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Großer Konzertabend zu Ehren des Dirigenten Gottfried Ganz

Theley. Der Sängerchor 1875 Theley war Gastgeber eines großen Konzertabends zu Ehren seines Dirigenten Gottfried Ganz, der seit 50 Jahren im Deutschen Chorverband vorzügliche musikalische Arbeit leistet Von SZ-Mitarbeiterin Margarete Stitz

Theley. Der Sängerchor 1875 Theley war Gastgeber eines großen Konzertabends zu Ehren seines Dirigenten Gottfried Ganz, der seit 50 Jahren im Deutschen Chorverband vorzügliche musikalische Arbeit leistet. Aus dem angrenzenden Rheinland-Pfalz hatte Ganz seinen Männerchor Germania Neuhütten mitgebracht und mit dem begeisternden Gemischten Chor Fohren-Linden ein Ensemble eingeladen, das Maßstäbe setzte. Der Geiger Tobias Paulus (Schwalbach-Elm) und der Pianist Tobias Rößler (Saarwellingen-Reisbach) passten als souveränes Duo mit hohen Niveau ausgezeichnet in die bunte Folge der Darbietungen. Mit schönen Mailiedern und anderen ansprechenden Gesängen "im Volkston" eröffnete der Sängerchor Theley das Programm. Die Stimmen klangen angenehm entspannt und folgten mit Leichtigkeit dem Dirigenten, wenn es um dynamische Kontraste oder freieren Rhythmus ging. Kreischorleiter Thomas Martin assistierte am Flügel mit den Intonationen und ergriff nebenbei die Gelegenheit, dem Kollegen Ganz mit herzlichem Händeschütteln zu gratulieren. Die 47 Sängerinnen und Sänger des Chores aus Fohren-Linden bei Baumholder haben es längst verdient, auch hierzulande bekannter zu werden, sind sie doch seit dem Jahr 2000 Meisterchor im Chorverband Rheinland-Pfalz und nach ihrem Durchschnittsalter der jüngste Chor im Verband Birkenfeld. Die Bandbreite ihres Repertoires ist erstaunlich: es reicht vom volkstümlichen Strophenlied über Evergreens, Spirituals und Jazziges bis zu ganz modernen Klängen und Inhalten (Jens Johannson: Hallelujah). Chorleiter Gerd Sackenheim, der zugleich Conferencier und darüber hinaus Animateur tänzerischer Aktionen ist, kann auch auf gute Solostimmen aus den Reihen des Chors zurückgreifen, wie es bei "Steal away" im Satz für Frauenchor und Solotenor deutlich wurde. Ein veritables Konzert im Konzert gaben die Musikstudenten und vielfachen Preisträger Tobias Paulus und Tobias Rössler. Der Geiger Paulus zeigte gleich anfangs mit der virtuosen "Polonaise de concert" von Henri Wieniawski, welchen bezaubernden Ton und welche souveräne Technik er besitzt. Besonders das Flageolett, eine Art Blockflöte, kultiviert er mit großer Eleganz, und sein Pianissimo ist eine Herausforderung für Pianisten, nicht aber für Rößler. Nach dem "Liebesgruß" von Elgar legten beide die Noten beiseite und offenbarten mit "Music" von John Miles, einem Filmmusik-Medley, dem Czardas von Vittorio Monti und dem fünften Ungarischen Tanz von Brahms, wie sie als perfekt und dabei lässig charmant agierendes Duo die Zuhörer faszinieren können. Zu vorgerückter Stunde hatte der Männerchor Germania Neuhütten seinen Auftritt und begann sehr wirkungsvoll mit einer französischen Hymne an die Nacht. Mit 26 Mitgliedern ist die Gruppe ebenso groß wie das Theleyer Ensemble, hat aber unter demselben Dirigenten deutlich verschiedenen Charakter: sie gefällt mit einem samtigen, flexiblen Klang; bei den ausgewählten volkstümlichen Kompositionen durften sich die kultivierten Tenöre schön entfalten. Hörvergnügen bereitete ein lustiges Spiel mit italienischen Vortragsbezeichnungen "Rossiniana". In das Finale beider Männerchöre fügte sich ganz organisch "con moto" eine "Geigenstrophe" ein.