrem Mann und ihrem Sohn los, heute Abend fliegen sie zurück. Viel Zeit zum Bummeln bleibt nicht. Schließlich ist neben einer Führung durch Bellvue auch ein Empfang vorgesehen. Obwohl ihr Herz dem Museum für Mode und Tracht gehört, macht sich die 66-Jährige um ihre Garderobe keine große Gedanken. Schwarze Hose, bunte Bluse. Denn: "Ich bin kein Modepüppchen."