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Gute Aussichten für den Schaumbergturm

Tholey. Sommer 2011: Der gläserne Panorama-Aufzug fährt los. Umsteigen in luftiger Höhe und weiter geht es mit einem zweiten Aufzug im Turminneren zur Aussichtsplattform in 33 Meter Höhe. Von hier oben haben die Besucher eine einzigartige Fernsicht. Noch ist das Zukunftsmusik. Doch die Chance, dass dies Wirklichkeit wird, ist jedoch größer geworden Von SZ-Redakteur Volker Fuchs

Tholey. Sommer 2011: Der gläserne Panorama-Aufzug fährt los. Umsteigen in luftiger Höhe und weiter geht es mit einem zweiten Aufzug im Turminneren zur Aussichtsplattform in 33 Meter Höhe. Von hier oben haben die Besucher eine einzigartige Fernsicht. Noch ist das Zukunftsmusik. Doch die Chance, dass dies Wirklichkeit wird, ist jedoch größer geworden. Gestern Abend wurden dem Tholeyer Gemeinderat die aktuellen Pläne zur Sanierung des Schaumbergturmes vorgestellt, der sich bereits Mitte vergangenen Jahres einstimmig für den Umbau des wahrlich herausragenden Bauwerks ausgesprochen hatte.Rückblende: Seit etwa zwei Jahren ist der Schaumbergturm für Besucher geschlossen, weil er den modernen Anforderungen an den Brandschutz nicht genügte. Unter anderem gibt es nur einen Treppenaufgang im Turminneren, der im Brandfall die Fluchtmöglichkeiten der Besucher einschränkt.Deshalb ist ein wichtiger Baustein der Modernisierung der Bau eines zweiten Treppenhauses samt Aufzug. Es wird neben dem Turm errichtet und erschließt die Etagen. Allein drei Millionen Euro werde die Sanierung und der Ausbau des Turmes kosten, sagt Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung. Zwei Millionen Euro habe das saarländische Wirtschaftsministerium als Zuschuss zugesagt. Die deutsch-französische Begegnungsstätte, die Besitzerin des Turmes, bringt die restlichen 700 000 Euro auf. Eine weitere Million Euro muss laut Bürgermeister für die "Attraktivitätssteigerung auf dem Plateau" (Infobox) ausgegeben werden. "Wir werden den Turm behindertengerecht ausbauen, selbst Rollstuhlfahrer werden bis zur Aussichtsplattform kommen", unterstreicht der Theleyer Architekt Guillermo Neis. "Die Spitze des Schaumbergturmes soll wieder zu einer beliebten Aussichtsplattform werden." Zudem solle er wieder als Museum genutzt werden. So gibt es weiterhin eine deutsch-französische Ausstellung, die aktualisiert werde. Und es wird auf zwei Etagen eine Ausstellung zum Klimawandel geben, für deren Aufbau 300 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes beigesteuert werden. Das Mahnmal und die Kapelle am Fuße des Turmes bleiben. Ebenso wird der Turm auch weiter für den Mobilfunk genutzt. Etwa zehn Anbieter haben hier ihre Antennen und Strahler angebracht, die noch an der Fassade hängen. Sie werden zukünftig auf einem eigenen 15 Meter hohen Stahlgerüst an der Spitze montiert, was auch erhebliche Arbeiten im Inneren des Turmes erfordert. Zwar koste das die Mobilfunkanbieter viel Geld, sie haben dadurch laut Schmidt aber die Gewähr, dass sie den Turm langfristig nutzen können. Nach Ende des Umbaus ist die Turmfassade frei von Mobilfunktechnik. Die Besucher auf der Plattform müssen sich laut Schmidt übrigens vor der Strahlung nicht fürchten. Die neue Stahldachkonstruktion über ihnen wirke wie ein so genannter faradayscher Käfig, der sie schützt.Die Schaumbergturm-Arbeiten sollen im Herbst beginnen, verspricht Architekt Neis. "Wir fangen mit der Entkernung des Gebäudes an, öffnen dann die Außenwand auf den Etagen als Zugänge des neuen Treppenhauses in den Turm." Im Herbst nächsten Jahres soll das Treppenhaus gebaut werden. Und Neis macht im doppelten Sinne gute Aussichten: Ziel sei es nämlich, die Sanierung im Sommer 2011 abzuschließen. "Die Spitze des Schaumbergturmes soll wieder zu einer beliebten Aussichtsplattform werden."Architekt Guillermo Neis



Auf einen BlickIn einem weiteren Schritt soll das Schaumbergplateau ausgebaut werden. Vor den Turm kommt eine große Zeltkonstruktion als Wetterschutz, Mauerreste der mittelalterlichen Burg sollen sichtbar gemacht, ein mittelalterlicher Spielplatz errichtet, ein Café mit Biergarten gebaut werden.Gesellschafter der deutsch-französischen Begegnungsstätte GmbH, Besitzerin des Turmes, sind die Gemeinde Tholey mit 51 Prozent, der Landkreis St. Wendel mit 25 Prozent und der Förderverein der Abtei mit 24 Prozent. Die Geschäfte der Gesellschaft führt Bürgermeister Hermann Josef Schmidt. vf